Tour de Corse 2011

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Die Tour de Corse 2011 war die 54. Austragung der Tour de Corse und der dritte Lauf der Intercontinental Rally Challenge 2011. Die Rallye fand vom 12. bis 14. Mai 2011 auf der französischen Insel Korsika statt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Rallye war eine Rundfahrt über einen großen Teil Korsikas und führte über asphaltierte Straßen. Die Rallye begann in Calvi im Nordwesten der Insel, führte über Corte und endete in Ajaccio. Auf dem Programm standen 14 Wertungsprüfungen, davon zwei am ersten Tag und jeweils sechs am zweiten und dritten Tag. Eine Wertungsprüfungen wurde jedoch abgebrochen. Anstatt wie vorgesehen 320,84 Kilometer wurden daher nur 297,6 Kilometer gewertet. Die Gesamtdistanz inklusive Verbindungsetappen betrug 1161,95 Kilometer.

Der Führende der Meisterschaft, Juho Hänninen, trat nicht zur Rallye an. Der Subaru Impreza R4 hatte seinen ersten Einsatz bei einer IRC-Rallye und wurde von Toshihiro Arai pilotiert.[1] 48 Fahrzeuge gingen an den Start.

Verlauf[Bearbeiten]

Die beiden Wertungsprüfungen am ersten Tag entschied Thierry Neuville im Kronos-Peugeot für sich. Er lag am Tagesende mit 8,9 Sekunden Vorsprung vor Škoda-Werksfahrer Jan Kopecký in Führung.[2]

Auf WP3 büßte Neuville nach einem Dreher einen großen Teil seines Vorsprungs ein, der anschließend nur noch 1,4 Sekunden auf den neuen Zweitplatzierten, Bryan Bouffier, betrug. In WP4 erzielte Bouffier die Bestzeit und übernahm die Führung. Guy Wilks, der zuvor auf Platz drei lag, war nach einem Unfall auf dieser Prüfung zur Aufgabe gezwungen. Auf WP5 hatte Bouffier einen Reifenschaden und er verlor über eine Minute, wodurch er in der Gesamtwertung auf den sechsten Platz zurückfiel. Somit erhielt Neuville die Führung zurück. Die sechste Wertungsprüfung war von einem schweren Unfall von Ari Vatanen und seinem Sohn Max im Vorausfahrzeug, einem Peugeot 207 RC, überschattet. Die Prüfung wurde daher abgebrochen. Am Nachmittag brachte Neuville das Geschehen wieder unter seine Kontrolle und erzielte die Bestzeiten auf WP7 und WP8. Am Tagesende betrug sein Vorsprung auf Kopecký bereits 23,4 Sekunden. Freddy Loix und Andreas Mikkelsen hatten selbst nur wenige Sekunden Rückstand auf Kopecký und es entwickelte sich ein enger Kampf um die Plätze auf dem Podium.[3]

Kopecký legte auf WP9, der ersten Prüfung am dritten Tag, ein hohes Tempo vor und reduzierte seinen Rückstand auf 14,5 Sekunden. In den folgenden drei Prüfungen ließ Neuville seinen Verfolger nicht mehr näher herankommen und erzielte wieder drei Bestzeiten. Ein Reifenschaden auf WP12 kostete Mikkelsen über drei Minuten. Somit verlor er seine Chancen auf den dritten Platz und er fiel auf den achten Platz in der Gesamtwertung zurück. Hinter Loix auf Platz vier lag inzwischen der überraschend starke Lokalmatador Pierre Campana, der sich einen engen Zweikampf mit Bouffier lieferte. Auf den letzten beiden Prüfungen ließ Neuville es wieder etwas langsamer angehen und verwaltete seinen Vorsprung. Kopecký kam jedoch nicht mehr entscheidend heran. Auf der abschließenden WP14 hatte Bouffier einen schweren Abflug ins Gebüsch, infolgedessen der Wettkampf für ihn beendet war. Campana verlor wegen eines Reifenschadens über zweieinhalb Minuten, seinen vierten Platz konnte er jedoch dank des großen Vorsprungs auf seine Verfolger verteidigen.

Die Rallye gewann Neuville mit 15,5 Sekunden Vorsprung vor Kopecký auf Platz zwei und 1:02,6 Minuten vor Loix auf Platz drei. Der junge Belgier konnte damit seinen ersten Sieg in der IRC feiern und wurde mit 22 Jahren zum bisher jüngsten Sieger einer IRC-Rallye.[4] Die 2WD-Wertung gewann Pierre-Antoine Guglielmi, bei den Produktionswagen siegte Florian Gonon. Insgesamt 31 Fahrzeuge erreichten das Ziel. Die Meisterschaft führte nun Loix mit fünf Punkten Vorsprung vor Neuville und Kopecký an.

