Tour de France 1952

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39. Tour de France 1952 – Endstand
Streckenlänge 23 Etappen, 4827 km
Toursieger Fausto Coppi 151:57:20 h
(31,766 km/h)
Zweiter Stan Ockers + 28:17 min
Dritter Bernardo Ruiz + 34:38 min
Vierter Gino Bartali + 35:25 min
Fünfter Jean Robic + 35:36 min
Sechster Fiorenzo Magni + 38:25 min
Siebenter Alexandre Close + 38:32 min
Achter Jean Dotto + 48:01 min
Neunter Andrea Carrea + 50:20 min
Zehnter Antonio Gelabert + 58:16 min
Bergwertung Fausto Coppi 92 P.
Zweiter Antonio Gelabert 69 P.
Dritter Jean Robic 60 P.
Teamwertung Italien

Die 39. Tour de France führte vom 25. Juni bis 19. Juli 1952 auf 23 Etappen über 4807 km. Nachdem die Sieger der Vorjahre, die Schweizer Ferdy Kübler und Hugo Koblet wegen Verletzungen nicht an der Tour teilnehmen konnten, endete die Rundfahrt mit einem deutlichen Sieg von Fausto Coppi, der bereits 1949 gewonnen hatte. Wie drei Jahre zuvor schaffte er das Double Tour – Giro d’Italia. An der Rundfahrt nahmen 122 Rennfahrer teil, davon wurden 78 klassifiziert.

Rennverlauf[Bearbeiten]

Der belgische Klassikerspezialist Rik Van Steenbergen gewann die erste Etappe und übernahm die Gesamtführung, die er jedoch nur einen Tag lang verteidigen konnte. Bis zur ersten Bergetappe wechselte das gelbe Trikot fünfmal den Besitzer, dann konnte Fausto Coppi bei der ersten Bergankunft in L’Alpe d’Huez überhaupt mit einem Etappensieg die Führung übernehmen.

Coppi gewann auch die Etappe am nächsten Tag nach Sestriere, sowie im weiteren Verlauf der Rundfahrt noch zwei Etappen, darunter eine Zielankunft auf dem Puy de Dôme. Durch seine Überlegenheit in den Bergen feierte Coppi einen am Ende ungefährdeten Sieg und holte sich zudem noch den Bergpreis. Auf der Etappe nach Monaco gab Coppis Teamkollege Gino Bartali, der bei Coppis erstem Sieg 1949 noch dessen schärfster Rivale war, ihm nach einem Defekt sein Rad, um Coppis Rückstand in Grenzen zu halten. Bartali kam am Ende als 38-jähriger noch auf den vierten Platz der Gesamtwertung.

Auch der Franzose Jean Robic, Gewinner von 1947, konnte mit einem Etappensieg überzeugen. Für eine Platzierung auf dem Podium reichte es hingegen nicht, weil er auf der Etappe nach Sestrières – gemeinsam mit Coppi in Führung liegend – einen platten Reifen hatte. Sein Teamchef war jedoch nicht in der Nähe, Robic musste seinen Vorderreifen mehrmals selbst aufpumpen und verlor mehr als 10 Minuten.

Auf der neunten Etappe fuhr Andrea Carrea, ein Wasserträger von Coppi, in einer Ausreißergruppe mit dem späteren Etappensieger Walter Diggelmann und fand sich unerwartet als Träger des Gelben Trikots wieder. Er erfuhr die Nachricht erst, als er schon im Hotel in der Badewanne lag, und sich der blinde Masseur Biagio Cavanna und andere Fahrer in das Badezimmer drängelten, um ihm zu gratulieren. Carrea brach jedoch in Tränen aus und beteuerte: „Das wollte ich wirklich nicht ... .“ Erst als ihm Coppi persönlich versicherte, er habe das Gelbe Trikot verdient und ihm ebenfalls gratulierte, beruhigte Carrea sich wieder.[1]

Zum ersten Mal wurden 1952 Fernsehbilder an der Strecke gedreht und wurden am gleichen Abend ausgestrahlt.

Die Etappen[Bearbeiten]

Etappen Start – Ziel km Etappensieger Gelbes Trikot
1. Etappe BrestRennes 246 Rik Van Steenbergen Rik Van Steenbergen
2. Etappe Rennes – Le Mans 181 André Rosseel Rik Van Steenbergen
3. Etappe Le Mans – Rouen 189 Nello Lauredi Nello Lauredi
4. Etappe Rouen – Roubaix 232 Pierre Molineris Nello Lauredi
5. Etappe Roubaix – Namur (BEL) 197 Bim Diederich Nello Lauredi
6. Etappe Namur (BEL) – Metz 228 Fiorenzo Magni Fiorenzo Magni
7. Etappe Metz – Nancy 60 (EZF) Fausto Coppi Nello Lauredi
8. Etappe Nancy – Mülhausen 252 Raphaël Géminiani Fiorenzo Magni
9. Etappe Mülhausen – Lausanne (CH) 238 Walter Diggelmann Andrea Carrea
10. Etappe Lausanne (CH) – L’Alpe d’Huez 266 Fausto Coppi Fausto Coppi
11. Etappe Le Bourg-d’OisansSestriere (ITA) 182 Fausto Coppi Fausto Coppi
12. Etappe Sestriere (ITA) – Monaco 251 Jan Nolten Fausto Coppi
13. Etappe Monaco – Aix-en-Provence 214 Raoul Rémy Fausto Coppi
14. Etappe Aix-en-Provence – Avignon 178 Jean Robic Fausto Coppi
15. Etappe Avignon – Perpignan 275 Georges Decaux Fausto Coppi
16. Etappe Perpignan – Toulouse 200 André Rosseel Fausto Coppi
17. Etappe Toulouse – Bagnères-de-Bigorre 204 Raphaël Géminiani Fausto Coppi
18. Etappe Bagnères-de-Bigorre – Pau 149 Fausto Coppi Fausto Coppi
19. Etappe Pau – Bordeaux 195 Hans Dekkers Fausto Coppi
20. Etappe Bordeaux – Limoges 228 Jacques Vivier Fausto Coppi
21. Etappe Limoges – Puy de Dôme 245 Fausto Coppi Fausto Coppi
22. Etappe Clermont-FerrandVichy 63 (EZF) Fiorenzo Magni Fausto Coppi
23. Etappe Vichy – Paris 354 Antonin Rolland Fausto Coppi

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Lemke: Fausto Coppi. 20 Jahre internationaler Radsport. Miesbach 1999. S. 307f.

Weblinks[Bearbeiten]