Traubenhafer

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Traubenhafer
Dreizahn (Danthonia decumbens)

Dreizahn (Danthonia decumbens)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Danthonioideae
Gattung: Traubenhafer
Wissenschaftlicher Name
Danthonia
DC.

Die Traubenhafer (Danthonia) sind eine Gräsergattung aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die Gattung ist nach dem französischen Botaniker Etienne Danthoine benannt, der im 19. Jahrhundert die Gräser der Provence erforschte.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Traubenhafer sind Ausdauernde Pflanzen mit teilweise langen Rhizomen. Sie sind rasen- oder Horst-bildend. Die Erneuerungstriebe wachsen innerhalb oder außerhalb der untersten Blattscheiden empor. Die Halme stehen aufrecht, selten niederliegend oder gekniet-aufsteigend. Sie haben drei bis sechs Knoten, die gerieft und kahl sind. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, gerieft und kahl bis behaart. Die Ligula ist ein Wimpernkranz. Die Blattspreite ist flach bis eingerollt, schmal, meistens stark gerieft. In der Knospenlage sind die Blätter gerollt.

Der Blütenstand ist eine Rispe, kann aber zu einer Traube reduziert sein (etwa bei Danthonia alpina). Sie steht aufrecht, zusammengezogen bis ausgebreitet. Die Ährchen bestehen aus 2 bis 12 Blüten, wobei das oberste Blütchen meist reduziert ist. Die Ährchen sind bis zu 25 mm lang, an den Seiten zusammengedrückt. Zur Reife fallen die Blütchen einzeln aus, die Hüllspelzen bleiben stehen. Die Hüllspelzen sind gleichartig, 3- bis 7-nervig, gleich lang wie das Ährchen, häutig und zugespitzt. Die Deckspelzen haben meist 9 Nerven, sind behaart, derbhäutig und tragen an der Spitze zwei lange Zähne. Dazwischen setzt eine gekniete Granne an. Die Vorspelzen sind zweinervig, kürzer als die Deckspelzen und haben deutliche, bewimperte Kiele. Es gibt drei Staubblätter. Die Fruchtknoten sind eiförmig, kahl und tragen zwei kurze, endständige Griffel mit fedrigen Narben.

Die Karyopse ist kahl und fest von den Spelzen eingeschlossen. Der Embryo ist länglich. Der Nabel ist schmal-elliptisch oder strichförmig und nimmt ein Viertel bis vier Fünftel der Fruchtlänge ein.

Die vegetativen Organe speichern als Reservekohlenhydrate Fruktane.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung ist holarktisch verbreitet. Ihre Vertreter wachsen an offenen Standorten: Grasländer und offene Wälder, häufig in hügeligen Gebieten. [1]

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Danthonia wird innerhalb der Familie in die Unterfamilie Danthonioideae und deren einzige Tribus Danthonieae gestellt. Die Gattung besteht aus rund 100 Arten.[2]

Die Gras-Datenbank von Kew Gardens nennt folgende Arten:[3][4]

  • Kelch-Traubenhafer (Danthonia alpina Vest); kommt nur in Europa vor
  • Danthonia annableae P.M. Peterson & Rúgolo
  • Danthonia araucana Phil.
  • Danthonia boliviensis Renvoize
  • Danthonia breviseta Hack.
  • Danthonia californica Bol.
  • Danthonia cernua Döll
  • Danthonia chaseana Conert
  • Danthonia chiapasensis Davidse
  • Danthonia chilensis É. Desv.
  • Danthonia cirrata Hack. & Arechav.
  • Danthonia compressa Austin
  • Dreizahn (Danthonia decumbens (L.) Lam. & DC.); kommt in Europa, der Türkei und im Kaukasus vor
  • Danthonia domingensis Hack. & Pilg.
  • Danthonia holm-nielsenii Laegaard
  • Danthonia intermedia Vasey
  • Danthonia malacantha (Steud.) Pilg.
  • Danthonia melanathera (Hack.) Bernardello
  • Danthonia montevidensis Hack. & Arechav.
  • Danthonia parryi Scribn.
  • Danthonia rhizomata Swallen
  • Danthonia rugoloana Sulekic
  • Danthonia secundiflora J. Presl
  • Danthonia sericea Nutt.
  • Danthonia spicata (L.) Roem. & Schult.
  • Danthonia unispicata (Thurb.) Munro ex Macoun

Nicht mehr zu dieser Gattung werden gerechnet[4]:

  • Danthonia cachemyriana Jaub. & Spach => Tenaxia cachemyriana (Jaub. & Spach) N.P.Barker & H.P.Linder
  • Danthonia cumminsii Hook. f. => Tenaxia cumminsii (Hook.f.) N.P.Barker & H.P.Linder

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Danthonia, in: L. Watson, M.J. Dallwitz: The grass genera of the world. 1992ff.
  2. M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9
  3. Artenliste, in: W.D. Clayton, K.T Harman, H. Williamson: GrassBase - The Online World Grass Flora. 2006ff., abgerufen 27. Juli 2008.
  4. a b Rafael Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families. Danthonia Royal Botanic Gardens Kew, Zugriff am 14. Dezember 2014.