Trail Orienteering

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Trail Orienteering, auch Trail-Orientierung oder kurz Trail-O, ist eine Variante der Sportart Orientierungslauf, die vor allem für Sportler mit Behinderungen konzipiert ist. Da beim Trail-O nur die Orientierungsleistung zählt und die Bewegungsgeschwindigkeit keine Rolle spielt, kann der Sport aber auch von Nichtbehinderten ausgeübt werden. International wird das Trail Orienteering vom Internationalen Orientierungslaufverband (IOF) organisiert.

Regeln[Bearbeiten]

Aufgabenstellung beim Trail-O

Wie beim herkömmlichen Orientierungslauf muss man sich beim Trail-O mit Hilfe von Karte und Kompass orientieren. Im Gegensatz zu diesem müssen beim Trail-O die Posten jedoch nicht direkt aufgesucht, sondern nur aus der Ferne von leicht erreichbaren Aussichtspunkten aus identifiziert werden. Von jedem Aussichtspunkt aus sind mehrere Posten zu sehen, mit Hilfe von Karte und Postenbeschreibung muss dann der auf der Karte verzeichnete Posten auf einer speziellen Multiple-Choice-Kontrollkarte markiert werden. Es gewinnt der Teilnehmer mit den meisten richtig markierten Posten, bei Gleichstand kann auch die Zeit bis zum Markieren des Postens entscheiden, die bei einigen Posten gemessen wird. Die Zeit zum Absolvieren des gesamten Kurses spielt jedoch keine Rolle, die Strecke kann zu Fuß, mit Stöcken, mit einem Rollstuhl oder auch mit physischer Unterstützung durch Hilfspersonen absolviert werden. Ausgenommen sind einzig Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.[1][2]

Beim Trail-O ist besonders die orientierungstechnische Genauigkeit entscheidend, weshalb der Trail-O im angloamerikanischen und skandinavischen Sprachraum auch als „Präzisionsorientierung“ (englisch precision orienteering, schwedisch Precisionsorientering) bezeichnet wird. Um dies zu ermöglichen werden beim Trail-O besonders detaillierte Orientierungslaufkarten, meist in einem sehr großen Maßstab wie 1:5 000 oder 1:4 000, verwendet.[3][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Vor allem seit den 1980er Jahren kam es zu verschiedenen Versuchen, Menschen mit Behinderung den Zugang zum Orientierungssport zu ermöglichen. Eine Möglichkeit dazu war der Rollstuhl-Orientierungslauf. Im Gegensatz zu diesem wurde die Trail-Orientierung jedoch mit dem Ziel entwickelt, ausschließlich die orientierungstechnische Leistung als Wettkampfgrundlage zu verwenden und so für Menschen unterschiedlichster körperlicher Leistungsfähigkeit die gleichen Chancen im Wettkampf sicherzustellen.[3]

Europäische Meisterschaften wurden erstmals im Jahr 1994 ausgetragen und werden seither jährlich veranstaltet. 1999 wurde von der IOF ein Weltcup ins Leben gerufen und seit 2004 wird jährlich eine Weltmeisterschaft ausgetragen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Trail Orienteering auf der Seite des Internationalen Orientierungslaufverbandes, abgerufen am 6. Januar 2011
  2. a b  International Orienteering Federation (Hrsg.): Competition Rules for International Orienteering Federation (IOF) Trail Orienteering Events. 2010, S. 10-11 (Competition Rules, abgerufen am 6. Januar 2011).
  3. a b  Ian Bratt: Orientierungslauf. Training - Technik - Wettkampf. 1 Auflage. Pietsch, Stuttgart 2004 (Originaltitel: Orienteering. The essential guide to equipment and techniques, übersetzt von Hermann Leifeld), ISBN 3-613-50447-2, S. 72.