Total Recall (2012)

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Filmdaten
Deutscher Titel Total Recall
Originaltitel Total Recall
Total-Recall-Logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten, Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge Kinofassung: 118
Director’s Cut: 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Director’s Cut ab 16
JMK 14[2]
Stab
Regie Len Wiseman
Drehbuch Kurt Wimmer
Mark Bomback
Produktion Neal H. Moritz,
Toby Jaffe
Musik Harry Gregson-Williams
Kamera Paul Cameron
Schnitt Christian Wagner
Besetzung

Total Recall ist ein US-amerikanischer Spielfilm, der am 2. August 2012 erstmals in verschiedenen Staaten in den Kinos zu sehen war. Im Produktionsland erschien der Film am 3. August 2012, in Deutschland am 23. August 2012. Der Science-Fiction-Film basiert auf der Kurzgeschichte Erinnerungen en gros von Philip K. Dick und ist eine Neuverfilmung des 1990 erschienenen Films Die totale Erinnerung – Total Recall. In der Hauptrolle des Douglas Quaid ist Colin Farrell zu sehen. Regie führte Len Wiseman.

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 2084, nach einem mit Chemiewaffen geführten Weltkrieg, sind nur noch Großbritannien als United Federation of Britain (UFB) und Australien übrig, das nur als „die Kolonie“ bezeichnet wird und weitgehend von Britannien beherrscht und diskriminiert wird. Der Rest der Erde ist verseucht. Zahlreiche Einwohner der Kolonie pendeln täglich mit einem „the Fall“ genannten Hochgeschwindigkeitstransporter, der in einem Schacht quer durch das Erdinnere zwischen den beiden Antipoden verkehrt, um meist niedere Arbeiten in den Fabriken Britanniens zu verrichten. Beide Gebiete sind überbevölkert, bewohnbare Flächen sind extrem kostbar und knapp.

In der Kolonie lebt der verheiratete Fabrikarbeiter Douglas Quaid ein deprimierendes Leben als Pendler nach Britannien. Seine Frau arbeitet bei den Sicherheitskräften und hat aufgrund vermehrter Terroranschläge einer Widerstandsbewegung aus der Kolonie an vielen Noteinsätzen teilgenommen.

Fasziniert von der Idee, seine Träume wie echte Erinnerungen werden zu lassen, will Douglas via eines „Gedankenausfluges“ von der Firma REKALL mehr Lebensfreude gewinnen. Die Firma pflanzt ihren Kunden angenehme, jedoch falsche Erinnerungen ins Gehirn, die aber von echten Erinnerungen nicht zu unterscheiden sind. REKALL-Mitarbeiter McClane macht Douglas einige Vorschläge für falsche Erinnerungen an ein besseres Leben und Douglas entscheidet sich für ein spannendes Leben als Geheimagent. Da die falschen Erinnerungen sich nicht mit eventuellen realen Erinnerungen überschneiden dürfen, wird Douglas auf seine realen Erinnerungen getestet und es stellt sich heraus, dass er tatsächlich ein Spion war, woran er sich selbst aber nicht bewusst erinnern kann.

McClane und seine Mitarbeiter werden sofort von anrückenden Sicherheitskräften erschossen, Douglas, der festgenommen werden soll, tötet die Sicherheitskräfte instinktiv und entkommt. Er versteht noch nicht, woher er seine plötzlichen Nahkampffähigkeiten hat.

Er kehrt nach Hause zu seiner Frau Lori zurück und erzählt ihr von dem Vorfall. Sie versucht ihm einzureden, dass seine Erinnerung an den Vorfall eine von REKALL erzeugte künstliche Erinnerung sei und tut so, als wolle sie ihn trösten. Als sie ihn umarmt, will sie ihn jedoch ersticken. Es kommt zu einem Kampf, in dem Douglas Lori stellt und ihr die Information erzwingt, dass sie nicht seine Frau, sondern eine Undercover-Agentin Britanniens ist und ihn seit sechs Wochen beschattet. Die Erinnerungen an sieben Jahre Ehe mit ihr waren Douglas künstlich eingepflanzt worden. Douglas war kein einfacher Arbeiter, sondern ein bedeutender Agent der Widerstandsbewegung und wurde gefangen genommen. Dabei wurde sein Gedächtnis weitgehend gelöscht und ihm eine neue Identität eingepflanzt.

