Total War

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Dieser Artikel behandelt eine Computerspielserie. Für die gleichnamige Band siehe War (Metal-Band), für deren EP Total War (EP).
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Entwickler The Creative Assembly
Publisher Electronic Arts (2000–2001)
Activision (2002–2004)
Sega (seit 2005)
Erster Titel Shogun: Total War (2000)
Letzter Titel Total War: Rome 2 (2013)
Plattform(en) Windows, Mac OS (teilweise)
Genre(s) Strategiespiel

Total War (englisch ‚Totaler Krieg‘) ist eine Reihe von Computerspielen, welche rundenbasierte Globalstrategie mit echtzeitbasierten Taktikschlachten verbindet. In bislang jedem Spiel der Reihe regiert man einen historischen Staat, wie das Römische Imperium, das heilige römische Reich deutscher Nation oder das napoleonische Frankreich. Die Reihe wurde vom britischen Spieleentwickler Creative Assembly entwickelt.

Besonderes Merkmal ist dabei die Aufteilung des Spiels in einen Strategieteil mit einem komplexen System zur Verwaltung von Provinzen und einen Taktikteil, in dem die einzelnen Schlachten ausgefochten werden.

Es existieren momentan acht Spiele in dieser Reihe zuzüglich Add-ons. Das Spielprinzip wurde in allen acht Teilen erhalten und auf andere Erdteile sowie Epochen übertragen. Die Neuerungen waren hauptsächlich technischer Natur (z. B. Grafik), wobei ab dem dritten Teil der Reihe (Rome: Total War) der Diplomatie im Vergleich zu den Vorgängern deutlich mehr Bedeutung beigemessen wurde.

Im vierten Teil der Serie (Medieval 2: Total War), der am 10. November 2006 erschienen ist, wurde der Diplomatiemodus, der im Vorgänger schon ausgeweitet wurde, nochmals komplexer gestaltet.

Im fünften Teil (Empire: Total War), der am 3. März 2009 erschien, gibt es zum ersten Mal die Möglichkeit Seeschlachten auszutragen, außerdem kann man zum ersten Mal Mittel- und Nordamerika, Europa, Naher Osten, Nordafrika und Indien in einem einzigen Total-War-Spiel spielen.

Nachdem der sechste Teil der Reihe Napoleons Feldzüge thematisierte, geht es im siebten Teil wieder nach Japan. Total War: Shogun 2 wurde am 2. Juni 2010 angekündigt und am 15. März 2011 veröffentlicht, nach zahlreichen zusätzlichen herunterladbaren Spielinhalten ist am 23. März 2012 das Add-on Total War: Shogun 2 - Fall of the Samurai erschienen, welches das Originalspiel Shogun 2 zum Spielen nicht benötigt. Am 3. September 2013 wurde Total War: Rome II veröffentlicht.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Das Hauptspiel ist der aus Globalstrategiespielen bekannte Endlosmodus. Bei dieser Kampagne werden Strategie- und Taktikpart so kombiniert, dass die vom Spieler erzielten Ergebnisse in einem Part die Situation im jeweils anderen beeinflussen. Ziel ist es dabei, die dem Spieler gehörende Fraktion unter den gegebenen Ausgangsbedingungen zum Sieg zu führen. Dieser kann in allen Spielen durch Dominanz auf der Strategiekarte erlangt werden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einzelne Schlachten separat im Taktikpart auszutragen. Dies können entweder nachspielbare, historische Schlachten oder vom Spieler selbsterstellte Szenarien sein. Die Mehrspieleroption ist in den ersten fünf Teilen der Reihe auf den separaten Taktikpart beschränkt (Ausnahme: Erweiterung Medieval 2: Total War: Kingdoms). Ab dem sechsten Teil Napoleon: Total War ist es jedoch auch möglich, im Mehrspielermodus auf der Strategiekarte zu spielen.

Strategie-Teil[Bearbeiten]

Auf einer Übersichtskarte werden Provinzen verwaltet, Befehle an Truppen gegeben, sowie strategische Einheiten genutzt (unter anderem zum Betreiben von Diplomatie).

Seit Rome: Total War ist die Übersichtskarte ebenfalls dreidimensional dargestellt. Zusätzlich verwarfen die Entwickler das Risiko-Prinzip, bei dem sich die Einheiten in einer Runde genau eine Provinz weiterbewegen, egal wie groß die Provinz ist. Bei der Einheitenbewegung setzten sie nun auf ein Civilization ähnliches Prinzip, bei dem die Karte in kleine Quadrate unterteilt ist und jede Armee nach Zusammensetzung Bewegungspunkte zur Verfügung hat, die beispielsweise durch verschlechterte Bodenbedingungen oder schlechter Wetterlage einen Bewegungsmalus erhalten.

