Totenkopfstraße

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Totenkopfstraße
2013 Pfälzerwald 031 Hüttenhohl.JPG
Einmündung der Kalmithöhenstraße (hinten) in die Totenkopfstraße am Gebirgspass Hüttenhohl
Länge: ca. 13,6 km[1]
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreise: Südliche Weinstraße,
Bad Dürkheim
Gebirge: Pfälzerwald
Verlaufsrichtung: Südost–Nordwest
Beginn:
Gebirgspass:
Ende:
St. Martin (49.299758.1106666666667; 210 m),
Totenkopf (49.3217222222228.0491111111111Koordinaten: 49° 19′ 18″ N, 8° 2′ 57″ O; 513,7 m),
Breitenstein (49.3451111111118.0018333333333; 195 m)[1]
Totenkopf-straße (Rheinland-Pfalz)
Totenkopf-straße
Totenkopf-straße

Die Totenkopfstraße ist eine 13,6 km[1] lange Passstraße im Pfälzerwald in den rheinland-pfälzischen Landkreisen Südliche Weinstraße und Bad Dürkheim. Als Teil der Landesstraße 514 verläuft sie von St. Martin durch die Haardt, einen Gebirgszug am Ostrand des Pfälzerwaldes, nach Nordwesten in den Mittleren Pfälzerwald bis nach Breitenstein. Auf dem Bergsattel Totenkopf, nach dem die Straße benannt wurde, erreicht sie mit 513,7 m ü. NHN[1] ihre höchste Stelle. Dort steht die Totenkopfhütte.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Totenkopfstraße verläuft als Passstraße von der Ortsgemeinde St. Martin am Westrand der Oberrheinischen Tiefebene in vorwiegend nordwestlicher Richtung durch den Pfälzerwald. Sie beginnt wenige Hundert Meter östlich von St. Martin auf 210 m[1] Höhe am Abzweig der Maikammerstraße von der L 514. Nach Durchqueren der Ortschaft führt sie oberhalb des Speyerbachzuflusses Kropsbach und dessen Kleinzuflusses Hüttenbach aufwärts in den Gebirgszug Haardt. Dort überquert sie zwischen der Kalmit (östlich, 672,6 m) und dem Schafkopf (westlich, 616,8 m) den Gebirgspass Hüttenhohl (476,9 m); an dieser Stelle zweigt die Kalmithöhenstraße (Landesstraße 515) nach Osten ab. Rund 1,5 Straßenkilometer weiter nordwestlich erreicht die Totenkopfstraße im Mittleren Pfälzerwald nach etwa halber Strecke nordnordwestlich des Rotsohlbergs (607,1 m) und südwestlich der Oberscheid (582,3 m) den Bergsattel Totenkopf (513,7 m) mit der Totenkopfhütte. Danach führt die Straße zum Tal des Argenbachs und an diesem Gewässer abwärts. Nahe dessen Mündungsbereichs in den Speyerbach und kurz nachdem sie den Weiler Breitenstein durchquert hat, endet sie auf etwa 195 m[1] Höhe mit der Einmündung in die L 499 (Elmstein–Breitenstein–Frankeneck).

Parkplätze[Bearbeiten]

Die Totenkopfstraße ist eine beliebte Ausflugsroute. Wandererparkplätze gibt es unter anderem bei der Totenkopfhütte, am Gebirgspass Hüttenhohl und am Wetzbrunnen.

Sehenswürdigkeiten und Kulturelles[Bearbeiten]

Die Totenkopfhütte auf dem Bergsattel Totenkopf an der Totenkopfstraße

Totenkopfhütte[Bearbeiten]

Die auf dem Bergsattel Totenkopf stehende Totenkopfhütte ist eine bewirtschaftete Schutzhütte des Pfälzerwald-Vereins, der sie 1966 übernommen hat. Sie ist Teil eines gemauerten Gebäudeensembles, das aus einem zweistöckigen Haupthaus mit zwei eineinhalbstöckigen Erweiterungsbauten besteht.

