Torrita di Siena

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Torrita di Siena
Wappen
Torrita di Siena (Italien)
Torrita di Siena
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Siena (SI)
Koordinaten: 43° 10′ N, 11° 46′ O43.16666666666711.766666666667325Koordinaten: 43° 10′ 0″ N, 11° 46′ 0″ O
Höhe: 325 m s.l.m.
Fläche: 58,36 km²
Einwohner: 7.353 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einw./km²
Postleitzahl: 53049
Vorwahl: 0577
ISTAT-Nummer: 052035
Volksbezeichnung: Torritesi
Schutzpatron: San Costanzo (29. Januar)[2]
Website: Torrita di Siena
Panorama von Torrita di Siena
Panorama von Torrita di Siena

Torrita di Siena ist ein Ort mit 7353 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Provinz Siena, Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Torrita in der Provinz Siena

Der Ort erstreckt sich über 58,36 km². Er liegt im westlichen Teil des Chiana-Tals (Valdichiana), zirka 40 km südöstlich von Siena und an der historischen Via Clodia am Teilstück ChiusiArezzo in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1899 GR/G[3].

Das ca. 10 km südlich gelegene Montefollonico ist ein Ortsteil von Torrita.

Die Nachbargemeinden sind Cortona (AR), Montepulciano, Pienza, Sinalunga, Trequanda.

Geschichte[Bearbeiten]

Rathaus Palazzo del Comune
Westliches Stadttor Porta a Pago
Östliches Stadttor Porta a Sole

Der Name Torrita wird das erste Mal im Codice Amiatino des Jahres 1037 erwähnt. Am 27. August 1210 unterstellte Otto IV. den Ort zusammen mit den Burgen Ripa, Fratta und Bettolle der Familie Cacciaconti.[4] Der Ort nahm 1260 an der Seite Sienas an der Schlacht bei Montaperti teil und wurde 1288 im Konflikt mit Arezzo stark beschädigt. 1322 wurde der Ort von der Republik Siena besetzt, als Torrita dem in Siena verbannten Deo Tolomei Zuflucht gab. Die Burg diente von dort an der Souveränität und der Verteidigung der Republik Siena (1125–1555) und wurde umgeben von einer Stadtmauer mit Ecktürmen und drei Stadttoren: Porta a Pago, Porta Gavina und Porta a Sole. Das vierte und größte Stadttor, Porta Nova, ist kein historisches Stadttor, da es erst 1835 eröffnet wurde, um die Verkehrsprobleme (mit den drei zu kleinen Stadttoren) zu lösen. Zudem lag der Ort an für Siena strategisch wichtigen Punkten, so zum Beispiel an der östlichen Außengrenze der Republik, angrenzend an Arezzo, Montepulciano und Perugia, die zum Teil und je nach Jahr mit dem Erzfeind Florenz alliiert waren. 1358 fand die Battaglia di Torrita statt, in der sich Siena und Perugia gegenüberstanden und von letzteren zu ihren Gunsten entschieden wurde. Bereits fünf Jahre später fand fast am gleichen Ort die Battaglia di Valdichiana statt, die diesmal für Siena unter dem Kommandanten Franco Orsini vorteilhaft aus ging. Zu diesem Anlass malte Lippo Vanni das Fresko La battaglia di Valdichiana im Palazzo Pubblico (Sala del Mappamondo) in Siena. Bereits 1383 erlebte der Ort den nächsten Krieg, bei dem Torrita von Baldovino da Panicale (Provinz Perugia) angegriffen und zerstört wurde. Die Stadtmauer wurde von den Senesen während ihres Konfliktes mit Montepulciano von Baldassare Peruzzi ausgebaut. Am Beginn des 16. Jahrhunderts ließ sich der seneser Herrscher Pandolfo Petrucci in einer Residenz nieder, wahrscheinlich um Montepulciano bzw. deren Verbündeten Florenz im Auge zu behalten. Am 8. Juni 1554 wurde Torrita von Florenz erobert und fiel somit in den Machtbereich der Medici. Somit war Siena seiner Kornkammer beraubt. Siena selbst fiel am 25. April 1555 nach mehrmonatiger Belagerung.

