Track-via-Missile

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Track-via-Missile (TVM) bezeichnet eine Methode zur Lenkung von Flugabwehrraketen. Das Verfahren ist eine Mischung aus halbaktiver Radarlenkung (SARH) und Funkfernsteuerung der Rakete.

Erläuterung[Bearbeiten]

Genau wie beim SARH-Verfahren beleuchtet ein bodengebundenes Radar das Ziel. Sensoren in der Rakete registrieren die vom Ziel reflektierte Radarenergie und ermitteln somit die eigene Lage relativ zum Ziel.

Anders als beim SARH-Verfahren berechnet die Rakete aufgrund dieser Information nicht selbstständig den Abfangkurs, sondern meldet die Informationen an ein bodengebundenes System zurück. Dort werden sie (falls nicht schon durch einen Prozessor in der Rakete geschehen) aufbereitet, mit den Daten der bodengebundenen Erfassungssysteme aktualisiert und zur Erstellung von Steuerdaten genutzt, die, wie bei der Funkfernsteuerung, an die Rakete gesendet werden, um diese ins Ziel zu lenken.

Vorteile[Bearbeiten]

  • Vorteil gegenüber aktiver Radarlenkung ist, dass die Rakete selber keine Radarenergie aussendet und somit auch nicht von Radarwarnempfängern des Ziels geortet werden kann. Das Ziel weiß daher nicht, ob bereits eine Rakete im Anflug ist.
  • Vorteil gegenüber dem SARH-Verfahren ist, dass die Elektronik, die den Abfangkurs berechnet, nicht in der Rakete verbaut werden muss. Dies macht die Rakete billiger und ermöglicht, nicht auf Restriktionen bezüglich Platz, Energiebedarf u.ä., welchen in der Rakete verbaute Elektronik unterliegt, Rücksicht nehmen zu müssen.
  • Vorteil gegenüber der Funkfernsteuerung ist, dass die Sensoren, die die Lage der Rakete relativ zum Ziel feststellen, in der Rakete verbaut sind, und daher viel näher am Ziel sind, als wenn sie am Boden verbleiben würden. Dies verbessert u.a. die Störresistenz.

Beispielsysteme[Bearbeiten]

Viele moderne Flugabwehrraketensysteme setzen TVM ein. Beispiele sind: