Notbremse (Fußball)

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Erklärung[Bearbeiten]

Als Notbremse (im österreichischen Raum auch Torraub) wird im Fußball das Verhindern einer offensichtlichen Torchance durch einen Regelverstoß, meist in Form eines Handspieles oder eines Fouls, bezeichnet. Dieses Vergehen wird immer – unabhängig von der Härte des Foulspiels – mit einem Feldverweis auf Dauer (einer Roten Karte) bestraft.

Es liegt im Ermessen des Schiedsrichters, zu entscheiden, ob eine offensichtliche Torchance vorlag. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist nicht ausschlaggebend, ob der foulende Spieler der „letzte Mann“ (also der der eigenen Torlinie am nächsten stehende Feldspieler oder der Torwart) ist und wo sich der Ball im Moment des Regelverstoßes befindet. Entscheidend ist allein die Einschätzung des Schiedsrichters, ob die Situation eine offensichtliche Torchance darstellt. Ballposition und die Stellung der übrigen Spieler liefern hier zwar Anhaltspunkte, sind aber für die Tatsachenentscheidung nur Hilfskriterien.

Keine Notbremse im Sinne der Regeln liegt vor, wenn, auch wenn dies ebenfalls ein Regelverstoß ist, beispielsweise ein Auswechselspieler auf das Feld läuft und den Ball mit dem Fuß daran hindert, in das Tor zu gehen. Dies ist nur mit einem indirekten Freistoß und einer Verwarnung (für das unerlaubte Betreten des Feldes) zu ahnden, außerdem ist der Vorfall im Spielbericht zu melden.

Kritik[Bearbeiten]

Umstritten ist die sogenannte „Dreichfachbestrafung“ nach einer Notbremse im Strafraum, die zu einem Elfmeter (1) – und somit meist zu einem Gegentor –, einem Platzverweis (2) und einer Sperre (3) führt.[1] Das International Football Association Board leitete auf seiner 129. Jahresversammlung am 28. Februar 2015 „Schritte zur Änderungen der Dreifachbestrafung“ ein, da diese „zu hart“ sei. Ein Antrag der UEFA, der eine gelbe statt einer roten Karte vorsah, wurde abgelehnt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel Online: Umstrittene Regel: Dreifachbestrafung bleibt vorerst bestehen, 28. Februar 2015, abgerufen am 20. März 2015.
  2. FIFA: IFAB leitet Schritte zu Änderungen der 'Dreifachbestrafung' ein, 28. Februar 2015, abgerufen am 20. März 2015.

siehe auch: Fußballregeln