Totmannanker

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Toter Mann (nach Feydt, "Bergung und Rettung")
Toter Mann (Schnittdarstellung) (nach Feydt, "Bergung und Rettung")

Der Totmannanker (auch "Erdanker Toter Mann") ist ein Begriff aus der Seilbahntechnik und des Heers (vor allem Pioniere) sowie des Katastrophenschutzes (Bergungsdienst/Rettungsdienst). Der Begriff „Anker“ bezeichnet in diesen Bereichen Befestigungstechnik für Seile, die unter Spannung stehen und großen Zuglasten widerstehen müssen.

So gibt es „Bodenanker“, „Felsanker“, „Baumanker“ usw. Muss nun ein Seil „verankert“ werden und steht für diese Verankerung kein geeigneter Ankerpunkt zur Verfügung, so kann man den so genannten „Totmannanker“ einsetzen. Der Totmannanker ist eine besondere Form des improvisierten Bodenankers. Dabei wird eine 2 bis 3 Meter lange schmale Grube im Boden ausgehoben (ähnlich einem Grab, je nach aufzunehmender Zuglast 1 – 3 Meter tief = Totmanngrube). In der Mitte dieser Grube wird sodann im rechten Winkel ein sehr schmaler "Seilschacht" ausgehoben, wobei der Boden dieses Schachtes vom Boden der zuvor gegrabenen Grube stetig im Winkel des zukünftig abzuspannenden Seiles bis zur Erdoberfläche steigt. Sodann wird ein Baumstück in der Länge der Totmanngrube mit einem entsprechenden Durchmesser (min. 20 cm – je nach aufzunehmender Zuglast des abzuspannenden Seiles) in der Totmanngrube versenkt, zuvor wird diesem Baumstück allerdings das abzuspannende Seil umgelegt und mittels Seilklemmen fixiert. Sind Baumstamm und Seil versenkt und verläuft das Seil sauber im zuvor ausgehobenen Seilschacht, werden die Totmanngrube sowie der Seilschacht mit dem zuvor ausgehobenen Erdreich wieder verfüllt. Die gesamte Prozedur ähnelt einer Beerdigung – daher der Begriff Totmannanker.

Solche Anker können enorme Zugkräfte aufnehmen und werden dort verwendet, wo andere Möglichkeiten der Seilverankerung aufgrund fehlender Bäume, Felsen usw. nicht gegeben sind. Anzumerken ist noch, dass diese Art der Verankerung eine Form der kurzfristigen Verankerung ist, da im Laufe der Zeit die eingegrabenen Teile des Seiles sowie des Baumstammes ihre statische Festigkeit aufgrund von Korrosions- und Verrottungsvorgängen verlieren. Anwendungsbeispiele sind: Holzbringung im Gebirge mittels Seilkrantechnik oder aber auch Fahrzeugrettung durch Seilwinden. Fahren sich Fahrzeuge im unwegsamen Gelände fest, so können diese aus eigener Kraft meist nur mehr unter Zuhilfenahme einer Seilwinde wieder flott gemacht werden (sofern diese Fahrzeuge über eine eigene Seilwinde verfügen). Stehen dann keine Bäume in der entsprechenden Dimension bzw. andere Ankermöglichkeiten, an denen das Seil fest gemacht werden kann, zur Verfügung, so kann man durch Herstellen eines Totmannankers (Vergraben eines kleineren Felsbrockens, mehrerer dünnerer Äste, des Reserverades, eventuell sogar der verwendeten Schaufel - sofern sie einen Metallstiel aufweist) das Fahrzeug wieder flott kriegen.

Siehe auch: T-Anker

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg P. J. Feydt: Bergung und Rettung, Band 2, S.96, Verlag Offene Worte, Bonn 1971, ISBN 3-87599-037-4

Weblinks[Bearbeiten]