Träglhof

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49.59111111111111.943113888889Koordinaten: 49° 35′ 28″ N, 11° 56′ 35″ O

Träglhof
Stadt Hirschau
Einwohner: 23 (1997)
Postleitzahl: 92242
Vorwahl: 09608
Karte

Lage von Träglhof in Hirschau

Träglhof ist ein Weiler auf dem Gemeindegebiet der Stadt Hirschau im Landkreis Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz in Bayern.[1] Träglhof erreicht man von Hirschau aus über Ehenfeld nach 6 km über die Kreisstraße AS 18 oder nach 6 km über Nebenstraßen von Kohlberg über Massenricht.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Der Name Träglhof geht wahrscheinlich auf einen Familiennamen Trögel zurück und bedeutet demnach Hof eines Trögel. Im Wehrverzeichnis des Pflegamts Hirschau aus dem Jahre 1501 wird der Träglhof als Trögelshof erwähnt. 1577 wird der Träglhof als Trögleshoff, 1630 als Dröglshoff, 1661 als Drögleßhof, 1766 und 1774 als Träglshof erwähnt.[2] 1783 schließlich taucht erstmals die Schreibweise Träglhof auf.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Vor dem ersten bayerische Gemeindeedikt aus dem Jahr 1808 wurde Träglhof immer als zum Amt Hirschau zugehörig erwähnt.[2]

Durch das erste bayerische Gemeindeedikt wurde Massenricht zum Steuerdistrikt und dem Landgericht Amberg und damit dem Naabkreis zugeordnet. Träglhof wurde Massenricht zugeordnet.[4] Nach der Auflösung des Naabkreises zugunsten des Mainkreises und des Regenkreises wurde Massenricht 1810 zusammen mit dem Landgericht Amberg dem Regenkreis zugeordnet (ab 1838 Oberpfalz und Regensburg).[5] Durch das zweite bayerische Gemeindeedikt wurde Massenricht 1818 eine eigenständige politische Gemeinde und Träglhof ein Teil dieser.[6]

Am 1. Mai 1978 wurde die Träglhof als Teil der Gemeinde Massenricht zusammen mit den Orten Massenricht, Obersteinbach, Untersteinbach, dem Weiler Rödlas und der Einöde Hummelmühle im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Stadt Hirschau eingegliedert.[7]

Religionen[Bearbeiten]

Die Glaubenswirren des 16. und 17. Jahrhunderts wirkten sich auch in der Gegend um Träglhof aus. Es ist anzunehmen, dass Träglhof, das wohl schon immer zum Benefizium und später zur Expositur Ehenfeld gehörte, mehrmals die Konfession wechselte. Im Jahr 1628 wurde Träglhof zusammen mit Ehenfeld endgültig katholisch.[8]

Ehenfeld ist noch als Pfarrgemeinde selbständig, bildet aber mit Hirschau seit 2003 eine Seelsorgeeinheit.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Träglhof erreicht man von Hirschau aus über Ehenfeld nach sechs Kilometern über die Kreisstraße AS 18 oder nach sieben Kilometern über Nebenstraßen von Kohlberg aus. Von Freihung aus erreicht man Träglhof über die AS 18 über Elbart nach etwa sechs Kilometern.

Bis zur Anschlussstelle Wernberg-Köblitz der Autobahn A93 sind es von Träglhof aus 19 km. Die Autobahn A6 ist von Träglhof aus entweder über die Autobahn A 93, Anschlussstelle Wernberg-Köblitz, und dann über das Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald nach 22 km oder über die Anschlussstelle Amberg-West nach 28 km zu erreichen.

An den öffentlichen Nahverkehr ist Träglhof mit zwei Buslinien angebunden. Dabei handelt es sich um die Linie 59 der RBO über Lintach nach Amberg (VGN-Linie 459)[9] und um den Ortslinienverkehr Hirschau, der einige der im nördlichen Gemeindegebiet Hirschaus liegenden Ortsteile miteinander verbindet (RBO-Linie 6334, VGN-Linie 468)[10].

Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Freihung (6 km), in Röthenbach (7 km), Wernberg-Köblitz (19 km) und in Amberg (25 km).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der ehemaligen Gemeinde Massenricht[Bearbeiten]

Hermann Fellner (* 20. Dezember 1950), gebürtig und aufgewachsen in Träglhof, war von 1980 bis 1990 Abgeordneter des Deutschen Bundestages. In seiner Zeit als Abgeordneter besetzte er unter anderem das Amt des innenpolitischen Sprechers der CSU-Landesgruppe. Fellner wohnt in Freudenberg.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Träglhof. In: hirschau.de. Stadt Hirschau, abgerufen am 17. November 2012 (HTML, deutsch).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ortsteile - Stadt Hirschau, Landkreis Amberg-Sulzbach (AS) - Bayerischer Behördenwegweiser. In: behoerdenwegweiser.bayern.de. Bayerisches Staatsministerium des Innern, abgerufen am 27. November 2012 (HTML, deutsch).
  2. a b  Hans Frank, Kommission für bayerische Landesgeschichte (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Bayern Oberpfalz. Stadt- und Landkreis Amberg. 1. Auflage. Buchdruckerei Michael Laßleben, Kallmünz über Regensburg 1975, ISBN 3769698916, S. 19,20.
  3. Ignatz Biechl: Vollständige Beschreibung aller in dem Herzogthume der oberen Pfalz, der Landgrafschaft Leuchtenberg und anderen oberpfälzischen Reichsherrschaften befindlichen Land- Pflege- und Herrschaftsgerichter, Mauth, Forst, Bergämter, und Eisenhämmer, Abteyen, Städten, Märkten, Hofmärkten, Edelmanssitzen, und Landsassen Gütter, wie solche in die Pfleggerichte ordentlich eingetheilet sind, item aller derer Schlösser, Dörfer, und Einöden, Flüssen, Seen, Gebürgen, und Waldungen. München 1783, S. 116 (online verfügbar auf Google Books)
  4. Kommission für bayerische Landesgeschichte, bearbeitet von Georg Leingärtner: Historischer Atlas von Bayern. Heft 24, München 1971, S. 141 (online verfügbar auf digitale-sammlungen.de)
  5. Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799 - 1980 in Verbindung mit Richard Bauer, Reinhard Heydenreuter, Gerhard Heyl, Emma Mages, Max Piendl, August Scherl, Bernhard Zittel hrsg. von Wilhelm Volkert, o. Professor an der Universität Regensburg, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.
  6. Kommission für bayerische Landesgeschichte, bearbeitet von Georg Leingärtner, Historischer Atlas von Bayern, Heft 24, München 1971, S. 142 (online verfügbar auf digitale-sammlungen.de)
  7. Werner Schulz: Vor 40 Jahren zähes Ringen um Eingliederung Massenrichts nach Hirschau. Stadt Hirschau, 18. Mai 2012, abgerufen am 25. Oktober 2012 (HTML, deutsch).
  8. Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Massenricht zum 125-jährigen Gründungsfest, Massenricht 2009, S. 47.
  9. Amberg - Lintach - Kemnath a. Buchberg - Massenricht. Verkehrsgemeinschaft Amberg−Sulzbach (Linie 459 − VGN). In: znas.de. Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach, 14. November 2011, abgerufen am 19. November 2012 (pdf; 22 kB, deutsch).
  10. Ortslinienverkehr Hirschau. Verkehrsgemeinschaft Amberg−Sulzbach (Linie 468 − VGN). In: znas.de. Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach, 25. Juli 2012, abgerufen am 19. November 2012 (pdf; 14 kB, deutsch).