Trapp (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Freiherren von Trapp aus dem Scheiblerschen Wappenbuch
Palais Trapp in Innsbruck

Die heute auf der Churburg bei Schluderns im Vinschgau (Südtirol) ansässige Familie der Trapp stammt aus dem steirischen Uradel und wird 1250 erstmals urkundlich genannt. Aktueller Besitzer der Churburg ist Johannes Jakob Trapp.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts waren die Freiherren von Trapp in Tirol ansässig. Nachdem der letzte Vertreter der Herren von Matsch, Gaudenz († 1504) im Jahr 1487 in Ungnade gefallen war, wurde sein Besitz vom Landesherrn eingezogen. Die meisten Güter der Matsch im heutigen Südtirol, darunter auch die Churburg, fielen als Erbschaft an die Trapp, die seit 1459 bereits das Amt eines Erblandhofmeisters von Tirol hatten. 1655 erlangten sie den österreichischen Grafenstand mit dem Prädikat „von Matsch“. Der Chef des Hauses war seit 1909 erbliches Mitglied des Herrenhauses, das Oberhaus des österreichischen Reichsrates.

Wie ein auf der Churburg ausgestellter Stammbaum zeigt, waren die Grafen Trapp von Matsch durch Eheschließungen über mehrere Generationen auch eng mit den Grafen Fuchs von Fuchsberg verbunden.[1]

Nicht verwandt sind die Grafen Trapp mit der „singenden Trapp-Familie“ des ehemaligen k.u.k. U-Boot-Kommandanten Georg Ludwig von Trapp. Er war der Sohn des Fregattenkapitäns August Trapp, der erst 1876 den österreichischen Ritterstand erhalten hatte.

Besitzungen[Bearbeiten]

Neben der Churburg bei Schluderns im Vinschgau (Südtirol) zählt zum Familienbesitz der Grafen von Trapp auch das Palais Trapp/Wolkenstein in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße 38. Dieses Gebäude war ein 1625 von Berchtold Freiherrn von Wolkenstein erbauter Ansitz namens „Wolkenburg“, der 1700 von den Baumeistern Gumpp zu einem Barockpalais umgestaltet wurde. Die Anlage mit U-förmigem Grundriss, Vestibül und barockem Garten ist seit 1804 im Besitz der Grafen Trapp.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen der Grafen Trapp von Matsch zeigt in Silber einen dreimal gebrochenen roten Balken. Helmzier: Ein hermelingestulpter roter Hut mit geschlossenem schwarzem Flug. Decken: rot-silbern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Gall: Österreichische Wappenkunde. Handbuch der Wappenwissenschaft. 2. Aufl. Böhlau Verlag, Wien 1992, S. 354, ISBN 3-205-05352-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seddon, Christopher R., „Adelige Lebenswege zwischen Bayern und Österreich. Herrschaftsformen und Herrschaftsstrukturen des Landadels am unteren Inn in der Frühen Neuzeit“, Wien 2009, S. 707-708.