Traquair House

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Traquair House

Traquair House, auch Traquair Castle genannt, ist ein schottischer Landsitz im Tal des Tweed, rund sieben Kilometer südlich von Peebles. Gelegentlich wird behauptet, es sei das älteste bewohnte Herrenhaus in Schottland, doch kann dies nur schwer überprüft werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Traquair House war zunächst eine Jagdhütte der schottischen Könige. Nachweislich besuchte es zuerst König Alexander I. im Jahr 1107.[1] Es wurde danach für Wilhelm I. zur Lieblingsresidenz, wo er auch die Gründungsurkunde für eine Siedlung namens Bishop's Burgh am Ufer des Molendinar, dem späteren Glasgow, unterzeichnete.

Traquair House im Jahr 1814

Nach mehrfachem Besitzerwechsel übergab es Jakob III. 1469 an William Rogers. Von diesem wiederum wurde es für den bemerkenswerten Betrag von 70 schottischen Mark (etwa sechs Euro) an den Onkel des Königs, Hearty James, verkauft. Dessen zweiter Sohn, James Stuart, wurde zum ersten Laird in der heutigen Besitzerlinie. Maria Stuart adelte den vierten Laird und ernannte ihn zum Hauptmann der Leibgarde. Er soll nach dem Mord an ihrem Günstling David Rizzio ihre Flucht vom Holyrood Palace nach Dunbar organisiert haben. Mit Lord Darnley war die Königin auf Traquair zu Gast. In dieser und in der Folgezeit unternahmen die Besitzer zahlreiche kleinere bauliche Veränderungen, ohne dass diese zu einer größeren Umwandlung seiner äußeren Form führten. Aufgrund ihres katholischen Bekenntnisses auch nach dem Ende der Stuart-Dynastie gelangten die Herren von Traquair nie in den Besitz entsprechender finanzieller Mittel, um umfangreiche Baumaßnahmen durchzuführen. Auch wurden 1688, im Jahr der Glorious Revolution, Teile des Anwesens und seines Interieurs zerstört.

Architektur[Bearbeiten]

Die Vorderfront des Schlosses präsentiert eine schlichte, massive, weiß verputzte Fassade mit nur kleinen, unsymmetrisch geordneten Fenstern und einem steilen Dach. Fast den einzigen Schmuck bilden spitzgiebelige Dacherker und Ecktürmchen. Den ältesten Teil des Hauses bildet ein Wehrturm mit Wendeltreppe, der aber im Erscheinungsbild des Ensembles unkenntlich ist.

Im Inneren von Traquair finden sich Wandegemälde lokaler Maler mit Vögeln, Weinranken und Tieren als Motiv. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts ließ der vierte Graf zwei Flügel an der Vorderfront des Hauses an- bzw. umbauen. Der dadurch entstandene Vorhof verleiht dem Anwesen eine gewisse formale Strenge.[2]

Trivia[Bearbeiten]

Das seit 1745 verschlossene Bärentor auf Traquair House

Traquair House gilt als „Bastion des Jakobitentums“ in Schottland. Nicht nur pflegt die Besitzerfamilie den katholischen Glauben und befindet sich im Haus eine eigene Kapelle, sondern es beherbergt auch eine Reihe von Stuart-Memorabilia. Ausgestellt werden etwa ein Rosenkranz Maria Stuarts, ihr Kruzifix und eine von ihr bestickte Bettdecke.

Bonnie Prince Charlie soll auf dem Anwesen Zuflucht gesucht haben, und als er vom fünften Grafen 1745 Abschied nahm, soll dieser das sogenannte Bärentor, Steekit Yetts genannt, verschlossen haben. So bleibt seit diesem Tag jenes Tor verschlossen und soll erst wieder geöffnet werden, wenn in London ein Stuart-König den Thron besteigt.[3] Neben diesen historischen Verbindungen ist das Haus in jüngerer Zeit für das in der Traquair House Brewery gebraute Ale bekannt geworden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cristina Gambaro: Schottland. Burgen und Schlösser. Kultur und Landschaft. Karl Müller, Köln 2003, ISBN 3-89893-075-0, S. 56–59.
  • Hugh Montgomery-Massingberd: Schlösser und Adelssitze in Schottland. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-8290-0404-4, S. 64–73.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Traquair House – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. Montgomery-Massingberd: Schlösser und Adelssitze in Schottland, S. 66.
  2. H. Montgomery-Massingberd: Schlösser und Adelssitze in Schottland, S. 72.
  3. H. Montgomery-Massingberd: Schlösser und Adelssitze in Schottland, S. 73.

55.608388888889-3.0639166666667Koordinaten: 55° 36′ 30″ N, 3° 3′ 50″ W