Totenkopfstraße

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Totenkopfstraße
Die Totenkopfhütte.jpg
Die Totenkopfhütte an der Totenkopfstraße
Länge: etwa 16 km
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Region: Pfälzerwald
Verlaufsrichtung: Ost–West
Endpunkte: St. Martin | Breitenstein
Höhenverlauf: 250 m – 514 m – 200 m
Totenkopf-straße (Rheinland-Pfalz)
Totenkopf-straße
Totenkopf-straße

Die 16 Kilometer lange Totenkopfstraße in Rheinland-Pfalz verläuft als Landesstraße 514 von der Haardt, dem Ostrand des Pfälzerwaldes, nach Nordwesten in dessen zentraleren Teil. In ihrem höchsten Bereich überquert die Totenkopfstraße die Passhöhe zwischen der Kalmit (östlich, 673 m ü. NHN) und dem Schafkopf (westlich, 617 m). Dabei erreicht sie nördlich des Schafkopfes ihren höchsten Punkt, den Totenkopf, einen 513,7 m hohen Bergsattel, von dem sie ihren Namen erhalten hat. Dort liegt die bewirtschaftete Totenkopfhütte des Pfälzerwald-Vereins.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Totenkopfstraße führt als Ausflugsroute von der Ortsgemeinde St. Martin am Westrand der Oberrheinischen Tiefebene in vorwiegend nordwestlicher Richtung hinauf in den Pfälzerwald, überquert nach halber Strecke den Totenkopf und endet im Tal des Speyerbachs beim Weiler Breitenstein. Die Höhenlage wechselt von knapp 250 m bei St. Martin über 514 m auf dem Totenkopf bis etwa 200 m bei Breitenstein.

Totenkopf[Bearbeiten]

Ritterstein 239 an der Hüttenhohl

Der Totenkopf liegt als Bergsattel zwischen Rothsohlberg (607 m) im Süden und Oberscheid (582 m) im Norden.[1] Die Totenkopfhütte ist mittlerweile ein gemauertes Gebäudeensemble und besteht aus einem zweistöckigen Haupthaus mit zwei eineinhalbstöckigen Erweiterungsbauten; sie weist innen 180 und außen 150 Sitzplätze auf.[2]

Waldparkplätze[Bearbeiten]

Waldparkplätze gibt es u. a. bei der Totenkopfhütte, an der Hüttenhohl und am Wetzbrunnen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historischer Ortskern[Bearbeiten]

Der mittelalterliche Ortskern von St. Martin am südöstlichen Anfang der Totenkopfstraße ist als Denkmalzone eingestuft. Auf den Patron der überwiegend spätgotischen Kirche geht der Name des Dorfes zurück.

Heckrinder[Bearbeiten]

Ritterstein 443 am Wetzbrunnen
Heckrindbulle

Ein 40 Hektar großes Waldgebiet am Wetzbrunnen nahe der Grillhütte St. Martin, bei der sich der Parkplatz St. Martiner Tal der Totenkopfstraße befindet, wurde als Beweidungsprojekt Sandwiesenweiher[3] eingefriedet und im Frühjahr 2011 mit einer zunächst achtköpfigen Herde von Heckrindern besetzt.[4] Diese Wildrinder, die dem 1627 ausgestorbenen Auerochsen nachgezüchtet sind und deren Bullen 900 kg Gewicht erreichen, sollen durch Beweidung bewirken, dass der lichte Kiefernwald seinen Charakter einer Monokultur verliert und wieder an Artenreichtum gewinnt. Nach wenigen Wochen wurden zwei Kälber geboren, so dass die Herde im Juni 2011 bereits zehn Tiere zählte.[4] 2012 bestand sie aus sieben erwachsenen Rindern und vier Jungtieren.[3] Die Herdengröße kann sich ändern, weil einzelne Tiere des Beweidungsprojekts auch zum menschlichen Verzehr geschlachtet werden.[3] Entlang des Weidezauns führt ein fünf Kilometer langer Rundwanderweg, der Auerochsenweg genannt wird.[3]

Burg[Bearbeiten]

Burg Breitenstein

Beim nordwestlichen Endpunkt der Totenkopfstraße liegt die um das Jahr 1246 errichtete und 1470/71 zerstörte Burg Breitenstein.

Museumsbahn[Bearbeiten]

Im nach der Burg benannten Weiler Breitenstein besitzt die Museumsbahn Kuckucksbähnel, die 1984 für den Ausflugsverkehr reaktiviert wurde und, gezogen von historischen Dampflokomotiven, das Elmsteiner Tal befährt, einen Haltepunkt.

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1957 bis 1961 waren die Totenkopfstraße und ihre Umgebung Tummelplatz einer Bande von jungen Kriminellen, deren Anführer Bernhard Kimmel (* 1936) unter dem sich selbst beigegebenen Namen „Al Capone“ Pressekontakte suchte und entsprechende Beachtung fand. Höhepunkt der durch die sogenannte „Kimmel-Bande“ verübten 187 Straftaten (v. a. Brandstiftungen und viele Einbrüche) war in der Silvesternacht 1960/61 die Ermordung des Wirtes Karl Wertz von der ebenfalls in der Gegend gelegenen Hellerhütte. In den Stunden zuvor hatten die Täter bereits die Totenkopfhütte niedergebrannt.

In den 1970er Jahren bis Anfang der 1980er wurden auf der Totenkopfstraße Sonderprüfungen der Rallye Vorderpfalz ausgetragen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Totenkopfstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pfälzerwald-Verein, Ortsgruppe Maikammer-Alsterweiler: Umgebung. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  2. Pfälzerwald-Verein, Ortsgruppe Maikammer-Alsterweiler: Hüttengeschichte. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  3. a b c d Verbandsgemeinde Maikammer: Beweidungsprojekt Sandwiesenweiher. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  4. a b  Nachwuchs bei den „Auerochsen“. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Ludwigshafen, 21. Juni 2011.