Trades Union Congress

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Der Trades Union Congress (TUC) ist ein gewerkschaftlicher Dachverband in Großbritannien. Er vereint 65 Gewerkschaften mit ca. 6,5 Millionen Mitgliedern.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Trades Union Congress, kurz TUC, wurde in den 1860er Jahren als Koordinationsgremium der britischen Gewerkschaften (Trade Unions) gegründet. Sein unmittelbarer Vorläufer war die United Kingdom Alliance of Organised Trades, das erste Treffen unter dem Kürzel „Trades Union Congress“ fand 1868 in Manchester statt. Anders als in Deutschland, wo Gewerkschaften oft als Anhang politischer Parteien entstanden, war in Großbritannien die seit dem 18. Jahrhundert existierende Gewerkschaftsbewegung treibende Kraft bei der Etablierung einer Arbeiterpartei. Enttäuscht von bisherigen liberalen Bündnispartnern im Parlament schuf sich der TUC 1905 ein „Labour Representation Comittee“ (LRC), aus dem sich später die bis heute bestehende Labour Party entwickelte.

Während des Ersten Weltkrieges waren Delegierte des TUC Teil des War Emergency Workers National Committee, in dem die britische Arbeiterbewegung ihre Antworten auf die Umwälzungen der Kriegswirtschaft formulierte.[1] Trotz unterschiedlicher Positionen zwischen totaler Ablehnung oder bedingungsloser Befürwortung des Weltkrieges kam es infolge des Krieges nicht zur Spaltung der Gewerkschaftsbewegung. Im Gegenteil stärkte der Weltkrieg die Stellung der Gewerkschaften im politischen System des Landes, denn ohne die organisierte Arbeitskraft wären die Herausforderungen der Kriegswirtschaft nicht zu bewältigen gewesen. Im britischen Generalstreik von 1926 zeigte sich dieses gewachsene Selbstbewusstsein, ebenso in vom TUC unterstützen Labour-Regierungen, zum ersten Mal 1929–1931 unter Ramsay MacDonald. Einen ähnlichen Statusgewinn erzielte der TUC durch die Kriegsanstrengungen des 2. Weltkrieges, der ebenfalls 1945 zur Wahl einer Labour-Regierung führte.

Der Aufbau eines britischen Wohlfahrtsstaates seitdem geht auf Forderungen und Initiativen des TUC und seiner Gewerkschaften zurück. Seit 1979 jedoch geriet der TUC mit der Regierung von Margaret Thatcher, die einen Frontalangriff auf die gesellschaftliche Stellung der Gewerkschaften fuhr, zunehmends ins Abseits. Durch die Entwicklung der Labour Party hin zu „New Labour“ mit einer zunehmends wirtschaftsliberalen Ausrichtung ist dem TUC zudem der lange wirksame parlamentarische Arm abhandengekommen.

Funktion und Arbeitsweise[Bearbeiten]

Das Hauptentscheidungsorgan der TUC ist der einmal im Jahr, normalerweise im September, stattfindende Kongress. Alle zwischen den Kongressen anfallenden Entscheidungen werden von den 56 Mitgliedern des General Council getroffen. Dieses tagt in der Regel alle zwei Monate. In der ersten Nach-Kongress Sitzung des General Council wählt dieses das Executive Committee und den Präsidenten der TUC gewählt.

Das Executive Committee ist für die Umsetzung der Entscheidungen, die Finanzen und das Tagesgeschäft zuständig.

Der Präsident leitet die Sitzungen des General Council und des Executive Committee und wird vom General Secretary beraten.

Der General Secretary vertritt die TUC gegenüber der Öffentlichkeit und anderen Organisationen.

Mitgliedsgewerkschaften[Bearbeiten]

Die Mitglieder des TUC sind:


Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Sitz des TUC

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  • RMT (National Union of Rail, Maritime and Transport Workers) [40]

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T[Bearbeiten]

U[Bearbeiten]

W[Bearbeiten]

Y[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ross M. Martin T.U.C.: The Growth of a Pressure Group, 1868–1976. Oxford 1980
  • André Keil: Zwischen Kooperation und Opposition – Die britische Arbeiterbewegung und das „War Emergency Workers National Comittee“ während des ersten Weltkrieges, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2014.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. André Keil: Zwischen Kooperation und Opposition – Die britische Arbeiterbewegung und das „War Emergency Workers National Comittee“ während des ersten Weltkrieges, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2014.