Trans-World-Airlines-Flug 3

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Trans-World-Airlines-Flug 3
Douglas DC-3, SE-CFP.jpg

Eine Douglas DC-3. Ein Flugzeug dieses Typs wurde für diesen Flug genutzt

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart Controlled flight into terrain“ aufgrund eines Pilotenfehlers
Ort Clark County, Nevada, USA
Datum 16. Januar 1942
Todesopfer 22
Überlebende 0
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Douglas DC-3
Betreiber Trans World Airlines
Kennzeichen NC1946
Abflughafen New York City, New York, USA
Zielflughafen Burbank, USA
Passagiere 19
Besatzung 3
Liste von Katastrophen der Luftfahrt

Trans-World-Airlines-Flug 3 war ein Linienflug der US-amerikanischen Fluggesellschaft Trans World Airlines von New York nach Burbank (Kalifornien) mit Zwischenstopps in Indianapolis (Indiana), St. Louis (Missouri), Albuquerque (New Mexico) und Las Vegas (Nevada). Am 16. Januar 1942 prallte die Douglas DC-3-382, die für diesen Flug eingesetzt wurde, kurz nach dem Start vom Flughafen von Las Vegas (heute Nellis Air Force Base) in einen Hang und zerschellte. Alle 19 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, darunter die Hollywoodschauspielerin Carole Lombard.

Flugverlauf[Bearbeiten]

Eine DC-3 wird für ihren Abflug vorbereitet

Trans World Airlines Flug 3 war ein Kontinentalflug von New York an der amerikanischen Ostküste nach Burbank an der Westküste mit mehreren inländischen Zwischenstopps, darunter Indianapolis, St. Louis und Albuquerque.

Am Montag, dem 16. Januar 1942 unternahm eine Douglas DC-3-382 diesen Flug. Kurz nach 04.00 Uhr morgens ging in Indianapolis die 33-jährige Schauspielerin Carole Lombard (bekannt aus der Komödie Mein Mann Godfrey) mit ihrer Mutter Elizabeth Knight Peters und ihrem Agenten Otto Winkler an Bord der Maschine. Lombard kehrte von einer Tournee aus dem Mittleren Westen zurück und wollte in Los Angeles ihren Ehemann Clark Gable wiedersehen. Bei der Tournee, durch die auch Kriegsanleihen beworben worden waren, waren insgesamt mehr als zwei Millionen US-Dollar zusammengekommen. Um 05.27 Uhr morgens hob die Maschine in Indianapolis Richtung St. Louis ab. Dort konnte sie wegen dichten Nebels und daraus resultierender geringer Sichtverhältnisse mit zweistündiger Verspätung erst um 09.03 Uhr starten.

Nachdem die Maschine in Albuquerque zwischengelandet war, wurden Lombard und ihre Begleiter gebeten, das Flugzeug zu verlassen, um für den letzten Teil der Strecke Platz für 15 Mitglieder des United States Army Air Corps zu schaffen. Lombard überredete die Verantwortlichen jedoch, an Bord bleiben zu können, da sie durch ihre Kriegstournee ebenso wichtig sei. Infolgedessen mussten vier andere Passagiere das Flugzeug verlassen, darunter der Violinist Joseph Szigeti.

In Albuquerque wurde außerdem die bisherige Mannschaft ausgetauscht. Es kamen Wayne C. Williams (41) als Pilot, Morgan Atherton Gillette (25) als Co-Pilot und Alice Frances Getz (21) als Flugbegleiterin hinzu. Obwohl wegen der zusätzlichen Ladung und der vorausgesagten Gegenwinde ein Zwischenstopp in Winslow (Arizona) zum Auftanken eingeplant worden war, entschied sich die neue Crew, stattdessen direkt nach Las Vegas zu fliegen. Nach der kurzen Zwischenlandung in Las Vegas, bei der die Maschine neu betankt wurde, hob sie um 19.07 Uhr zu ihrem Endziel Burbank ab.

16 Minuten später prallte die Maschine, die sich fast sieben Meilen abseits von ihrem Kurs befand, gegen eine Bergflanke 25 Meter unterhalb des Gipfels des Potosi Mountain, eines der höchsten Berge Nevadas. Sie rutschte in eine Schlucht, zerbrach und ging in Flammen auf. Dabei kamen alle 22 Menschen an Bord ums Leben. In einem weiten Umfeld um die Trümmer herum waren die Kiefern abrasiert und der Schnee schmolz wegen der enormen Hitze.

Untersuchung[Bearbeiten]

Das Unglück wurde vom Civil Aeronautics Board (CAB) untersucht. Augenzeugen und anderen Quellen zufolge verfolgte die Maschine eine gerade Fluglinie nach dem Start in Las Vegas, die um etwa zehn Grad von der vorgeschrieben Flugroute abwich. Dieser Flugweg führte das Flugzeug in bergiges Gelände von etwa 2500 Metern Höhe. Dies brachte die Ermittler zu der Schlussfolgerung, dass sich die Mannschaft keiner Funknavigation bediente, um die Flugroute zu verfolgen.

Die Sichtverhältnisse waren gut, aber aufgrund des Kriegs war die Flugbahnbeleuchtung ausgeschaltet. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Unglücksursache darin bestand, dass der Pilot Williams nach dem Abheben in Las Vegas nicht dem vorgeschriebenen Kurs gefolgt war und dass er die vorhandenen Mittel zur Kursbestimmung nicht genutzt hatte. Dabei hatte er nicht nach der Richtlinie der Trans World Airlines vom 17. Juli 1941 gehandelt, die Piloten empfahl, ihren Kurs nach den gegebenen örtlichen Flugsignalen zu richten. Ein weiteres wichtiges Dokument war der Flugplan für den weiteren Verlauf des Flugs von Las Vegas nach Burbank, der vom Ersten Offizier entworfen, aber nicht vom Kapitän unterzeichnet worden war.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matzen, Robert. Fireball: Carole Lombard and the Mystery of Flight 3. GoodKnight Books (Pittsburgh, 2014)

Weblinks[Bearbeiten]