Trabant 1.1

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Trabant
Trabant 1.1 Limousine

Trabant 1.1 Limousine

1.1
Produktionszeitraum: 1989–1991
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Kübelwagen, Pickup
Motoren: Ottomotor:
1,1 Liter (30 kW)
Länge: 3516–3521 mm
Breite: 1528–1560 mm
Höhe: 1420–1520 mm
Radstand: 2020 mm
Leergewicht: 700–735 kg
Vorgängermodell: Trabant 601
Nachfolgemodell: keines

Der Trabant 1.1 ist das letzte Fahrzeug der Trabant-Baureihe aus dem VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, ab 1990 der Sachsenring Automobilwerke GmbH.

Entwicklung[Bearbeiten]

Motorraum des Trabant 1.1

Nach mehreren von der DDR-Regierung (Günter Mittag) abgebrochenen Entwicklungsprojekten in Zwickau zeichnete sich Mitte der 1980er-Jahre schließlich die Entwicklung eines neuen Trabant-Modells ab. 1984 erwarb IFA von Volkswagen die Lizenz zum Bau von 1,1- und 1,3-l-Viertaktmotoren (EA 111). Während Wartburg 1.3 und Barkas B1000-1 den 1,3-Liter-Motor erhielten, wurde in den Trabant der 1,1-Liter-Motor eingebaut, der unter anderem im VW Polo verwendet wurde.

Nach den großen finanziellen Investitionen in die Motorenstraße blieb nur noch wenig Geld zur Erneuerung des Modells. Die zunächst favorisierte Karosserie eines Prototyps wurde abgelehnt. Stattdessen verbarg sich die modernisierte Technik unter dem nur im Detail veränderten Äußeren des Trabant 601: so erhielt der Trabant 1.1 eine neue Blechmotorhaube, einen neuen Grill, Kunststoffstoßstangen, neue Heckleuchten und einen Tankeinfüllstutzen hinten rechts. Auf den ersten Blick nicht zu sehen sind der verstärkte Vorderwagen zur Aufnahme des schweren Motors und die Scheibenbremsen.

In der Fachpresse ergab sich 1990 ein geradezu schizophrenes Bild der Bewertung des Trabant 1.1. Einerseits wurde er als ein unzumutbares Auto dargestellt, dessen Serienstart man am besten verhindern sollte. Gleichzeitig wurde dessen offizielle Werksvorstellung und ein Kommentar des IFA-Generaldirektors abgedruckt, in dem sich dieser über die nicht-verkaufsfördernde Berichterstattung über den Trabant 1.1 brüskiert zeigte.[1] Im Testbericht der KFT kommt man zu folgender Einschätzung: "Schon 1973 [...] haben wir die große Zeit der kleinen Schritte eingeklagt. Nun ist sie vorbei, und doch kann man sich mit dem Ergebnis nicht anfreunden. Bleibt als Trost, dass sich der Kleinwagen mit der Plastkarosserie aus dem Jahre 1964 und dem Motor aus der Jetztzeit [...] wirklich viel besser fährt, als er aussieht."

Am Markt[Bearbeiten]

Trabant 1.1 Kübelwagen - Prototyp (1988)

Das neue Modell wurde im Herbst 1989 vorgestellt und sollte 18.900 Mark kosten. Der Wagen wurde allerdings nicht freudig angenommen. Nach 26 Jahren und bei einer Preissteigerung um 6.000 Mark wollte man ein Auto, das Weststandards so sehr hinterherhing, nicht mehr akzeptieren.

Als im Mai 1990 die Produktion des als „IFA Trabant 1.1“ bezeichneten Wagens in Serie ging, war der Vertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der Bundesrepublik bereits unterzeichnet. Mit Einführung der DM in der DDR am 1. Juli 1990 waren Westautos für jedermann kurzfristig erhältlich. Dem Image und der Technik westeuropäischer Autohersteller hatte der Trabant nichts entgegenzusetzen. Die Nachfrage war entsprechend gering. Größere Kontingente wurden aufgrund bestehender RGW-Lieferverträge nur noch nach Polen und Ungarn exportiert. Auch die Vermarktungsversuche als „Fun Car“ für unter 6.000 DM schlugen fehl. Nach nur zwölf Monaten verließ der letzte von 39.474 „1.1“ das Werk.[2] Am 30. April 1991 endete damit nach 33 Jahren die Produktion des Trabants. 1994 wurden 444 Trabant 1.1 Universal als sogenannte "Edition 444" angeboten, welche ursprünglich bereits in die Türkei geliefert waren, dort aber aufgrund des Konkurs des Importeurs im Zollhafen von Mersin lagerten und nie an ihr Endziel gelangten. Auch dieser Verkauf war nicht mehr erfolgreich und letztlich wurde der letzte Trabant dieser Serie an Udo Lindenberg übergeben, welcher dieses Fahrzeug mittlerweile für Promotionzwecke zu seinem Musical Hinterm Horizont einsetzt.[3]

Modelle[Bearbeiten]

Heckansicht des Trabant 1.1 Universal mit neuen Rückleuchten und Plastik-Stoßstange

Der Trabant 1.1 wurde in vier verschiedenen Modellen angeboten:

  • Limousine, klassischer 2-Türer
  • Universal, klassischer 3-Türer-Kombi
  • Tramp, ein offenes Cabrio mit Faltdach ähnlich dem Trabant-Kübelwagen
  • Pick-up, kleiner zweitüriger Pickup mit freier Ladefläche

Literatur[Bearbeiten]

  •  Martin Roemers, David Lee: Trabant. Die letzten Tage der Produktion/The Final Days of Production. Wasmuth, Berlin/Tübingen 2007, ISBN 978-3-8030-3324-6 (83 S. überw. Ill.; zweisprachig deutsch/englisch).

Testberichte[Bearbeiten]

  • Trabant 1.1 Limousine: KFT Kraftfahrzeugtechnik 2/1990, S. 49-51 und 3/1990, S. 80-81

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trabant 1.1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. KFT Kraftfahrzeugtechnik Heft 5/1990, S.141
  2. Die Geschichte des Trabant. Trabbi-Buggy-Club ´93 e.V., abgerufen am 23. Februar 2014.
  3. Eine Neuauflage des 1.1