Trattenbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Trattenbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Trattenbach
Wappen von Trattenbach
Trattenbach (Österreich)
Trattenbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 30,99 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 15° 52′ O47.615.866666666667777Koordinaten: 47° 36′ 0″ N, 15° 52′ 0″ O
Höhe: 777 m ü. A.
Einwohner: 544 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 18 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2881
Vorwahl: 02641
Gemeindekennziffer: 3 18 41
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Trattenbach 10
2881 Trattenbach
Website: www.trattenbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johannes Hennerfeind (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
11
2
2
11 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Trattenbach im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Trattenbach im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Trattenbach ist eine Gemeinde mit 544 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Trattenbach liegt im Feistritztal, das vom Feistritzsattel ausgehend Richtung Osten bis Aspang-Markt führt, direkt am Fuß des Otters. Das Gebiet gehört zum Industrieviertel.

Die Fläche der Gemeinde umfasst 30,86 Quadratkilometer. 81,31 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Trattenbach.

Nachbargemeinden sind (von Norden im Uhrzeigersinn): Schottwien, Raach am Hochgebirge, Otterthal, Kirchberg am Wechsel und Aspangberg-St. Peter in Niederösterreich sowie Rettenegg und Spital am Semmering in der Steiermark.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Am 12. Mai 1826 wurde die Wegmacherfamilie Kerschbaumer, die in einer Hütte am Sattelweg wohnte, Opfer des berüchtigten Nikolaus Schmidhofer alias Holzknechtseppl. Dieser war Anführer der Räuberbande Stradafüßler und konnte manchmal mit einigen seiner Kumpanen bei der Familie wohnen. Nachdem er und einer seiner Männer bei einer dieser Gelegenheiten von der Frau des Wegmachers provoziert worden waren, ermordeten die beiden Räuber die Eltern Franz und Josefa Kerschbaumer sowie deren Tochter Maria (je nach Quelle zwischen 12 und 16 Jahre alt) und zündeten das Haus der Familie an. Es gab außerdem mit der Ziehtochter Juliane (ja nach Quelle zwischen 3 und 10 Jahre alt) ein viertes Todesopfer, das vermutlich bei lebendigen Leib verbrannte, weil es die Räuber vergessen hatten, wie Schmidhofer später im Verhör zugab.[1][2]

Anfang der 1920er Jahre arbeitete der Philosoph Ludwig Wittgenstein einige Zeit als Volksschullehrer in Trattenbach.

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges versuchte die Rote Armee über den Semmering in die Nordost-Steiermark vorzudringen, um dort den an der Landesgrenze kämpfenden Truppen der deutschen Wehrmacht in den Rücken zu fallen. Dies konnte durch Alarmverbände, die Ende April 1945 in der 9. Gebirgsdivision zusammengefasst wurden, verhindert werden. Bei dieser Abwehraktion kam es auch zu Kampfhandlungen im Umkreis der Ortschaft.


Am 1. Jänner 1971 wurden die Gemeinden Raach am Hochgebirge und Trattenbach zu Otterthal eingemeindet. Am 1. Jänner 1985 wurden diese beiden Gemeinden wieder selbstständig.[3] Grund war ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs.[4]


Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 94,3 % der Einwohner römisch-katholisch und 1,5 % evangelisch. 0,5 % sind Muslime. 2,9 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
73,73 %
(+2,40 %p)
13,92 %
(+4,98 %p)
12,35 %
(-7,37 %p)
2005

2010


Bürgermeister der Gemeinde ist Johannes Hennerfeind, Amtsleiterin Petra Trettler.

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 15 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 11, SPÖ 2, FPÖ 2, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Trattenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 25, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 53. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 269. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,96 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ludwig Wittgenstein (* 1889 Wien; † 1951 Cambridge), österreich-britischer Philosoph, von 1921-1923 tätig als Volksschullehrer in Trattenbach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trattenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Trattenbach (links oben) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christoph Tepperberg: Der Holzknechtseppl aus Festschrift 680 Jahre Marktgemeinde Riedlingsdorf, Riedlingsdorf 2011, Herausgeber Marktgemeinde Riedlingsdorf
  2. Johann Anton Laschober: Aus dem Leben eines Räuberhauptmannes aus Edlitz – unsere Heimatgemeinde, Edlitz 1992, Herausgeber Marktgemeinde Edlitz
  3. Gemeindeänderung seit 1945
  4. VfGH G29/83 vom 13. Oktober 1983