Die Übersichtskarte orientiert sich am Szenario, welches bei jedem Teil der Reihe verschieden ist. Auf der Karte werden Land- und (in den ersten beiden Spielen) Seebereiche des Szenarios in Provinzen bzw. Gebiete unterteilt. In jeder dieser Provinzen befindet sich eine Stadt, deren Werte diese Provinz repräsentieren. Es werden nur die jeweiligen Provinzstädte vom Spieler verwaltet. In diesen lassen sich dann einerseits Gebäude und Anlagen bauen, um die Werte der Stadt zu verbessern, und andererseits Truppen und strategische Einheiten ausheben.

Mit strategischen Einheiten kann Diplomatie betrieben werden (Diplomaten), spioniert werden (Spione) sowie gegnerische Persönlichkeiten (Generäle) oder strategische Einheiten ausgeschaltet werden (Attentäter). Es stehen noch weitere Einheiten und Funktionen zur Verfügung, die sich jedoch in den einzelnen Teilen der Reihe unterscheiden.

Die Truppen können zur Kriegführung eingesetzt werden, indem sie auf der Strategiekarte bewegt werden. Sie lassen sich zu Armeen gruppieren, um dem Spieler die Organisation zu erleichtern. Sobald eine Armee mit einer feindlichen Armee zusammentrifft, lässt sich wählen, ob der Feind bekämpft, oder die eigenen Truppen zurückgezogen werden sollen. Der Kampf lässt sich dann entweder automatisch berechnen oder vom Spieler auf einer dreidimensionalen Karte austragen (siehe Taktikpart). Dabei entspricht die Situation im Taktikpart der des Strategieparts (Truppenanzahl und -typen, Gelände, klimatische Verhältnisse).

Taktik-Teil[Bearbeiten]

In einer dreidimensionalen Umgebung werden Schlachten zwischen zwei oder mehr Fraktionen ausgetragen. Jede Fraktion führt dabei Einheiten ins Feld, die jeweils aus 12 bis 240 Soldaten bestehen. Die Anzahl der Einheiten pro Armee ist auf 16 bzw. 20 (Rome: Total War, Medieval 2: Total War, Empire: Total War) begrenzt, so dass eine Armee aus bis zu 4800 Soldaten bestehen kann. Die Besonderheit der Total-War-Reihe besteht darin, dass jeder einzelne Soldat dargestellt und berechnet wird, so dass sich Schlachten ergeben können, in denen bis zu 38400 Soldaten und einem General pro Armee inklusive des zu diesem Szenario passenden Kriegsgeräts (Pferde, Kriegselefanten, Ballisten, Katapulte usw.) teilnehmen.

Die Uniformen und Waffen der Soldaten entsprechen meist denen ihrer historischen Vorbilder, wobei der Realismus im Laufe der Serie steigt.

Diesen Einheiten können dann Befehle erteilt werden. Dies schließt Bewegungs- und Angriffsbefehle ebenso ein, wie Formations- und Verhaltensanweisungen. Letztere können sich dabei sowohl auf die direkte Kampfkraft, als auch auf die Moral der Einheiten auswirken, welche ein wichtiger Faktor dieser Taktikschlachten ist.

Der Gegner ist besiegt, wenn sich entweder keine gegnerischen Truppen mehr auf der Taktikkarte befinden oder wenn alle noch darauf befindlichen Truppen fliehen. Auch kann man eine Schlacht durch Ablaufen des Zeitkontingents gewinnen, welches zuvor in den Einstellungen gesetzt werden kann. Des Weiteren gibt es viele andere Möglichkeiten die Schlacht zu gewinnen.

Spiele[Bearbeiten]

Die Total-War-Serie besteht aus acht Spielen nebst diverser Add-ons und Downloaderweiterungen:

Daneben gibt es zwei Ableger, die thematischen Bezug zur Reihe besitzen, vom übergreifenden Spielprinzip jedoch abweichen:

Total War: Anthology[Bearbeiten]

Mit Total War: Anthology erschien am 27. November 2009 eine Spielesammlung der Total-War-Reihe, die neben den Goldeditionen von Shogun: Total War, Medieval: Total War, Rome: Total War und Medieval II: Total War auch Empire: Total War inklusive der Spielerweiterung Special Forces Units enthält.

Weblinks[Bearbeiten]