Toyota Hilux

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Toyota Hilux
Produktionszeitraum: seit 1968
Klasse: Utilities
Karosserieversionen: Pickup
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Toyota Hilux ist ein Pickup des japanischen Autoherstellers Toyota. Er wird seit Anfang 1968 unter dieser Bezeichnung gebaut.

Er basierte ursprünglich auf dem Toyota Stout. Entwickelt wurde er von Hino Jidōsha, um den Stout zu ergänzen oder in einigen Märkten zu ersetzen. So konnte Toyota auch einen konkurrenzfähigen Pickup in Nordamerika anbieten. Im Laufe der Zeit wurden die Karosserieversionen erweitert, so ist er auch als Toyota Hilux Surf mit geschlossenem Aufbau erhältlich.

Grundsätzlich verfügt der Hilux über Hinterradantrieb, Allradantrieb ist seit 1979 je nach Version serienmäßig oder optional erhältlich. Der Hilux wird vorrangig als Nutzfahrzeug von Bauern und Handwerkern, aber auch von Hilfsorganisationen, Polizei und Militär oder im Trial-Sport eingesetzt. Ein baugleiches Modell des Hilux wurde von Volkswagen unter der Bezeichnung VW Taro zwischen Frühjahr 1989 bis Anfang 1997 im VW Nutzfahrzeugwerk in Hannover gefertigt.

Hilux (RN 10, 1968–1972)[Bearbeiten]

Toyota Hilux (1968–1972)

Im März 1968 begann die Produktion des ersten Hilux auf Basis des Toyota Stout mit kurzem Radstand. Anfänglich war ein 1,5-l-Benzinmotor erhältlich, der im Februar 1971 zu einem 1,6-l aufgerüstet wurde. Für Nordamerika wurden größere Motoren verbaut.

Ab April 1969 war eine Langversion mit 2,3 m langer Ladefläche als Option erhältlich, die jedoch nicht in Nordamerika angeboten wurde. Trotz seiner Bezeichnung Hilux war er lediglich im Vergleich zum Stout ein luxuriöses Fahrzeug. Ein 4-Gang-Schaltgetriebe war Standard.

Motoren
Globale Märkte:

  • 1968–1971: 1,5 Liter (1490 cm³), 2R I4
  • 1971–1972: 1,6 Liter (1587 cm³), 12R I4

Nordamerikanischer Markt:

  • 1969: 1,9 Liter (1897 cm³), 3R I4, 63 kW (85 PS)
  • 1970–1971: 1,9 Liter (1858 cm³), 8R SOHC I4, 72 kW (97 PS)
  • 1972: 2,0 Liter (1968 cm³), 18R SOHC I4, 81 kW (108 PS)

Hilux (RN 20, 1972–1978)[Bearbeiten]

Toyota Hilux (1972–1975)

Im Mai 1972 erschien der zweite Hilux (Typ RN20). Ein komfortablerer Innenraum zusammen mit einer modifizierten Karosserie waren die wichtigsten Änderungen. Sowohl die Kurz- als auch Langversion wurden nun auch in Nordamerika angeboten.

Der Hilux wurde Anfang 1975 radikal überarbeitet, um größer und luxuriöser zu werden. Gleichzeitig wurde in Nordamerika der wesentlich größere 2,2-l-20R-Motor eingeführt. Ein Fünfgang-Schaltgetriebe wurde nun optional angeboten. In Nordamerika wurde der Hilux nun zum A-Serie-Truck. Ein Jahr später war er in den USA „Truck of the Year“.

Motoren
Globale Märkte:

  • 1972–1978: 1,6 Liter (1587 cm³), 12R I4
  • 1974–1978: 2,0 Liter (1968 cm³), 18R I4

Nordamerikanischer Markt:

  • 1973–1974: 2,0 Liter (1968 cm³), 18R SOHC I4, 81 kW (108 PS)
  • 1975–1978: 2,2 Liter (2189 cm³), 20R SOHC I4, 72 kW (96 PS)

Hilux (RN 30, 1978–1983)[Bearbeiten]

Toyota Hilux (1978–1983)

Der neu gestaltete Hilux wurde im August 1978 eingeführt.

Toyota Hilux-basiertes Sunrader Classic.

Ab Januar 1979 begann der Export auch nach Europa, womit ab 1981 auch der L-Serie-Dieselmotor eingebaut wurde. Allradantrieb war nun in Nordamerika erhältlich. Optional war ein 3-Gang Automatikgetriebe verfügbar. 1981 begann die gemeinsame Entwicklung eines SUV auf Basis des Hilux zwischen Toyota und Winnebago Industries. Die Fahrzeuge, die aus dieser Zusammenarbeit resultierten waren der Trekker (Winnebago), der Wolverine und der Trailblazer (Griffith). Alle drei nutzten das Hilux-4x4-RV-Fahrerhaus und -Fahrgestell. Der Trailblazer besaß eine Ganzstahl-Karosserie mit Glasfaserdach. Es wurden mindestens 1500 Trekkers, 400 Trailblazers und eine unbekannte Zahl von Wolverines in Nordamerika verkauft.

Fortan wurde auf Basis dieser Modelle der Toyota 4Runner bzw. Toyota Hilux Surf entwickelt.

Motoren

  • 1978–1980: 2,2 Liter (2189 cm³), 20R SOHC I4, 67 kW (90 PS)
  • 1981–1983: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R SOHC I4, 72 kW (96 PS)
  • 1981–1983: 2,2 Liter Diesel I4, 46 kW (62 PS)
  • 1981–1983: 1,8 Liter (Australien)

YN 58 (1983–1988)[Bearbeiten]

4. Generation
Toyota Hilux (1983–1988)

Toyota Hilux (1983–1988)

Produktionszeitraum: 1983–1988
Karosserieversionen: Pickup
Motoren: Ottomotoren:
1,8–3,0 Liter
(58–112 kW)
Dieselmotoren:
2,2–2,5 Liter
(46–69 kW)
Länge: 4435–4966 mm
Breite: 1621–1689 mm
Höhe: 1529–1704 mm
Radstand:
Leergewicht:

Im August 1983 war der Produktionsstart für den Hilux YN 58. Es gab nun auch eine Xtracab-Version mit Doppelkabine und zwei Türen sowie eine DoubleCab-Version mit vier Türen. Die Motorenpalette wurde um einen 2,5-l-Dieselmotor ergänzt. Dieser wurde in den USA wie der 2,0l-Diesel aufgrund des damals äußerst preiswert verfügbaren Benzins zum Jahresende 1986 eingestellt. Gleichzeitig gab es nun in den anderen Märkten den 2,5-l-Dieselmotor mit Turbolader.

Wegen der zunehmenden Konkurrenz durch Nissan auf dem nordamerikanischen Markt, welche bereits einen Pickup mit V6-Motor anbieten konnte, wurde der 22R-TE-2,4-l-Benzinmotor mit Turboaufladung eingeführt. Anfang 1987 folgte ein V6-Motor.

Während im August 1988 eine neue Generation des Hilux in den meisten Märkten eingeführt wurde, blieb die vierte Generation in Südafrika bis Mitte 1997 in Produktion.

Benzinmotoren

  • 1983–1998: 1,8 Liter (1812 cm³), 2Y-U, 58 kW (79 PS)
  • 1983–1987: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R I4 SOHC, 72 kw (97 PS)
  • 1983–1987: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R-E I4 SOHC FI, 78 kW (105 PS)
  • 1985–1986: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R-TE I4 SOHC FI turbo, 101 kW (135 PS)
  • 1987–1988: 3,0 Liter (2958 cm³), 3VZ-E V6 FI, 112 kW (150 PS)

Dieselmotoren

  • 1983–1988: 2,2 Liter (2188 cm³), I4 Diesel, 46 kW (62 PS)
  • 1983–1988: 2,5 Liter (2466 cm³), I4 Diesel, 62 kW (83 PS)
  • 1986–1988: 2,5 Liter (2466 cm³), I4 Diesel FI Turbo, 69 kW (93 PS)


Hilux (YN 80, 1988–1995)[Bearbeiten]

5. Generation
Toyota Hilux (1992–1997)

Toyota Hilux (1992–1997)

Produktionszeitraum: 1988–1997
Karosserieversionen: Pickup
Motoren: Ottomotoren:
1,8–3,0 Liter
(58–112 kW)
Dieselmotoren:
2,4 Liter
(59–61 kW)
Länge: 4435–4966 mm
Breite: 1689 mm
Höhe: 1539–1755 mm
Radstand:
Leergewicht:

Der Hilux (Code: YN 80), welcher ab August 1988 produziert wurde, wuchs im Radstand auf 2.600 mm beim Standardmodell. Die Nähte der Laderaumkarosserie wurden nun besonders versiegelt, da sie bislang rostanfällig waren. Nun herrschte auch mehr Platz hinter den Vordersitzen als bei der letzten Generation, gegen Aufpreis waren Schwungsitze für die Fondpassagiere erhältlich. Das optionale Automatikgetriebe hatte nun 4 Gänge.

Der Hilux erhielt Anfang 1992 ein leichtes Facelift, wobei in erster Linie der Grill geändert und das neue Toyota-Emblem angebracht wurde. Gleichzeitig wurden die Versionen für den nordamerikanischen Markt nun im Werk NUMMI in Fremont, Kalifornien, produziert. Ab März 1995 ersetzte der Toyota Tacoma in Nordamerika den Hilux.

Der Hilux des Typs YN 80 wurde von April 1989 bis März 1997 auch von Volkswagen unter der Bezeichnung Taro produziert.

Benzinmotoren

  • 1988–1995: 1,8 Liter (1812 cm³), 2Y-U, 58 kW (79 PS)
  • 1988–1995: 2,2 Liter (2237 cm³), 2Y-U, 69 kW (93 PS)
  • 1989–1995: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R-E SOHC EFI I4, 84 kW (112 PS)
  • 1989–1995: 3,0 Liter (2958 cm³), 3VZ-E V6 FI, 112 kW (150 PS)

Dieselmotoren

  • 1988–1995: 2,4 Liter Wirbelkammerdiesel (2446 cm³), 59 kW (80 PS)
  • 1988–1995: 2,4 Liter Wirbelkammerdiesel (2446 cm³), 61 kW (82 PS)

Hilux (RZN, 1997–2005)[Bearbeiten]

6. Generation
Toyota Hilux (1997–2002)

Toyota Hilux (1997–2002)

Produktionszeitraum: 1997–2005
Karosserieversionen: Pickup
Motoren: Ottomotoren:
2,0–3,4 Liter
Dieselmotoren:
2,4–3,0 Liter
Länge: 4690–5035 mm
Breite: 1665 mm
Höhe: 1600–1795 mm
Radstand:
Leergewicht:

Beim im August 1997 eingeführten neuen Hilux wuchs der Radstand abermals auf 2850 mm beim Standardmodell. Er war bedeutend länger als der Vorgänger, während die Höhe nur geringfügig vergrößert wurde.

In Thailand wurde der Hilux als Hilux Tiger nun für den gesamten südostasiatischen Markt gebaut, für einige Modelle erfolgte die Fertigung jedoch noch in Japan.

Anfang 2002 wurde der Name in Südamerika auf Hilux Millenium geändert, dieser wurde nur noch lokal für Südamerika angeboten. Gleichzeitig erfolgte ein Facelift und die Dieselmotoren wurden mit Common-Rail-Einspritzung ausgerüstet. Der Hilux wurde nun komplett in Thailand gefertigt.


Hilux (KUN, seit 2005)[Bearbeiten]

7. Generation
Toyota Hilux (2005–2008)

Toyota Hilux (2005–2008)

Produktionszeitraum: seit 2005
Motoren: Ottomotoren:
2,0–4,0 Liter
(?–170 kW)
Dieselmotoren:
2,5–3,0 Liter
(76–127 kW)
Länge: 5255 mm
Breite: 1835 mm
Höhe: 1680–1810 mm
Radstand:
Leergewicht:

Im August 2005 begann die Produktion des Hilux des Typs KUN. Gleichzeitig wurde auch der Tacoma modernisiert, der aber im Gegensatz zum Hilux auf dem 4-Runner basiert. Der Radstand wuchs nun einheitlich auf 3085 mm, die Länge auf 5255 mm und die Breite auf 1835 mm. Er ist in den Varianten Single Cab (Dreisitzer mit zwei Türen), Xtracab (Fünfsitzer mit zwei Türen) und Double Cab (Fünfsitzer mit vier Türen) erhältlich.

Die Fahrzeuge für Australien, den Nahen Osten und die asiatischen Märkte werden nun in Thailand hergestellt, wo der Hilux nun Vigo heißt. Für die europäischen und afrikanischen Märkte wird der Hilux in Durban, Südafrika gebaut. Für Südamerika wird der Hilux in Argentinien produziert. In Asien ist die Hilux-Plattform Grundlage für den Toyota Innova und Toyota Fortuner welche z.B. in Japan den Hilux ablösten. Der Hilux wird von Guangqi Toyota Automobile in Guangzhou für den chinesischen Markt gebaut. China ist das einzige asiatische Land, wo der 4,0L V6-Motor des Tacoma angeboten wird. In Europa gibt es den Hilux nur mit Dieselmotoren.

