Transpersonale Psychologie
Die Transpersonale Psychologie und die darauf aufbauende Transpersonale Psychotherapie erweitern die klassische Psychologie und Psychotherapie um philosophische, religiöse und spirituelle Aspekte.
Die Transpersonale Psychologie entwickelte sich aus anderen psychologischen Schulen wie Psychoanalyse, Behaviourismus und Humanistische Psychologie. Die Transpersonale Psychologie versucht, spirituelle Erfahrungen zu beschreiben und in die existente moderne psychologische Theorie zu integrieren. Arten von Erfahrungen, die betrachtet werden, beinhalten u. a. Mystizismus, Epiphanie, veränderte Bewusstseinszustände und Trance. Obwohl Carl Jung, Otto Rank und andere Aspekte des Spirituellen und Transpersonalen in ihrem Werk untersucht haben, merkt John Miller[1], American Psychiatric Association, an, dass die westliche Psychologie eine Tendenz hat, die spirituelle Dimension der menschlichen Psyche zu ignorieren.
Gegen die Transpersonale Psychotherapie wird eingewendet, dass empirische Belege für die Existenz eines „transpersonalen Bewusstseinsraumes“ fehlen. Ihre wissenschaftstheoretischen Grundlagen sind spekulativ und gemäß dem gegenwärtigen Konsens unwissenschaftlich, weil sich eine empirisch überprüfbare Theoriebildung und religiöse Weisheitslehren vermischen. [2]
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Inhalte [Bearbeiten]
Transpersonale Psychologie untersucht Bewusstseinszustände „jenseits“ (trans) der personalen Erfahrung: Bewusstsein, Mysterium, Übersinnliches, Bewusstseinserweiterung, Irrationales, Transzendenz, Spiritualität, Religion etc.
Begründer [Bearbeiten]
Der Begriff wurde Ende der 1960er Jahre von Vertretern der humanistischen Psychologie in den USA geprägt. Ursprünglich war der Begriff „transhumanistisch“ im Gespräch, wurde dann aber verworfen zugunsten des „Transpersonalen“. Wesentliche Begründer und Theoretiker der transpersonalen Psychologie waren und sind Stanislav Grof, Anthony Sutich, Frances Vaughan, Roger Walsh, Abraham Maslow, Ronald D. Laing, Charles Tart, Roberto Assagioli und Ken Wilber. In Europa wurden auch Elemente der Analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung, der von Viktor Emil Frankl begründeten Logotherapie und der von Karlfried Graf Dürckheim begründeten Initiatischen Therapie in die transpersonale Psychologie integriert.
Therapeutische Methoden [Bearbeiten]
In der Transpersonalen Psychotherapie werden neben Elementen verschiedener humanistischer Therapieverfahren vor allem meditative und hypnotische Techniken sowie Methoden der Körpertherapie, der initiatischen Therapie von Graf Dürckheim, Holotropes Atmen, psycholytische Psychotherapie, schamanische Techniken und andere spirituelle Techniken eingesetzt. Dadurch sollen bewusstseinserweiternde Erfahrungen möglich werden, die sich dann auf das Leben des Menschen nachhaltig auswirken.[3]
In der klassischen Psychologie wird die Transpersonale Psychologie oft aufgrund dieser Kombination spiritueller und psychologischer Konzepte kritisch gesehen.
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Stanislav Grof: Das Abenteuer der Selbstentdeckung. Kösel, München 1987. ISBN 3-466-34172-8
- Charles T. Tart: Transpersonale Psychologie. Walter, Olten 1978. ISBN 3-530-87050-1
- Joachim Galuska, Edith Zundel (Hrsg.): Zeitschrift für Transpersonale Psychologie und Psychotherapie. Verlag Via Nova, Petersberg, ISSN 0949-3174
- Ken Wilber: Das Spektrum des Bewußtseins : Eine Synthese östlicher und westlicher Psychologie. 6. Auflage. Rowohlt, Reinbek 1991, ISBN 3499185938.
- Sylvester Walch: Transpersonale Psychologie und Holotrope Therapie. Einführung in Theorie und Praxis (Vortrag gehalten beim 1. Psychotherapie-Weltkongreß in Wien, 1996)
- Marcus Klische: Transpersonale Entwicklung (Dissertation 2006)
Weblinks [Bearbeiten]
- Deutsches Kollegium für Transpersonale Psychologie und Psychotherapie – mit deren Darstellung der Thematik, veranstaltet jedes Jahr einen Kongress zum Thema
- Zeitschrift für Transpersonale Psychologie und Psychotherapie
- Website der Association for Transpersonal Psychology, Palo Alto
- Vortrag von Sylvester Walch (PDF-Datei; 252 kB)
- Artikel von Oliver Sorin – Übersicht Transpersonale Psychologie
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Miller, John J. (1998) Book Review: Textbook of Transpersonal Psychiatry and Psychology. Psychiatric Services 49:541-542, April 1998.
- ↑ Lexikon der Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Stichwort „Transpersonale Psychotherapie"
- ↑ Roger N. Walsh, Frances Vaugham: Psychologie in der Wende. Scherz, München 1985, S. 12ff. ISBN 3502138184.