Touristenregion Kŭmgang-san

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Touristenregion Kŭmgangsan
Chosŏn’gŭl: 금강산관광지구
Hancha: 金剛山觀光地區
McCune-Reischauer: Kŭmgangsan Kwan'gwang Chigu
Revidierte Romanisierung: Geumgangsan Gwan-gwang Jigu
Basisdaten
Fläche: 530 km²
Kumgangsan Tourist Region NK.png

Die Touristenregion Kŭmgang-san ist eine besondere Verwaltungsregion und Sonderwirtschaftszone in Nordkorea im Kŭmgangsan, auf deutsch „Diamantgebirge“. Sie entstand am 23. Oktober 2002 durch Abspaltung von der Provinz Kangwŏn-do. Die Region grenzt im Osten an das Japanische Meer, im Norden und Westen an Kangwŏn-do und im Süden an Gangwon-do (Südkorea).

Klima[Bearbeiten]

Die Region befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 11,0 Grad Celsius, die Jahresniederschlagsmenge 1580,8 Millimeter. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 23,6 Grad Celsius, der kälteste Januar mit −2,1 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat August mit durchschnittlich 320,9 Millimeter, der wenigste im Dezember mit 50,3 Millimeter im Mittel.

Klimatabelle[1]
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Durchschnittliche
Temperatur (°C)
−2,1 −1,0 3,4 10,2 15,7 18,9 22,6 23,6 19,1 13,5 7,4 1,0 11,0
Durchschnittlicher
Niederschlag (mm)
54,2 61,2 68,0 73,7 91,1 164,1 270,3 320,9 224,1 108,7 94,2 50,3 1580,8

Geschichte[Bearbeiten]

Die 530 Quadratkilometer[2] große Bergregion, die die steuerfreie Verwaltungsregion Kŭmgang-san bildet, nimmt aus touristischer Sicht eine Sonderstellung ein. Zum einen ist sie ein beliebtes Ziel auf diversen geführten Routen, zum anderen geriet sie in die Schlagzeilen, weil sie die einzige ist, die zur Zeit von Südkorea aus, natürlich unter strenger Isolation, per Schiff angefahren werden darf. Die Hyundai Motor Company bedient diese Reiseroute für Besucher aus Südkorea. Dies ist nach der Vereinbarung zwischen Chung Ju-yung, dem ehemaligen Konzernchef und Begründer von Hyundai und Kim Jong-il, dem damaligen Machthaber von Nordkorea, zustande gekommen. Nachdem Chung Ju-yung im Juni 1998 für Nordkorea Rinder gespendet hatte, erzielte er eine Einigung mit Kim Jong-il über das Kŭmgang-Reiseprogramm.

Am 18. November 1998 hat das Reiseschiff „Kŭmgang“ von Südkorea aus die erste Reise in Richtung des Kŭmgang-san gestartet. Bis Mitte 2008 haben über eine Million Südkoreaner die Region besucht. Seit dem 11. Juli 2008 sind aber alle Reisen aufgrund eines Zwischenfalles ausgesetzt. Bei diesem Zwischenfall wurde eine Südkoreanerin von nordkoreanischen Soldaten erschossen. Der genaue Verlauf ist bis heute ungeklärt. Auch verweigert Nordkorea jegliche Zusammenarbeit zur Aufklärung des Falles.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Strand des Japanischen Meeres mit Kŭmgang-san im Hintergrund

Hyundai Asan hat in der Gebirgsregion die touristische Infrastruktur geschaffen. Mehrere Großrestaurants für die Abfertigung von hunderten Gästen gleichzeitig, ein traditionelles koreanisches Mega-Badehaus mit örtlicher Thermalquelle, eine große Veranstaltungshalle, in der der nordkoreanische Staatszirkus regelmäßig auftritt, und eine Anzahl Souvenirläden wurden eröffnet.

Die Touristenregion Kŭmgang-san gilt als eine der landschaftlich schönsten Gebiete der Koreanischen Halbinsel. Etwa 12.000 Bergspitzen säumen die Region, im Frühling blühen die verschiedensten Blumenarten, im Sommer hat man einen ungetrübten Ausblick auf das Japanische Meer, und im Herbst ist die gebirgige Landschaft in satte Farben getaucht.

Der 1.639 Meter hohe Piro-Berg, nicht zu verwechseln mit dem Piro im Myohang-san, ist die höchste Erhebung im Kŭmgangsan. In den Bergen befinden sich zahlreiche historische Tempel und Kultbauten sowie diverse Denkmäler für den früheren Staatschef von Nordkorea Kim Il-sung.

Literatur[Bearbeiten]

  •  P. Klautke: Keum Gang San. Die Diamantberge Koreas. In: Mitteilungen der OAG. Vol. XXI,C, Tokio 1926 (Reiseführer von historischem Interesse, ausgiebig zu Flora, Fauna und heute wohl nicht mehr bestehenden buddhistischen Stätten; ill.).

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Ministry of Unification: Kŭmgangsan Tourist Region
  2. DPRK Guidebook: DPRK’s Special Economic Zones
  3. BBC News: N Korea steps up row with South, gefunden am 6. Oktober 2008

Weblinks[Bearbeiten]

38.688111111111128.20020277778Koordinaten: 38° 41′ 17″ N, 128° 12′ 1″ O