Ergebnisse[Bearbeiten]

Gesamtwertung[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Beifahrer Fahrzeug Gesamtzeit Rückstand Punkte
1 BelgienBelgien Thierry Neuville BelgienBelgien Nicolas Gilsoul Peugeot 207 S2000 3:20:51,0 25
2 TschechienTschechien Jan Kopecký TschechienTschechien Petr Starý Škoda Fabia S2000 3:21:06,5 15,5 18
3 BelgienBelgien Freddy Loix BelgienBelgien Frédéric Miclotte Škoda Fabia S2000 3:21:53,6 1:02,6 15
4 FrankreichFrankreich Pierre Campana FrankreichFrankreich Sabrina De Castelli Peugeot 207 S2000 3:24:50,1 3:59,1 12
5 PortugalPortugal Bruno Magalhães PortugalPortugal Paulo Grave Peugeot 207 S2000 3:25:19,2 4:28,2 10
6 NorwegenNorwegen Andreas Mikkelsen NorwegenNorwegen Ola Fløene Škoda Fabia S2000 3:25:21,1 4:30,1 8
7 FrankreichFrankreich Julien Maurin FrankreichFrankreich Olivier Ural Ford Fiesta S2000 3:25:24,3 4:33,3 6
8 FinnlandFinnland Toni Gardemeister FinnlandFinnland Tapio Suominen Škoda Fabia S2000 3:27:24,3 6:33,3 4
9 SchwedenSchweden Patrik Sandell SchwedenSchweden Staffan Parmander Škoda Fabia S2000 3:29:19,8 8:28,8 2
10 FrankreichFrankreich Jean-Mathieu Leandri FrankreichFrankreich Pierre-Marien Leonardi Peugeot 207 S2000 3:30:32,5 9:41,5 1

Wertungsprüfungen[Bearbeiten]

Tag WP Uhrzeit Name Länge Sieger Zeit Geschw. Gesamtführender
Tag 1
(12. Mai)
SS1 14:03 Le Fangu – Notre Dame de la Serra 1 27,53 km BelgienBelgien Thierry Neuville 16:10,3 102,14 km/h BelgienBelgien Thierry Neuville
SS2 16:56 Le Fangu – Notre Dame de la Serra 2 27,53 km BelgienBelgien Thierry Neuville 15:57,7 103,49 km/h
Tag 2
(13. Mai)
SS3 9:10 Erbajolo – Pont d'Altiani 1 25,15 km Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Guy Wilks 15:10,1 99,48 km/h
SS4 10:58 Barchetta – La Porta 1 23,24 km FrankreichFrankreich Bryan Bouffier 15:32,8 89,69 km/h FrankreichFrankreich Bryan Bouffier
SS5 12:06 Taverna – Pont de Castirla 1 15,28 km BelgienBelgien Thierry Neuville 9:09,8 100,05 km/h BelgienBelgien Thierry Neuville
SS6 15:09 Barchetta – La Porta 2 23,24 km Wertungsprüfung abgebrochen
SS7 16:17 Taverna – Pont de Castirla 2 15,28 km BelgienBelgien Thierry Neuville 9:07,6 100,45 km/h
SS8 17:40 Erbajolo – Pont d'Altiani 2 25,15 km BelgienBelgien Thierry Neuville 15:06,6 99,87 km/h
Tag 3
(14. Mai)
SS9 9:10 Sarrola – Plage du Liamone 1 26,70 km TschechienTschechien Jan Kopecký 17:29,4 91,60 km/h
SS10 10:43 Marato – Acqua Doria 1 22,47 km BelgienBelgien Thierry Neuville 13:15,6 101,67 km/h
SS11 13:47 Bocognano – Bastelica 1 20,05 km BelgienBelgien Thierry Neuville 13:24,7 89,70 km/h
SS12 15:10 Marato – Acqua Doria 2 22,47 km BelgienBelgien Thierry Neuville 13:13,3 101,97 km/h
SS13 18:48 Bocognano – Bastelica 2 20,05 km TschechienTschechien Jan Kopecký 13:19,2 90,32 km/h
SS14 20:10 Sarrola – Plage du Liamone 2 26,70 km NorwegenNorwegen Andreas Mikkelsen 17:30,4 91,51 km/h

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Subaru R4-Debüt durchwachsen (Rallye-Magazin.de am 15. Mai 2011)
  2. Korsika: Neuville zum Auftakt vorn (Motorsport-Total.com am 12. Mai 2011)
  3. Neuville baut Führung auf Korsika aus (Motorsport-Total.com am 13. Mai 2011)
  4. Korsika: Neuville schreibt IRC-Geschichte (Motorsport-Total.com am 14. Mai 2011)