Seit Oktober 2006 wird der Hilux (Double Cab) auch mit dem aus dem Landcruiser bekannten 3,0-l-Commonrail-Dieselmotor D4-D angeboten, welcher 126 kW (171 PS) leistet. Seit Ende 2006 wurde auch der 2,5-l-Motor mit einem Ladeluftkühler ausgestattet, wodurch eine Leistungssteigerung von 17 Prozent auf 88 kW (120 PS) erreicht wurde.

Im Dezember 2007 wurde eine Modellpflege durchgeführt, bei der die Front leicht überarbeitet wurde, die Radhäuser verbreitert und serienmäßig Seitenschweller montiert wurden. Außerdem wurden im Spiegelgehäuse integrierte Blinker als Ausstattung angeboten. Die beiden Dieselmotoren wurden leistungsoptimiert und verfügen wie die Benzinmotoren der Reihe über Allradantrieb. Ein neues Vierspeichenlenkrad ersetzt das bisherige und bietet jetzt mehr Schalter und eine bedienfreundlichere Form.

Im November 2008 wurde der Hilux erneut einer Modellpflege unterzogen. Die Ausführung 3.0 D4-D erhielt das überarbeitete Fünfgangautomatikgetriebe aus dem Toyota Landcruiser, wodurch insbesondere eine Verminderung des Verbrauchs erreicht werden konnte. Weitere nennenswerte Neuerungen waren die überarbeitete Radaufhängung vorn, Klimaautomatik, Seitenairbags, eine abschließbare Heckklappe und elektronische Traktions-, Brems- und Spurkontrolle (nur in der Topversion „Executive“). Im November 2009 erhielten die 2.5 D4-D Dieselmotoren des Hilux 4x4 eine Leistungssteigerung von 88 kW (120 PS) auf 106 kW (144 PS).

Seit September 2011 wird der Hilux in überarbeiteter Version in Europa angeboten. Eine neue Front und ein überarbeitetes Interieur sind die wichtigsten Änderungen. Außerdem gibt es neue Außenspiegel und neue Leichtmetallfelgen. Der Innenraum verfügt über ein neues oberes Armaturenbrett-Design mit einem neuen horizontalen Kombiinstrument. Beide Dieselmotoren erfüllen nun die Euro 5 Abgasnorm.

Benzinmotoren

  • 2,0 Liter: Benziner VVT-i DOHC I4
  • 2,7 Liter: Benzin VVT-i DOHC I4, 118 kW (160 PS)
  • 4,0 Liter: Benziner VVT-i DOHC V6, 170 kW (228 PS)

Dieselmotoren

  • 2,5 Liter: Diesel D-4D DOHC I4, 76 kW (102 PS)
  • 2,5 Liter: (118 PS) I4 2KD-FTV Intercooler-Turbodiesel
  • 2,5 Liter: (142 PS) I4 2KD-FTV intercooled VN-Turbodiesel
  • 3,0 Liter: Diesel D-4D DOHC I4, 127 kW (173 PS)

Technical – Kriegseinsatz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Technical (Kampfwagen)

Der Toyota Hilux wird, besonders in Asymmetrischen Konflikten, häufig als sogenannter „Technical“ eingesetzt.[1][2] Der amerikanische Sicherheitsexperte Andrew Exum bezeichnete den Hilux in diesem Zusammenhang als „fahrendes Pendant zum AK-47“. Die Gründe für die Beliebtheit liegen – abgesehen von Allradantrieb, Untersetzungsgetriebe und Differentialsperre – in der Wattiefe von 700 Millimeter, der hohen Zuladung, dem günstigen Preis und der konsequenten Verwendung einfacher Technik.[2] Der Einsatz derartiger Fahrzeuge gab beispielsweise einem Abschnitt des Libysch-Tschadischen Grenzkriegs im Jahr 1987 den Namen, der als Toyota-Krieg bezeichnet wird.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toyota Hilux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Gutschker, Boris Schmidt und Thomas Scheen: Die Kavallerie des kleinen Mannes. Toyotas „Pick-ups“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. April 2011, abgerufen am 11. April 2011 (deutsch, Der Toyota in der Asymmetrischen Kriegführung).
  2. a b Luisa Seeling: Auf der Pritsche. Rebellen-Fahrzeug Toyota-Hilux. In: Süddeutsche Zeitung. 23. August 2014, abgerufen am 30. August 2014 (deutsch, IS-Kämpfer und Taliban, somalische Piraten und libysche Milizionäre - alle fahren Toyota Hilux. Warum Aufständische in aller Welt besonders gerne den japanischen Geländewagen nutzen.).