Trasformismo

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Der Trasformismo (politischer Begriff): Nicht übersetzbarer Ismus von trasformazioneitalienisch für Umwandlung, Verwandlung, Transformation.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Trasformismo ist eine politische Praxis, die in der Annullierung der traditionellen politischen Dialektik besteht, indem sie die ideologischen Differenzen der parlamentarischen Gruppierungen nivelliert und homogenisiert. Der Begriff wird auch als Bezeichnung ständigen politischen Umschwungs benutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der italienische Begriff des Trasformismo bezieht sich auf eine politische Praxis, die sich insbesondere seit 1882 in Italien ereignet, nachdem sie bereits von Cavour auf dem Weg zum italienischen Einheitsstaat verkörpert worden ist. Zu dieser Zeit ist es der links-liberale italienische Premierminister Agostino Depretis, der den rechten liberalen Flügel mit in seine Regierung einbezieht und so den Begriff prägt. Damit entsteht in der politischen Sphäre Italiens ein damals neuartiges, moderat reformatorisch auftretendes, zentristisches Lager, dass die progressiven Vorstöße der Radikalen im Parlament kontrollieren kann.

Tatsächlich vermag der Transformismo in den Jahren des ausgehenden 19. Jh. den politischen Diskurs in Italien erheblich zu hemmen. In der Folge wird das dialektische Reigen im Parlament neutralisiert und zunehmend von klientelären Verhältnissen ersetzt. Diese wiederum werden schließlich vom Premierminister gelenkt. Die mit Trasformismo bezeichnete taktische Lähmung der Politik wird nach Depretis von den Premierministern Francesco Crispi und Giovanni Giolitti weiter geführt und mündet schließlich in den von Korruption und Verfall begleiteten Unruhezuständen der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Das Konzept des Trasformismo ist kontinuierlicher Bestandteil der italienischen Demokratiegeschichte und wirkt bis in die heutige Zeit hinein: so z.B. in der Konkordanzdemokratie der 1980er Jahre.

Der Trasformismo besitzt eine natürliche Tendenz zur Homogenisierung politischer Aktivität und steht damit im Gegensatz zum Zwei- oder Mehrparteiensystem.

Literatur[Bearbeiten]