Transpersonale Psychologie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Transpersonale Psychologie und die darauf aufbauende Transpersonale Psychotherapie erweitern die klassische Psychologie und Psychotherapie um philosophische, religiöse und spirituelle Aspekte.

Die Transpersonale Psychologie entwickelte sich aus anderen psychologischen Schulen wie Psychoanalyse, Behaviourismus und Humanistische Psychologie. Die Transpersonale Psychologie versucht, spirituelle Erfahrungen zu beschreiben und in die existente moderne psychologische Theorie zu integrieren. Arten von Erfahrungen, die betrachtet werden, beinhalten u. a. Mystik, Epiphanie, veränderte Bewusstseinszustände und Trance. Obwohl Carl Jung, Otto Rank und andere Aspekte des Spirituellen und Transpersonalen in ihrem Werk untersucht haben, merkt John Miller[1], American Psychiatric Association, an, dass die westliche Psychologie eine Tendenz hat, die spirituelle Dimension der menschlichen Psyche zu ignorieren.

Inhalte[Bearbeiten]

Transpersonale Psychologie untersucht Bewusstseinszustände „jenseits“ (trans) der personalen Erfahrung: Bewusstsein, Mysterium, Übersinnliches, Bewusstseinserweiterung, Irrationales, Transzendenz, Spiritualität, Religion etc.

Begründer[Bearbeiten]

Der Begriff wurde Ende der 1960er Jahre von Vertretern der humanistischen Psychologie in den USA geprägt. Ursprünglich war der Begriff „transhumanistisch“ im Gespräch, wurde dann aber verworfen zugunsten des „Transpersonalen“. Wesentliche Begründer und Theoretiker der transpersonalen Psychologie waren und sind Stanislav Grof, Anthony Sutich, Frances Vaughan, Roger Walsh, Abraham Maslow, Ronald D. Laing, Charles Tart, Roberto Assagioli und Ken Wilber. In Europa wurden auch Elemente der Analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung, der von Viktor Emil Frankl begründeten Logotherapie und der von Karlfried Graf Dürckheim begründeten Initiatischen Therapie in die transpersonale Psychologie integriert.

Therapeutische Methoden[Bearbeiten]

In der Transpersonalen Psychotherapie werden neben Elementen verschiedener humanistischer Therapieverfahren vor allem meditative und hypnotische Techniken sowie Methoden der Körpertherapie, der initiatischen Therapie von Graf Dürckheim, Holotropes Atmen, psycholytische Psychotherapie, schamanische Techniken und andere spirituelle Techniken eingesetzt. Dadurch sollen bewusstseinserweiternde Erfahrungen möglich werden, die sich dann auf das Leben des Menschen nachhaltig auswirken.[2]

In der akademischen Psychologie wird die Transpersonale Psychologie oft aufgrund dieser Kombination spiritueller und psychologischer Konzepte kritisch gesehen. Gegen die Transpersonale Psychotherapie wird von evangelischer Seite eingewendet, dass empirische Belege für die Existenz eines „transpersonalen Bewusstseinsraumes“ fehlen würden. Ihre wissenschaftstheoretischen Grundlagen seien spekulativ und gemäß dem gegenwärtigen Konsens unwissenschaftlich, weil sich eine empirisch überprüfbare Theoriebildung und religiöse Weisheitslehren vermischen würden. [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Miller, John J. (1998) Book Review: Textbook of Transpersonal Psychiatry and Psychology. Psychiatric Services 49:541-542, April 1998.
  2. Roger N. Walsh, Frances Vaugham: Psychologie in der Wende. Scherz, München 1985, S. 12ff. ISBN 3502138184.
  3. Lexikon der Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Stichwort „Transpersonale Psychotherapie"