Trade Records Analysis of Flora and Fauna in Commerce

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TRAFFIC ist eine internationale Artenschutzorganisation, die den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aus der Wildnis überwacht und sich dafür einsetzt, dass der Erhalt der Natur davon nicht bedroht wird. Der Name steht für „Trade Records Analysis of Flora and Fauna in Commerce“.

TRAFFIC ist ein gemeinsames Programm des World Wide Fund For Nature (WWF) und der Weltnaturschutzunion (IUCN). Außerdem arbeitet TRAFFIC eng mit dem Sekretariat der Artenschutzkonferenz (CITES) zusammen. Das 1976 gegründete Artenschutzprogramm hat seinen Hauptsitz in Cambridge, Großbritannien und Büros in Afrika, Asien, Nord-, Süd- und Mittelamerika, sowie Europa und Ozeanien.

Seit der Gründung hat TRAFFIC einen Ruf als verlässliche und unabhängige Organisation im Artenschutz aufbauen können. Das weltweite Netzwerk beruht auf Erforschung des Handels mit wilden Tier- und Pflanzenarten und sucht innovative und praktikable Lösungen, die mithilfe der neusten Information geeignete Regelungen für Mensch und Arten anbieten.

Vision[Bearbeiten]

Die Vision von TRAFFIC ist eine Welt, in der der Handel mit wilden Tieren und Pflanzen nachhaltig organisiert ist, damit Menschen ihre Bedürfnisse decken können, die lokale und nationale Wirtschaft gefördert wird, doch die wilden Arten, ihre Lebensräume und die Ökosysteme nicht aus ihrem natürlichen Gleichgewicht gebracht werden.

Geschichte[Bearbeiten]

TRAFFIC wurde ursprünglich 1976 gegründet als eine Spezialgruppe der Kommission zum Überleben der Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN). Das erste internationale TRAFFIC Büro und das nationale Büro der USA wurden zusammen 1979 eröffnet. Weitere TRAFFIC Büros kamen im Laufe der Jahre hinzu.

Entwicklung[Bearbeiten]

  • 1978: TRAFFIC veröffentlicht eine Studie zur abnehmenden Verbreitung der Robben
  • 1979: TRAFFIC's Forschungen über den Handel mit dem Fell wilder Katzen löst eine Diskussion auf dem Treffen der CITES Mitglieder aus. TRAFFIC erstellt eine Übersicht zum Internationalen Handel mit wilden Arten. Das TRAFFIC Bulletin, das einzige internationale Journal nur über den Handel mit wilden Arten, wird ins Leben gerufen.
  • 1983: Das TRAFFIC Bulletin veröffentlicht Studien über indische Vögel, Elfenbein von Elefanten, Robbenfell aus Europa und den Handel mit Reptilienhaut.
  • 1986: TRAFFIC unternimmt eine intensive Bewertung der Handelsbeschränkungen für wilde Arten der EU, die zu einem neuen EU Gesetz führt, das zum umfangreichsten der Welt zählt.
  • 1992: TRAFFIC entwickelt das „Bad Ivory Database System (BIDS)“, um das weltweit konfiszierte Elfenbein zu erfassen. 1994 wird das Informationssystem über Elefantenhandel (ETIS) von CITES übernommen.
  • 1993: TRAFFIC veröffentlicht eine Bestandsaufnahme über den europäischen Handel mit Heilpflanzen und beginnt die Auswirkungen auf den Bestand der wilden Heilpflanzen und Gesundheitsversorgung vor Ort zu untersuchen.
  • 1994: TRAFFIC veröffentlicht eine Studie über den Handel mit Tiger-Knochen: „Killed for a cure: a review of the worldwide trade in tiger bone“.
  • 1995: Durch verdeckte Nachforschungen von TRAFFIC kann die Polizei von London mehrere hundert Pakete mit traditioneller chinesischer Medizin aus gefährdeten Arten beschlagnahmen.
  • 1996: TRAFFIC unterstützt Untersuchungen die zur Festnahme von Elfenbein-Schmugglern in Indien führen. Eine Studie beleuchtet den Kaviarhandel vom Kaspischen Meer, woraufhin ein Jahr später etliche Störarten in die Liste gefährdeter Arten der CITES aufgenommen wird.
  • 1997: TRAFFIC überprüft das Handelsgesetz für Rhinozerosse und berichtet die Ergebnisse an CITES. Auf einen Tipp von TRAFFIC wird ein Händler von Rhinozeros-Produkten in Hongkong verhaftet und muss die Höchststrafe zahlen.
  • 1998: TRAFFIC kann in den Inhaltsstoffen von Medikamenten in Kanada und den USA Tiger- und Rhinozeros-Stoffe nachweisen.
  • 2000: TRAFFIC's Hilfe führt zum Konfiszieren von vier Tigerfellen, 70 Leopardenfellen und 18.000 Leoparden-Krallen
  • 2002: TRAFFIC legt offen, dass der Profit aus europäischem Jagdtourismus nicht in den Ländern bleibt, wo die Tiere gejagt werden. In einem Workshop unter Teilnahme von Ermittlungsbehörden, Staatsanwälten und Naturschützern aus allen EU Staaten wird aufgezeigt, dass es einen Zusammenhang von organisierter Kriminalität und illegalem Artenhandel gibt.
  • 2003: Ein TRAFFIC-Report berichtet über enorme Zahlen von illegal gehandelten Fellen von Schneeleoparden.
  • 2005: TRAFFIC zeigt in zwei Berichten, dass jährlich Hunderte von Orang-Utans in Indonesien getötet oder gefangen werden. Die von TRAFFIC verwaltete Internet-Datenbank EU-TWIX soll dem Zoll, der Polizei und anderen Vollzugsbehörden helfen, den illegalen Handel mit Wildarten in Europa besser zu bekämpfen.
  • 2006: Die EU legt neue Gesetze für den Handel mit Kaviar fest.
  • 2007: TRAFFIC beleuchtet mit einem Report den Zustand des Artenhandels in der EU. Auf der CITES Konferenz stellt die EU einen Aktionsplan vor, wie der Handel mit wilden Arten stärker kontrolliert werden soll. TRAFFIC veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem WWF einen „Souvenir-Führer“, der Touristen hilft, sinnvolle Urlaubsandenken anstatt gefährdete Arten Heim zu bringen.
  • 2008: TRAFFIC veröffentlicht zusammen mit dem Bundesamt für Naturschutz, der Weltnaturschutzunion IUCN und dem WWF den neuen Internationalen Standard zur Nachhaltigen Sammlung von Heil- und Aromapflanzen aus der Wildnis.

Weblinks[Bearbeiten]