Douglas flieht und Hammond, der sich als früherer Mitstreiter Douglas’ aus dem Widerstand vorstellt, kontaktiert ihn via eines in Douglas’ Hand eingepflanzten Mobiltelefons. Douglas schneidet sich das Telefon auf Anraten Hammonds aus der Hand, um nicht ortbar zu sein und geht Hammonds Hinweis nach, in einem Schließfach nach etwas Wichtigem zu suchen. Es ist eine aufgezeichnete Nachricht von seinem früheren Selbst, die ihn in eine luxuriöse Wohnung in Britannien führt. Auf dem Weg dorthin trifft Douglas auf Melina, eine Frau, die ihm schon in Träumen, die in Wirklichkeit echte Erinnerungen sind, begegnet war. Melina wird bei einer Verfolgungsjagd verletzt, erholt sich aber bald wieder. In der Wohnung kommt Douglas durch Spielen auf einem Klavier an eine weitere Nachricht, die in einer Taste des Klaviers elektronisch gespeichert ist. Sein früheres Selbst teilt ihm mit, dass er früher Carl Hauser war, ein hochqualifizierter Agent, der für den skrupellosen britischen Kanzler Vilos Cohaagen arbeitete, bei einem Einsatz in der Kolonie jedoch aus Liebe zu Melina die Seiten wechselte, von Britanniens Sicherheitskräften jedoch gefangen genommen wurde und eine neue Identität inklusive Erinnerungen eingepflanzt bekam. Melina und Hauser waren bei einer Verfolgungsjagd getrennt worden. Cohaagen plant laut der Aufzeichnung mit seiner Polizei-Roboter-Armee die Kolonie anzugreifen und ihre Bewohner zu töten, um Platz für die Einwohner des überbevölkerten Britanniens zu schaffen.

Um aufrüsten zu können und schließlich die Invasion zu rechtfertigen, ließ Cohaagen selbst die Terroranschläge verüben, um sie den Widerstandsgruppen aus der Kolonie anlasten zu können. Hauser soll jedoch einen Code gesehen haben, der die Roboter-Truppen Cohaagens stoppen konnte. Der Code ist immer noch in Douglas’ Kopf und kann mithilfe des Rebellen-Führers Matthias wieder abgerufen werden.

Als die beiden in der Wohnung von Sicherheitskräften gestellt werden, versucht ein ehemaliger Arbeitskollege Douglas zu überzeugen, dass er sich immer noch in einer künstlichen Realität von REKALL befinde und der einzige Weg daraus zu entkommen sein könne, Melina zu töten. Douglas ist beinahe überzeugt, bis er eine Träne in Melinas Auge sieht: Dies ist für ihn entscheidend, letztlich die Situation als real anzunehmen und den Arbeitskollegen zu töten. Lori hat die Situation beobachtet: Während sie anfänglich noch als vorgebliche Ehefrau trösten lässt, ergreift sie nach dem Tod des Kollegen eine Waffe und verfolgt Quaid weiter.

Douglas und Melina reisen in das Hauptquartier des Widerstands und Matthias versucht den Code zugänglich zu machen. Es stellt sich aber heraus, dass der Zugriffsversuch auf Douglas’ Erinnerung nur ein Trick von Britanniens Agenten war, die Widerstandszentrale ausfindig zu machen. Cohaagen und seine Truppen rücken an, töten Matthias und nehmen Douglas und Melina gefangen. Cohaagen plant Douglas Erinnerungen erneut umzuprogrammieren und ihn wieder zu dem alten, loyalen Agenten Hauser zu machen. Als diese Prozedur beginnen soll, kann Douglas mit Hilfe von Hammond entkommen, der jedoch bei der Befreiung umkommt. Douglas setzt Zeitzünderbomben in den Transportschacht, durch den die britannischen Truppen verladen werden. Er rettet Melina und es kommt zu dramatischen Finalkämpfen der beiden mit Cohaagen und seinen Truppen am Ausgangspunkt des Schachts in der Kolonie, in denen Cohaagen umkommt und der Schacht zerstört und die Invasion somit verhindert wird.

Douglas wird verletzt und wacht in einem Krankenwagen auf. Er wird von Melina begrüßt, erkennt aber, dass sie die Narbe an der Hand nicht hat, die beide von einer Schussverletzung eines früheren Fluchtversuchs von Douglas haben. Er erkennt, dass sie in Wirklichkeit Lori ist und tötet sie. Die echte Melina erscheint und die beiden sind wieder vereint. Die eigenen Truppen der Kolonie haben das Land unter Kontrolle, die Kolonie ist frei und Nachrichtensender berichten mit pathetischem Ton, dass nun ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte beginne. In der letzten Einstellung schaut Hauser auf den REKALL-Werbespot an einer Werbewand und küsst Melina. In der extended Version schaut er am Ende auf seine eigene Armbeuge und merkt, dass dort die Tätowierung fehlt, die REKALL zu Beginn seiner Implantation aufbrachte. Es bleibt somit unklar, ob Douglas nur eine eingepflanzte Erinnerung als Agent erlebt, oder tatsächlich alles wahr ist.

Produktion[Bearbeiten]

Der Film hatte ein Budget von 125 Millionen US-Dollar[3] (endgültige Kosten 138 Millionen) und wird von Columbia Pictures vermarktet. Gedreht wurde vom 16. Mai 2011 bis zum 20. September 2011 in Toronto und Guelph.[4][5]

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend schlechte Kritiken und erreichte bei Rotten Tomatoes einen Metascore von lediglich 30 %, basierend auf 209 Kritiken.[6] Der Kritikerkonsens lautete:

„Während er einige beeindruckende Action-Sequenzen bietet, fehlt Total Recall die verzwickte Handlung, der ironische Humor und die ausgearbeiteten Figuren, die das Original zum Sci-Fi-Klassiker machten.“

Rotten Tomatoes[6]

Auch das Lexikon des Internationalen Films beurteilte den Film eher negativ:

„Der Science-Fiction-Film nach einer Erzählung von Philip K. Dick ersetzt Verhoevens trashigen Look und den bösen Humor durch einen düster-futuristischen Look im Stil von Genreklassikern wie ‚Blade Runner‘. Allerdings kann sich die Psychothriller-Komponente des Stoffs angesichts eines pausenlosen Action-Marathons, der an die Level-Dramaturgie von Computerspielen erinnert, kaum entfalten.“[7]

Roger Ebert bezeichnete den Film als „well-crafted, high energy sci-fi“. Er sei jedoch durch den Film nicht so emotional berührt worden wie durch das Original; letztlich sei die Neuverfilmung überflüssig.[8]

Andreas Borcholte bezeichnet den Film als so „geistlos, dass man sich sogar nach Schauspielniete Schwarzenegger aus dem Original sehnt.“ Farrell und die anderen Schauspieler erscheinen „eindimensional“.[9]

Einspielergebnis[Bearbeiten]

Der Film setzte in den Vereinigten Staaten am Startwochenende rund 25,5 Millionen US-Dollar um.[10] Weltweit spielte der Film Stand November 2012 etwa 196 Millionen US-Dollar ein.[10]

Anmerkungen[Bearbeiten]

Kate Beckinsale und Bill Nighy standen bereits für Underworld, Underworld: Evolution und Underworld – Aufstand der Lykaner gemeinsam vor der Kamera. Kate Beckinsale und Regisseur Len Wiseman lernten sich bei Underworld kennen, verließen ihre jeweiligen Partner und heirateten.

Die dreibrüstige Prostituierte ist eine Hommage an die ursprüngliche Verfilmung, wo sie als Mutantin auf dem Mars Hauser begegnet.

Die Szene, in der Douglas Quaid elektronisch verkleidet nach Britannien einreist und dabei im Scanner auffliegt, enthält ebenfalls eine kleine Hommage an den ursprünglichen Film Die totale Erinnerung – Total Recall von 1990. Die Frau in gelber Jacke, die vor Douglas einreist, sieht dem bei der Ankunft auf dem Mars ebenfalls als Frau verkleideten Quaid des anderen Films zum Verwechseln ähnlich. Sie antwortet wie im Original auf die Frage nach ihrer geplanten Aufenthaltszeit mit „zwei Wochen“.[11]

In beiden Filmversionen wird von Cohaagens Leuten der Versuch unternommen, Douglas davon zu überzeugen, dass er sich noch immer in einer von REKALL künstlich erzeugten Realität befindet. In beiden Versionen ist es ein Tropfen, der Douglas die Wahrheit erkennen lässt. In der Originalversion handelt es sich um einen Schweißtropfen auf der Stirn eines REKALL-Mitarbeiters; in der Neuverfilmung ist es eine Träne im Auge von Melina. In beiden Versionen wird Douglas auf einem Stuhl festgeschnallt, um ihm sein altes Hauser-Ego zurückzugeben. Im Original entzieht er sich der Prozedur durch reine Muskelkraft, in der Neuverfilmung bekommt er Hilfe von Hammond, der in den Reihen Cohaagens für den Widerstand arbeitet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei der Verleihung der Goldenen Himbeere 2013 war Jessica Biel in der Kategorie Schlechteste Nebendarstellerin nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. vgl. hollywoodreporter.com
  4. vgl. omdc.on.ca
  5. vgl. hollywoodreporter.com
  6. a b Sammlung von Kritiken zu Total Recall bei Rotten Tomatoes (englisch)Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Verschiedene Kenner in Wikipedia und Wikidata
  7. Total Recall im Lexikon des Internationalen Films
  8. Filmkritik von Roger Ebert, abgerufen am 7. August 2012.
  9. Andreas Borcholte: Ach, vergiss es! Spiegel Online, 21. August 2012, abgerufen am 21. August 2012.
  10. a b Box Office Mojo, abgerufen am 23. November 2012.
  11. Total Recall: Clip mit Hommage an das Original. 5. September 2012, abgerufen am 5. September 2012.