Ortskern von St. Martin[Bearbeiten]

Der mittelalterliche Ortskern von St. Martin nahe dem südöstlichen Anfang der Totenkopfstraße ist als Denkmalzone eingestuft. Auf den Patron der überwiegend spätgotischen Kirche geht der Name des Dorfes zurück.

Beweidungsprojekt Sandwiesenweiher[Bearbeiten]

Heckrindbulle

Ein paar Hundert Meter nordwestlich oberhalb des Wetzbrunnens und südwestlich unterhalb des Gebirgspasses Hüttenhohl wurde ein etwa 41 Hektar[2] großes Wald- und Wiesengebiet zur Nutzung als Beweidungsprojekt Sandwiesenweiher[2] eingefriedet. Wenige Meter östlich liegt die bewirtschaftete Grillhütte St. Martin mit dem Parkplatz St. Martiner Tal. In dem eingezäunten Gelände wurde im Frühjahr 2011 eine zunächst achtköpfige Herde von Heckrindern angesiedelt.[3] Die Beweidung durch diese Rinder, die dem 1627 ausgestorbenen Auerochsen nachgezüchtet sind und deren Bullen 900 kg Gewicht erreichen, soll bewirken, dass der lichte Kiefernwald seinen Charakter einer Monokultur verliert und wieder an Artenreichtum gewinnt. Nach wenigen Wochen wurden zwei Kälber geboren, so dass die Herde im Juni 2011 bereits zehn Tiere zählte.[3] 2012 bestand sie aus sieben erwachsenen Rindern und vier Jungtieren.[2] Die Herdengröße kann sich auch ändern, weil einzelne Tiere des Beweidungsprojekts zum menschlichen Verzehr geschlachtet werden. Entlang des Weidezauns und vorbei am Haus an den Fichten führt der 4,5 km[4] lange Rundwanderweg Auerochsenweg.

Burg Breitenstein[Bearbeiten]

Beim nordwestlichen Endpunkt der Totenkopfstraße steht nordwestlich oberhalb des Weilers Breitenstein die Burg Breitenstein, die um das Jahr 1246 errichtet wurde und nach ihrer starken Beschädigung 1470/71 durch Kurfürst Friedrich den Siegreichen zur Ruine verfiel. Nach der Burg ist der Weiler benannt.

Kuckucksbähnel[Bearbeiten]

Im Weiler Breitenstein besitzt das Kuckucksbähnel, das 1984 für den Ausflugsverkehr im Elmsteiner Tal reaktiviert wurde, einen Haltepunkt. Die Museumsbahn wird von historischen Dampflokomotiven gezogen.

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1957 bis 1961 waren die Totenkopfstraße und ihre Umgebung Tummelplatz einer Bande von jungen Kriminellen, deren Anführer Bernhard Kimmel (* 1936) unter dem sich selbst beigegebenen Namen „Al Capone“ Pressekontakte suchte und entsprechende Beachtung fand. Höhepunkt der durch die sogenannte „Kimmel-Bande“ verübten 187 Straftaten (v. a. Brandstiftungen und viele Einbrüche) war in der Silvesternacht 1960/61 die Ermordung des Wirtes Karl Wertz von der ebenfalls in der Gegend gelegenen Hellerhütte. In den Stunden zuvor hatten die Täter bereits die Totenkopfhütte niedergebrannt.

In den 1970er Jahren bis Anfang der 1980er wurden auf der Totenkopfstraße Sonderprüfungen der Rallye Vorderpfalz ausgetragen.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Totenkopfstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANDIS-Karte) (Hinweise)
  2. a b c Beweidungsprojekt Sandwiesenweiher, abgerufen am 26. Februar 2015, auf maikammer-erlebnisland.de
  3. a b  Nachwuchs bei den „Auerochsen“. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Ludwigshafen, 21. Juni 2011.
  4. Maikammer-Erlebnisland/Auerochsenweg, abgerufen am 26. Februar 2015, auf outdooractive.com