Train (Niederbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Train
Train (Niederbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Train hervorgehoben
48.73333333333311.833333333333422Koordinaten: 48° 44′ N, 11° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Siegenburg
Höhe: 422 m ü. NHN
Fläche: 10,15 km²
Einwohner: 1825 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93358
Vorwahl: 09444
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 177
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marienplatz 13
93354 Siegenburg
Webpräsenz: www.gemeinde-train.de
Bürgermeister: Gerhard Zeitler
Lage der Gemeinde Train im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
Über dieses Bild

Train ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Siegenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Train liegt in der Hallertau und ist Teil der Planungsregion Regensburg.

Ortsteile sind Train, Mallmersdorf, Neukirchen und St. Johann.

Geschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Michael

Der Ort entstand um die Jahrtausendwende als "Hittinburg" und wurde im 13. Jahrhundert in Train umbenannt. Unter den Besitzern des Hofmarkschlosses befinden sich mehrere bedeutende Adelsgeschlechter, darunter die Pfeffenhausener und Feurer, die Eckher von Kapfing und der Freiherr von Deuring, der 1722 das Schlossbenifizium ins Leben gerufen hat. Der vielleicht berühmteste Gast, den die Schlossmauern einst beherbergt haben, war Emanuel Schikaneder. Teile seines Textbuches zur Mozart-Oper "Die Zauberflöte" soll er hier verfasst haben. Besonders ereignisreich war die Ära der Elisabeth von Train, die von 1788 bis 1807 Schlossherrin war. Während ihrer Herrschaft kam es sogar zu zwei aufsehenerregenden Volksaufständen. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige politische Gemeinde. Seit 1980 ist Train auch Sitz einer katholischen Pfarrgemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Staudach eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister in Train ist Gerhard Zeitler (Unabhängige Liste).

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Im Zinnenschnitt schräg geteilt von Silber und Blau; unten ein silbernes Schildchen mit einem durchgehenden blauen Andreaskreuz.

Das Wappen enthält Elemente aus den heraldischen Abzeichen zweier als Inhaber des Schlosses und der Hofmark Train für die Geschichte der Gemeinde seit dem 16. Jahrhundert wichtiger Adelsgeschlechter. Der Sparren ist aus dem Wappen der Pfeffenhauser übernommen, die Anfang des 17. Jahrhunderts ausgestorben sind. Die Dreizahl der Rauten stammt aus dem Wappen der Ecker von Kapfing.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wasserschloss Train

Das Wasserschloss Train wurde im 15. Jh. durch den Hofmarksherren von Train erbaut. Den Eckern ist der Wiederaufbau des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Schlosses zu verdanken. Zum Schloss gehört eine schöne Wallfahrtskapelle, deren Rokoko-Altar der Landshuter Meister Christian Jorhan (der Ältere) schuf. Die als wundertätig verehrte, schwarze Madonna - eine 1683 geschnitzte Nachbildung der Altöttinger Gnadenstatue - zog um 1700 viele Gläubige an. Fast täglich kamen Wallfahrten aus teils weit entfernten Pfarreien.

Sehenswert ist die Pfarrkirche St. Michael, die in den Jahren 1995/96 erweitert und restauriert wurde. Die unteren Turmmauern mit Altarraum und Stuckdecke stammen aus dem Jahre 1674, während das Langhaus nach seinem Einsturz 1835 neu errichtet worden war. Erst 1980 wurde das einstige Benefizium Train, das sich aus der ehemaligen Schlosskapellenstiftung heraus gebildet hatte, zur eigenen Pfarrei erhoben.

Eine weitere Kirche gab es früher am Vitalisberg. sie war dem heiligen Vitalis geweiht, musste aber Anfang des 19. Jahrhunderts "auf kurfürstlichen Befehl" abgebrochen werden. In den Dörfern Mallmersdorf und Neukirchen befinden sich schöne Filialkirchen. Die kleine Kirche St. Georg in Neukirchen ist romanisch und diente der Bevölkerung zu Kriegszeiten als Wehrkirche. Hier führte einst die alte Salzstraße vorüber. Bei St. Johann steht eine neugebaute Kapelle, die daran erinnert, dass der Ort erst im Jahre 1806 entstanden ist, nachdem man eine durch Brand beschädigte Waldkapelle in ein erstes Wohnhaus umbaute. Erholung und Stille bietet der weitläufige Dürnbucher Forst, der sich nordwestlich an das Gemeindegebiet anschließt. Ein Besuch lohnt die einsame Waldkapelle "Mariahilf", wo um 1745 ein Krämer von Räubern überfallen wurde und durch die Anrufung der Muttergottes gerettet wurde.

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Train (Niederbayern)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Autobahnauffahrt im Nachbarort Elsendorf ist Train an die Autobahn A93 München-Regensburg angebunden. Durch den Ortsteil St. Johann führt die Bundesstraße B301 nach Mainburg bzw. Abensberg

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das größte Unternehmen am Ort ist die Hopfenveredelung St. Johann mit gut 100 Mitarbeitern. Es handelt sich dabei um das größte Hopfenpelletierwerk der Welt. Der überwiegende Teil der in der Welt verarbeiteten Hopfenpellets europäischen Ursprungs werden dort aus Hopfen aus ganz Europa erzeugt. Das Werk ist Teil des internationalen Hopfenhandelskonzerns Johann Barth & Sohn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 493

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Train – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien