Torzym

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Torzym
POL Torzym COA.svg
Torzym (Polen)
Torzym
Torzym
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Sulęcin
Gmina: Torzym
Fläche: 9,11 km²
Geographische Lage: 52° 18′ N, 15° 5′ O52.315.083333333333Koordinaten: 52° 18′ 0″ N, 15° 5′ 0″ O
Höhe: 54 m n.p.m
Einwohner: 2597
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 66-235
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FSU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 2/A 2: BerlinWarschau
Schienenweg: PKP-Linie 3: BerlinWarschau
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 24 Ortschaften
21 Schulzenämter
Fläche: 374,87 km²
Einwohner: 6973
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0807053
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Ryszard Stanulewicz
Adresse: ul. Wojska Polskiego 32
66-235 Torzym
Webpräsenz: www.torzym.pl

Torzym [ˈtɔʒɨm] (deutsch: Sternberg in der Neumark/Sternberg (Nm.)) ist eine polnische Stadt im Powiat Sulęciński der Woiwodschaft Lebus in der Neumark mit knapp 2500 Einwohnern. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt 36 km östlich von Frankfurt (Oder) am Eilangsee (Jezioro Torzymskie) und der ihn durchfließenden Eilang (Ilanka) auf 91 m ü. N.N.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Folgende Ortsteile wies die Gemeinde bis 1945 auf: Antonienhof (Łaszewo), Blankenburg (Zagórzyn), Fuchsvorwerk, Mittelmühle (Średni Młyn), Neidenburg (Nidno), Paulinenhof, Schöneberg, Seggekavel, Silberberg, Springwald (Golesznica), Vordermühle (Górny Młyn), Wasserhof und Zillmannshof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Besiedlung des Lebuser Landes durch das Erzbistum Magdeburg in der Mitte des 13. Jahrhunderts entstand an der Kreuzung der Straßen von Crossen nach Zantoch und von Lebus über Frankfurt nach Polen eine Burg, deren Namensgeber der damalige Erzbischof von Magdeburg, Konrad II. von Sternberg gewesen sein wird. Im Jahre 1287 wurde die Gegend an die Markgrafen von Brandenburg verpfändet. Die erste schriftliche Erwähnung Sternbergs stammt jedoch erst von 1300. Seit 1313 wurde der Name der Burg auf das ganze Brandenburger Land östlich der Oder übernommen. Schon im 15. Jahrhundert gibt es keine Nachrichten mehr über die Burg Sternberg. Ihre Lage ist nicht eindeutig feststellbar; wahrscheinlich lag sie an der Eilang, etwa drei Kilometer nordwestlich der Stadt, wo der Flurname Altes Haus an eine frühere Bebauung erinnert.

Im Jahre 1375 erhielt die am Ufer des Eilangsees entstandene Siedlung Sternberg Stadtrecht. Die Markgrafen belehnten im Jahre 1450 die Herren von Winning mit Sternberg, in deren Besitz die Stadt bis 1724 verblieb. Im Ort bestanden mehrere Rittergüter, zu denen fünf Vorwerke und drei Mühlen an der Eilang gehörten. Da sich der Boden für Ackerbau nicht besonders eignete, spielte in Sternberg die Viehzucht eine größere Rolle. Insbesondere war es aber der Viehhandel, der die Stadt bekannt machte, in Sternberg wurden jährlich drei Viehmärkte abgehalten. Die günstige Verkehrslage an der Verbindungsstraße von Frankfurt nach Posen ließ in der Stadt eine Brauerei und eine Schnapsbrennerei entstehen.

Sternberg um 1900

Bereits im Jahre 1800 besaß Sternberg keinerlei Stadtbefestigungsanlagen mehr und war nur umzäunt. 1834 entstand ein Kirchenneubau im Stile von Schinkel. Mit der Einweihung der Eisenbahnverbindung zwischen Frankfurt und Posen erhielt Sternberg 1869 einen Bahnanschluss. Von 1818 bis 1873 gehörte die Stadt dem Landkreis Sternberg an, war aber zu keiner Zeit Kreissitz. Seit der Teilung des Kreises war Sternberg dem bis 1945 bestehenden Landkreis Oststernberg zugeordnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich Sternberg zu einem Naherholungszentrum. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt 1945 zu 85 % zerstört. Nach Kriegsende kam sie zu Polen. Die Einwohner wurden vertrieben und der Ort mit Polen besiedelt. Er erhielt den Namen Torzym; im gleichen Jahr verlor er seine Stadtrechte.

Seit 1994 ist Torzym wieder eine Stadt. Neben der Land- und Forstwirtschaft spielt in Torzym die Naherholung wieder eine große Rolle. In der Stadt sind ein Industriebetrieb der Elektrotechnik und ein Baustoffwerk ansässig. Weiterhin gibt es eine Klinik zur Heilung von Tbc-Erkrankungen.

Wildenhagen (Lubin)

Im früheren Ortsteil Wildenhagen kam am 31. Januar 1945 angesichts der vorrückenden Roten Armee zu einem Massenselbstmord, mehr als ein Viertel der etwa 300 Bewohner des Ortes ging in den Tod. Darüber wird als Die Nacht von Wildenhagen berichtet.[3][4]

Einwohnerentwicklung:

  • 1801: 754
  • 1885: 1568
  • 1900: 1636
  • 1925: 2112
  • 1933: 1936
  • 1939: 2158

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Torzym umfasst ein Gebiet von 375 km² mit 7080 Einwohnern.

Zur Gmina Torzym gehören folgende Orte mit Schulzenamt:

  • Bargów (Bergen), Bielice (Beelitz), Bobrówko (Biberteich), Boczów (Bottschow), Dębrznica (Döbbernitz), Drzewce (Leichholz), Drzewce Kolonia (Kolonie Leichholz), Garbicz (Görbitsch), mit den Vorwerken Szarlatka (Charlottenfeld) und Augustynów (Augustenhof), Grabów (Grabow), Gądków Mały (Klein Gandern), Gądków Wielki (Groß Gandern), Koryta (Koritten), Kownaty (Kemnath), Lubin (Wildenhagen), Lubów (Laubow), Mierczany (Hildesheim), Pniów (Pinnow), Prześlice (Schönwalde), Tarnawa Rzepińska (Tornow), Torzym (Sternberg), Walewice (Wallwitz), Wystok (Klauswalde),

Weitere Ortschaften sind Jelenie Pole, Rojek und Rożnówka.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 3. Juli 2014.
  2. Vgl. http://gov.genealogy.net/index.jsp
  3. Die Nacht von Wildenhagen. Dokumentation, Deutschland 2005, WDR, 16:9, 52 Min. Regie: Carmen Eckhardt online-Rezension
  4. Wlodzimierz Nowak: Die Nacht von Wildenhagen - Zwölf deutsch-polnische Schicksale. Aus dem Polnischen von Joanna Manc, Eichborn, 2009, ISBN 978-3-8218-5829-6. (online-Rezension).