Toshio Suzuki

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Dieser Artikel behandelt den Filmproduzenten Toshio Suzuki. Für Informationen über den gleichnamigen Rennfahrer siehe Toshio Suzuki (Rennfahrer).

Toshio Suzuki (jap. 鈴木敏夫, Suzuki Toshio; * 19. August 1948 in Nagoya, Aichi, Japan) ist ein ehemaliger Filmproduzent und seit 2014 Vorsitzender des japanischen Anime-Studios Ghibli.[1] Dieses Amt übte er bereits von 2005 bis 2008 aus.[2] Zahlreiche Erfolge in Japan machten ihn zu einem der erfolgreichsten Produzenten Japans. 2003 gewann er zusammen mit Regisseur Hayao Miyazaki für den Film Chihiros Reise ins Zauberland den Oscar; die Filme Das wandelnde Schloss (2004) und Wie der Wind sich hebt (2003) waren für den Oscar nominiert. 2014 wurde er von dem Magazin Gentlemen’s Quarterly als Men of the Year ausgezeichnet.[3]

Laut Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki gäbe es Studio Ghibli ohne Suzuki in seiner heutigen Form nicht.[4]

Biografie[Bearbeiten]

Toshio Suzuki wurde 1948 in Nagoya geboren. 1967 schloss er sein Literaturstudium an der Keiō-Universität ab. Kurz darauf schloss er sich dem Verlag Tokuma Shoten an. 1973 wurde er Redakteur der Zeitschrift Comic & Comic. Er arbeitete dort mit vielen Filmproduzenten wie beispielsweise Osamu Tezuka oder Shōtarō Ishinomori zusammen.

Nachdem Suzuki 1978 Redakteur der Anime-Zeitschrift Animage wurde, bat er Isao Takahata und Hayao Miyazaki, einen Artikel über deren Film Taiyō no Ōji: Horusu no Daibōken schreiben zu dürfen. Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt. Nach der Veröffentlichung von Miyazakis Das Schloss des Cagliostro begegneten er und Suzuki sich wieder, als Suzuki wiederum darum bat, einen Artikel über den Film schreiben zu dürfen. Dieses Mal endete das Treffen in einer lang anhaltenden partnerschaftlichen Beziehung. Der Artikel Hayao Miyazakis Welt der Romantik und Abenteuer (jap. 宮崎駿 冒険とロマンの世界 Miyazaki Hayao bōken to roman no sekai) erschien schließlich 1981 in der August-Ausgabe der Animage. Suzuki gab später an, dass hier "alles angefangen" habe. Er gehörte zu denen, die die Veröffentlichung von Miyazakis Manga Nausicaä aus dem Tal der Winde ermöglichten. Suzuki machte außerdem eine Verfilmung möglich. Diese wurde am 11. März 1984 veröffentlicht.

Im Juni 1985 gründete Suzuki zusammen mit Takahata und Miyazaki das Studio Ghibli. Er arbeitete für Tokuma Shoten im Produktionskomitee der Filme Das Schloss im Himmel (1986), Mein Nachbar Totoro (1988) und Die letzten Glühwürmchen (1988). Zudem war Suzuki mitwirkender Produzent bei Kikis kleiner Lieferservice (1989) und trat dem Studio Ghibli offiziell 1989 als Produzent bei, nachdem er zuvor bei Tokuma Shoten gekündigt hatte.

Er war daraufhin Produzent der Filme Tränen der Erinnerung (1991) und Porco Rosso (1992) von Takahata und Miyazaki. 1993 war er für Flüstern des Meeres von Tomomi Mochizuki zuständig. Im folgenden Jahr arbeitete er als Produzent für Takahatas Film Pom Poko und 1995 für Yoshifumi Kondōs Film Stimme des Herzens und Miyazakis Kurzfilm On Your Mark. Im selben Jahr wurde Suzuki zudem zum Produzenten des nächsten geplanten Kinofilms des Studio Ghibli ernannt, welcher 1997 unter dem Namen Prinzessin Mononoke in die Kinos kam. Im Jahr 1999 fungierte Suzuki als Produzent von Takahatas Film Meine Nachbarn die Yamadas.

Im Jahr 2000 wurde der Film Shiki-Jutsu von Regisseur Hideaki Anno veröffentlicht, der von Toshio Suzuki produziert wurde. Im darauffolgenden Jahr feierte Miyazakis Chihiros Reise ins Zauberland Premiere. 2002 wurde Das Königreich der Katzen von Regisseur Hiroyuki Morita und Ghiblies: Episode 2 von Yoshiyuki Momose veröffentlicht. 2003 gewann Toshio Suzuki zusammen mit Hayao Miyazaki den Oscar für den besten animierten Spielfilm für Chihiros Reise ins Zauberland. Suzuki war auch Produzent des 2004 erschienenen Films Ghost in the Shell 2 – Innocence von Mamoru Oshii. Miyazakis Das wandelnde Schloss wurde ebenfalls 2004 veröffentlicht und für den Oscar nominiert.

Im März 2004 wurde Suzuki zum Vorsitzenden des Studio Ghibli ernannt, von diesem Posten trat er jedoch 2008 zurück. 2014 wurde erneut ein von ihm produzierter Film für den Oscar nominiert, Miyazakis 2013 veröffentlichter Film Wie der Wind sich hebt. Hiromasa Yonebayashis Omoide no Marnie (2014) wurde schließlich Suzukis letzter Film, im März 2014 trat er als Produzent zurück und wurde erneut Vorsitzender.

Filmografie[Bearbeiten]

Als Produzent[Bearbeiten]

Mitwirkender Produzent[Bearbeiten]

Produktionskomitee[Bearbeiten]

Sprechrollen[Bearbeiten]

  • Whisper of the Heart, 1995 - als Freund von Shirō Nishi
  • Prinzessin Mononoke, 1997
  • Killers: .50 Woman, 2003 - als gemeiner Produzent
  • Tachiguishi-Retsuden, 2006 - als Hiyashi Tanuki no Masa (Cold Badger Masa)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Nausicaa.net (ausführliche englische Quellen über Studio Ghiblis Film- und Animeproduktionen)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ghibli Co-Founder Toshio Suzuki Retires as Producer
  2. AnimeNewsNetwork: Ghibli Head Suzuki Steps Down, Remains as Producer (1. Februar 2008)
  3. GQ MEN OF THE YEAR 2014 Producer Toshio Suzuki
  4. Zitat von Nausicaa.net: „If it were not for Mr. Suzuki, there wouldn't have been Studio Ghibli“