Montefollonico[Bearbeiten]

Hauptartikel: Montefollonico

Einziger Ortsteil von Torrita di Siena ist das ca. 10 km südliche gelegene Örtchen Montefollonico, das von dem Chiana- (nördlich) und dem Orciatal (südlich) umgeben wird. Der Ortsteil wurde vom Touring Club Italiano mit der Bandiera Arancione ausgezeichnet und liegt auf einer Anhöhe (575 m) und somit ca. 250 m höher als der Hauptort Torrita. Der Ortsname entstammt der Tätigkeit der Follatura (Walken) von Wolle.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Palio dei Somari, findet jährlich am Sonntag nach dem 19. März (oder am selbigen Tag, falls dieser ein Sonntag ist) statt (dt. etwa: Der Palio der Esel). Bei diesem Eselrennen, welches seit 1966 und in Anlehnung an den Palio di Siena durchgeführt wird, treten die 8 Contraden (Stadtteile) gegeneinander an. Daran nehmen die vier Contraden der historischen Altstadt (benannt nach den Stadttoren: Porta a Pago, Porta a Sole, Porta a Gavina und Porta Nova) und die vier sich außerhalb der historischen Stadtmauern befindlichen "neuen" Contraden teil: Stazione, Refenero, Fonti a Giano und Cavone. Die Veranstaltung findet an der Piazza Gioco del Pallone kurz außerhalb der Stadtmauern nahe der Kirche Chiesa della Madonna delle Nevi statt. Ähnlich dem Palio von Siena finden auch hier außergewöhnliche Palios zu besonderen Ereignissen statt, allerdings in häufigerer Anzahl, wie z. B. 1976, 1978, 1987, 1992, 1995, 2000 und 2006. Zudem werden sie nachts gelaufen. Im Unterschied zum seneser Palio findet der Palio dei Somari nur einmal jährlich statt und dies zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Jahres.
  • Torrita Blues Festival, findet seit 1989 jedes Jahr ca. Ende Juni statt. Es traten bisher unter anderen Künstler wie Canned Heat oder Roy Rogers auf.

Verkehr[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Chiesa della Madonna delle Nevi
  • Chiesa della Madonna dell’Olivo, 1425 entstandene Kirche. Entstand auf dem Gelände der Pieve di San Costanzo a Scanello, die aufgrund des Kirchenbaus abgerissen wurde. Der Campanile wurde 1818 hinzugefügt.
  • Chiesa della Madonna delle Nevi, 1525 erbaute und in die Stadtmauer integrierte Kirche. Hauptkünstler der Kirche war Girolamo di Benvenuto, der die Fresken Annunciazione, Padre Eterno che invia a Maria lo Spirito Santo, Santi Costanzo e Sebastiano, Santi Flora e Rocco, Assunzione della Vergine e San Tommaso apostolo che riceve la cintola, Salvatore con ai lati Patriarchi e Profeti del Vecchio Testamento, Santi Pietro e Paolo und Sante Flora e Lucilla hinterließ.
  • Chiesa delle Sante Flora e Lucilla, Kirche im Hauptplatz im Stil der Romanik. Hier befinden sich die Kunstwerke Sangue del Redentore (Donatello zugeschrieben, 1430), L’Annunciazione (1592, Francesco Vanni). Madonna col Bambino, angeli e santi (aus dem Umfeld von Sodoma), Il Presepe von Taddeo di Bartolo, Santi Andrea e Giovanni (Benvenuto di Giovanni, 1497) und Crocifissione (Michele di Matteo, 1444).
  • Chiesa del Triano, Kirche aus dem 16. Jahrhundert im Ortsteil Montefollonico, enthält das Werk Trinità e Angeli adoranti von Ventura Salimbeni.
  • Chiesa di Santa Croce, Kirche aus dem Jahr 1642, enthält das Werk Vergine Assunta adorata dai Santi Carlo Borromeo e Francesco (Il Rustichino zugeschrieben).
  • Collegiata dei Santi Martino e Costanzo, 1631 errichte und 1648 zur Stiftskirche ernannte Kirche, 1789 erweitert.
  • Palazzo Comunale, vormals Palazzo Pretorio bzw. Palazzo della Podestà, Rathaus mit Uhrturm (Torre dell’Orologio) am Hauptplatz Piazza Matteotti, zwischen 1210 und 1220 entstanden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Torrita di Siena e Montefollonico, Viti e Riccucci Edizioni, Sinalunga 1990
  • Paola Paolini, Annamaria Russo: Le mura di Montefollonico e di Torrita, B&B Editrice, Torrita di Siena 1992
  • Emanuele Repetti: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana Onlineausgabe der Universität Siena zu Torrita di Siena
  • Touring Club Italiano: Toscana, Mailand 2003, ISBN 978-88-365-2767-0, S. 750 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Webseite des Pro Loco Torrita zu San Costanzo, abgerufen am 24. September 2010 (ital.)
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 26. Januar 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  4. Offizielle Webseite der Gemeinde Torrita di Siena zur Ortsgeschichte, abgerufen am 30. November 2011 (ital.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Torrita di Siena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien