Traian Vuia

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Traian Vuia
Traian Vuias Flugmaschine (18. März 1906)

Traian Vuia (* 17. August 1872 in Surducu Mic, Österreich-Ungarn (heute Kreis Timiș, Rumänien); † 3. September 1950 in Bukarest) war ein rumänischer Luftfahrtpionier.

Ausbildung[Bearbeiten]

Geboren wurde Traian Vuia im Dorf Surducu Mic im heutigen Kreis Timiș in West-Rumänien. Nach dem Abschluss an der Hochschule von Lugoj 1892 besuchte er die Polytechnische Universität in Budapest. An der Schule für Mechanik erhielt er sein Diplom, dann schrieb er sich an der juristischen Fakultät der Universität ein. Im Mai 1901 bekam er den Ph.D.-Titel in Rechtswissenschaften mit dem Thema Militär und Industrie, staatliche Vertragsverwaltung

Flugpionier[Bearbeiten]

Nach seiner Graduierung kehrte er nach Lugoj zurück. Dort widmete er sich dem Problem von Flugmaschinen schwerer als Luft und entwarf seine erste Flugmaschine, die er Flug-Automobil nannte. Im Juli 1902 entschied er sich nach Paris zu gehen, um seine Flugmaschine zu bauen. Hier suchte er potentielle Geschäftspartner, um den Bau zu finanzieren. Er ging zu Victor Tatin einem bekannten Luftfahrt-Thereotiker, der bereits 1879 Flugmodelle gebaut hatte.

Tatin war sofort an Vuias Projekt interessiert. Tatin glaubte allerdings nicht, dass Vuia ein solches Fluggerät mit genügend Stabilität und Motorkraft bauen könnte. Vuia ließ sich aber nicht entmutigen und ging zur Französischen Akademie der Wissenschaften in Paris. Am 16. Februar 1903 und stellte sein Projekt vor. Seine Pläne wurden allerdings mit folgendem Kommentar als utopisch zurückgewiesen:

Das Problem des Flugs einer Maschine schwerer als Luft kann nicht gelöst werden, es ist einfach nur ein Wunschtraum.

Trotz der vielen Ablehnungen wollte Vuia nicht aufgeben. Er beantragte seine Flugmaschine zum Patent am 17. August 1903, welches am 16. Oktober 1903 veröffentlicht wurde. Vuia hatte bereits im Winter 1902 mit dem Bau des Flugapparates begonnen und stieß auf viele Probleme, meist finanzieller Art, aber er schaffte es trotzdem. Im Herbst 1904 baute er einen Flugmotor nach seinen eigenen Ideen, welcher im selben Jahr in Großbritannien patentiert wurde.

Flugzeug Vuia 1[Bearbeiten]

Postkarte von Vuia und seinem Flugzeug

Sein Flugzeug nannte er Traian Vuia 1. Es war ein Einsitzer mit hohen Tragflächen, der im Dezember 1905 komplett zusammengebaut wurde. Er fand einen Platz in Montesson in der Nähe von Paris, wo er seine Flugmaschine testen konnte. Anfangs wurde der Apparat, ohne Flügel, als Auto getestet. Am 18. März 1906 war es dann endlich soweit, der Erstflug konnte beginnen. Nach 50 m Startphase hob sein Flugzeug ab und flog rund 12 m in ein Meter Höhe.[1] Dann stoppte der Motor und das Flugzeug landete. Viele Zeitschriften in Frankreich, den USA und England schrieben über diesen kurzen Flug. Dies war angeblich der erste freie Flug einer Flugmaschine mit einem Zugpropeller.

Weitere Fluggeräte und Erfindungen[Bearbeiten]

1907 baute er seine Vuia II mit einem Antoinette 25 PS (19 kW) Motor. Die Antoinette Motoren und später die Antoinette Flugzeuge baute damals Léon Levavasseur, der zeitweise der Monteur von Alberto Santos Dumont war. Die Vuia II wurde auf dem Aeronautical Salon in Paris ausgestellt.

Zwischen 1918 und 1921 baute er Experimental-Hubschrauber im Juvissy- und Issy-les-Moulineaux-Aerodrome. Eine andere große Erfindung war die Entwicklung eines Dampfgenerators, der Dampfdrücke von mehr als 100 atm (10 MPa) erzeugen konnte. Diese Generatoren werden heute noch in einigen Kraftwerken eingesetzt.

Am 27. Mai 1946 wurde er zum Ehrenmitglied der rumänischen Akademie ernannt. Heute trägt der Flughafen Timișoara (TSR) seinen Namen. Er ist der zweitgrößte Flughafen in Rumänien.

Literatur[Bearbeiten]

 Bernard Orner: Modest Experimenter – Vuias Powered Flights: the Successes of a Little-known Pioneer. In: Flight. 69, Nr. 2462, 30. März 1956, S. 365–366 (Online verfügbar).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. TRAIAN VUIA – in a Century of Aviation: Informationen zu Traian Vuia auf der Website der Biblioteca Academiei Române (englisch, abgerufen am 15. März 2011)