Toyoda Soemu

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Admiral Toyoda

Toyoda Soemu (* 22. Mai 1885 in der Präfektur Oita, Japan; † 22. September 1957 in Tōkyō) war der Oberbefehlshaber der Kombinierten Flotte Japans (聯合艦隊, Rengō Kantai) im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Beginn der Karriere[Bearbeiten]

1905 (Meiji 38) absolvierte er die Marineschule. In seiner Dienstzeit als Marineoffizier hielt er sich auch in England auf und wurde dort von der britischen Marine speziell geschult. Kurz vor Ausbruch des Pazifikkrieges war er Chef des Marinehauptverwaltungsamtes und wurde im Anschluss daran Chef des Marinestützpunktes in Kure bei Hiroshima.

Admiral und Oberbefehlshaber[Bearbeiten]

Dem Krieg stand er ablehnend gegenüber, wie Großadmiral Yamamoto Isoroku und auch Admiral Itō Seiichi. Als sich das Kabinett Tōjō im Jahre 1941 formierte, galt Toyoda als Kandidat für das Marineministerium, aber Shimada Shigetarō wurde der Vorzug gegeben.

Im Mai des Jahres 1944 wurde Toyoda Oberbefehlshaber der Vereinigten Flotte als Nachfolger von Admiral Koga Mineichi, der bei einem Flugzeugabsturz im März 1944 ums Leben kam. Daraufhin führte er das Oberkommando in der Marianen- und Philippinen-Seeschlacht. Seine geniale aber auch komplexe Strategie erwies sich als großer Fehlschlag, da er die Flotten zersplittern musste und ein kombinierter Angriff sich als nicht möglich erwies. Er handelte damit in der Tradition der japanischen Marine, die komplexe Strategien bevorzugte. So wurden die kleinen Flotten jeweils nacheinander von überlegenen amerikanischen Flotten zerschlagen, beziehungsweise die zu frühe Entdeckung seiner Flotten durch U-Boote, die schon vor der Schlacht empfindliche Verluste den Japanern bereiteten. Ein weiterer Fehler war das indirekte Führen von solch großen Verbänden vom "grünen Tisch" in Tōkyō aus. Er unterschätzte zu diesem Zeitpunkt die alliierte Luft- und Seemacht, die er mit fast der gesamten Flotte Japans ad hoc brechen wollte. Nach diesen Schlachten hatte er einen Großteil der Flotte verloren, und der restliche Teil war fast nicht mehr einsatzbereit. Von diesem Zeitpunkt an wurden keine größeren Flottenoperationen mehr durchgeführt, da man die Schiffe nicht mehr instand setzen konnte, der Treibstoff fehlte und zudem die nötige Sicherung aus der Luft nicht mehr gegeben war.

In der Schlacht um Okinawa ordnete er den selbstmörderischen letzten Einsatz des letzten einsatzbereiten Schlachtschiffs, der Yamato an, die das größte je gebaute Schlachtschiff aller Zeiten war. Dieses war der größte Kamikazeeinsatz der Weltgeschichte, der als Ergebnis die Vernichtung des Schlachtschiffes, eines begleitenden Kreuzers und den Großteilen der Besatzungen zur Folge hatte, jedoch nicht den amerikanischen Widerstand brechen konnte, da das Schiff vor dem Erreichen Okinawas schon von Flugzeugen versenkt worden war. Mit dem Tod des Befehlshabers dieser Kampfgruppe, Admiral Itō, verlor die japanische Flotte vollständig ihre operative Basis. Selbst die Verluste an amerikanischen Trägerflugzeugen waren bei diesem Abwehrkampf so verschwindend gering, wenn man bedenkt, dass die Yamato die stärkste Flakbewaffnung weltweit besessen hatte. Unter dem Strich war dieser letzte Einsatz von japanischen Großkampfschiffen vollkommen sinnlos gewesen.

Vom Mai 1945 bis zum Kriegsende war Toyoda Chef der Admiralität, nachdem er den Oberbefehl der Kombinierten Flotte an Admiral Ozawa Jisaburō abgegeben hatte. In dieser Funktion setzte sich Toyoda mit Heeresminister Anami Korechika und Generalstabschef Umezu Yoshijirō in der Verbindungskonferenz für die Fortsetzung des Krieges ein, da sie hofften, dass die japanischen Truppen den alliierten Streitkräften eine empfindliche Niederlage auf japanischen Boden beibringen würden und dies zu einem akzeptablen Frieden führen könnte.

Kriegsende und Tod[Bearbeiten]

Nach dem Krieg entging er der Anklage vor dem Internationalen Kriegstribunal für den Fernen Osten, obwohl er ins Sugamo-Gefängnis verbracht worden war. Unabhängig davon wurde er vor ein Alliiertes Militärgericht geladen und in allen Anklagepunkten für unschuldig befunden.

Im Jahre 1950 veröffentlichte er seine Memoiren und starb 1957 an einem Herzinfarkt mit 73 Jahren.

Verweis[Bearbeiten]

Toyoda Soemu darf nicht verwechselt werden mit dem Admiral Toyoda Teijirō (1885-1961), der 1941 in der Nachfolge Matsuoka Yōsukes Außenminister im dritten Kabinett Konoye wurde. Toyoda Teijirō war 1940 Vize-Marineminister neben Marineminister Oikawa, im Jahre 1941 Handelsminister im zweiten Kabinett Konoye und schließlich Außenminister. Im Kabinett Suzuki 1945 war Toyoda Minister für Rüstung, Transport und Kommunikation.

Literatur[Bearbeiten]

  • zweideutig: Kase Toshikazu: Journey to the Missouri. ed. by Rowe, D. N., New Haven 1950, S. 49-51, 144, 231/233 f.
  • irreführend dagegen: Coox, Alvin, D.: The Pacific War. In: The Cambridge History of Japan, vol. VI, ed. by Peter Duus, New York et al. 1988, S. 315-382, hier: S. 375.
  • Tōgō Shigenori: Japan im Zweiten Weltkrieg. Erinnerungen des japanischen Außenministers 1941-1942 und 1945. Bonn 1958, passim.
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Toyoda der Familienname, Soemu der Vorname.