Transformstörung

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Eine Transformstörung ist ein Begriff der Plattentektonik. Damit werden Störungen bzw. Verwerfungszonen bezeichnet, an denen sich die tektonischen Platten seitlich aneinander vorbei schieben. Die Bewegung selbst wird als Blattverschiebung bezeichnet.

Entstehung[Bearbeiten]

San-Andreas-Verwerfung mit leicht nach rechts ausscherender Störung

Bei einer Transformstörung gleiten zwei Lithosphärenplatten, beziehungsweise zwei Plattenteile, entlang ihrer Grenzen horizontal aneinander vorbei. Dieser Vorgang wird in der Geologie als materialneutral bezeichnet, da kein Erdkrustenmaterial gebildet oder vernichtet wird. Diese Bewegung verläuft allerdings nicht reibungsfrei. Die Platten verhaken sich ineinander, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der aufgestaute Druck zu groß wird und sich die angesammelte Energie schlagartig in einem flachen Erdbeben entlädt. Aus diesem Grund sind Gebiete in der Nähe von Transformstörungen stark erdbebengefährdet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Transformstörung im Modell der Plattengrenzen

Transformstörungen lassen sich an Plattengrenzen auf dem Festland, aber auch auf den Meeresboden der Ozeane beobachten. Bekannte Hauptstörungen sind zum Beispiel die kalifornische San-Andreas-Verwerfung und die Nordanatolische Verwerfung.

Ozeanische Plattengrenzen[Bearbeiten]

Die häufigsten Transformstörungen sind ozeanischer Art, also auf dem Meeresboden zu finden, und unterteilen mittelozeanische Rücken in Segmente. Sie durchschneiden den Rücken meist senkrecht gegenüber der Streichrichtung. Die Störungen bilden weder eine ununterbrochene gerade Linie, noch spreizen sie sich in gleich bleibender Geschwindigkeit. Vielmehr treten unregelmäßige Versetzungen auf. Ganze Abschnitte des Rückens verschieben sich senkrecht zur Spreizungszone nach links oder rechts und gehören daher nur aufgrund der Transformstörungen zueinander.

In den sich bildenden Spalten kommt das Meerwasser mit heißeren Gesteinsschichten in Kontakt, so dass an den Störungen oft Hydrothermalfelder mit Schwarzen Rauchern entstehen.

Kontinentale Plattengrenzen[Bearbeiten]

Bekanntere Beispiele sind auf den Kontinenten zu finden, wo Menschen durch die entstehenden Erdbeben gefährdet sind. Dort ist die Struktur solcher Störungen oft komplexer, da die Schichtung der Gesteine auf beiden Seiten der Störung unterschiedlich ist und diese Gesteinsschichten mechanisch unterschiedlich auf die äußere Spannung reagieren. Diese komplexen Regionen tragen daher oft den Namen Transform-Zonen. Auf äußere Spannungsveränderung reagieren die Störungen mit Erdbeben, bei denen sich weitere Klüfte und Spalten öffnen.

Typen[Bearbeiten]

Es gibt drei grundlegende Transformbruchtypen,

  1. Rücken / Rücken
  2. Rücken / Rinnen
  3. Rinnen / Rinnen

die auf sechs spezifischere Arten ausgedehnt werden:

  1. Rücken / Rücken, z. B. Mittelatlantischer Rücken
  2. Rücken / überfahrende Rinnen
  3. Rücken / subduzierende Rinnen, z. B. Haida Gwaii
  4. Konkave Rinnen / konkave Rinnen
  5. Konkave Rinnen / konvexe Rinnen, z. B. Alpine-Verwerfung (Alpine Fault), Neuseeland
  6. Konvexe Rinnen / konvexe Rinnen, z. B. Sulaiman-Verwerfung (Suliman Fault)

Literatur[Bearbeiten]

  • Relativbewegungen von zwei Platten auf einer Kugel. In: Eulerpol. TU Freiberg (Skripte – Grundlagen der Geodynamik und Tektonik, PDF; 0,34 MB)