Traunreut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Traunreut
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Traunreut hervorgehoben
Koordinaten: 47° 58′ N, 12° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 552 m ü. NN
Fläche: 45,05 km²
Einwohner: 21.062 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 468 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83301
Vorwahl: 08669
Kfz-Kennzeichen: TS
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 154
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 3
83301 Traunreut
Webpräsenz:
Bürgermeister: Franz Parzinger (CSU)
Lage der Stadt Traunreut im Landkreis Traunstein
Karte

Traunreut ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Sie liegt etwa 10 km östlich des Chiemsees und 15 km nördlich der Chiemgauer Alpen und ist die größte Stadt im Landkreis Traunstein. Traunreut ist eine von fünf bayerischen Vertriebenenstädten und entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Name bedeutet Rodung an der Traun.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Ortsteile

Ortsteile sind Anning, Arleting, Attenmoos, Au, Biebing, Buchberg, Daxberg, Fasanenjäger, Frauenhurt, Frühling, Gigling, Grasreit, Haßmoning, Heiming, Hinterwies, Höberich, Hochreit, Höhe, Höhenberg, Hohenester, Hölzl, Holzreit, Hörpolding, Hörzing, Hurt, Hurtöst, Irsing, Kirchstätt, Mais, Matzing, Narnberg, Neudorf, Neugaden, Niedling, Nunhausen, Oberhaus, Oberwalchen, Oderberg, Parzing, Pertenstein, Pierling, Plattenberg, Poschmühle, Reit, Roitham, Schlichtersberg, Schmieding, Schneckenberg, Sieglreit, St. Georgen, Stein an der Traun, Steineck, Traunwalchen, Walchenberg, Walding, Weiher, Weisbrunn, Weisham, Wiesen, Zieglstadl und Zweckham.

[Bearbeiten] Geschichte

  • Traunreut ist aus einer Munitionsfabrik entstanden. Im Jahre 1938 errichtete die Wehrmacht im St.-Georgs-Forst die Heeresmunitionsanstalt "Muna" St. Georgen. Besitzteile der Stadt Traunstein, Stein, Traunwalchen, Pierling und Palling waren Teil eines streng abgeschlossenen Bereichs von 242 ha. In mehr als 150 Holzbaracken, Steinhäusern und Bunkern wurden Giftgasgranaten gefüllt und in den Bunkern gelagert.
  • Nach 1945 siedelten sich viele Heimatvertriebene auf dem Gebiet der Industriesiedlung St. Georgen ("Muna") an. 1949 gründeten die Firmen Siemens und Heidenhain Betriebe in den Gebäuden der ehemaligen Munitionsanlage, die die notwendigen Arbeitsplätze schufen.
  • 1938 Aufbau der Heeresmunitionsanstalt "Muna St. Georgen".
  • 1941 Erste Gasmunition verlässt die Fertigungshallen, Beschäftigungsstand in der Muna: 2.000 Personen.
  • 1945 3. Mai Kampflose Einnahme der Heeresmuna durch die US-Armee.
  • 1947 11 Tote bei Entschärfungsarbeiten.
  • 1948 Beginn der Entgiftungsarbeiten durch die STEG (Staatliche Erfassungsgesellschaft für öffentliches Gut). Amerikaner verlassen die Muna.
  • 1949 25. Juni Grundsteinlegung der Industriesiedlung St. Georgen, Ansiedelung der Industriebetriebe Siemens und Heidenhain.
  • 1950 wird durch die Regierung von Oberbayern die Gemeinde mit dem neuen Namen Traunreut eingerichtet. Andere Namensvorschläge waren u. a. Georgenstadt, Neu-Stein und Neuwaldtraud. Traunreut hat 1.381 Einwohner. Karl Löppen wird Bürgermeister.
  • 1954 werden die katholische Erlöserkirche und die evangelische Pauluskirche fertiggestellt.
  • 1958 wird Franz Haberlander Bürgermeister und bleibt es bis 1984.
  • 1960 wird Traunreut zur Stadt erhoben.
  • 1963 29. September vorerst letzte Personenfahrt auf der Eisenbahnstrecke Traunreut-Hörpolding.
  • 1966 wird die 10.000. Bürgerin geboren.
  • 1978 werden die Gemeinden Stein(-St.Georgen), Traunwalchen und Teile von Pierling im Zuge der Gebietsreform in die Stadt Traunreut eingemeindet.
  • 1984 wird Eduard Wiesmann Erster Bürgermeister und bleibt es bis 2002.
  • 2002 wird Franz Parzinger Erster Bürgermeister.
  • 2004 ist die Industrie- und Einkaufsstadt Traunreut mit mehr als 22.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis.
  • 2006 wird die Bahnstrecke Traunstein–Traunreut wieder in Betrieb genommen.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Wappen und Flagge

Blasonierung: In Grün ein silbernes Zahnrad über einem silbernen Wellenbalken.

Das Zahnrad symbolisiert die industrielle Wirtschaftsstruktur des Ortes und nimmt Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Stadt als Industriesiedlung auf dem Gelände einer ehemaligen Heeresmunitionsanstalt. Der Wellenbalken nimmt als redendes Element den Namen der Gemeinde auf und verweist auf die Lage am Ufer der Traun.

Das Wappen wird nach Beschluss des Gemeinderats und der Zustimmung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern seit dem 3. Oktober 1955 geführt. Zuvor hatte die Gemeinde am 14. Juli 1953 eine Fahne in den Farben Weiß und Grün angenommen.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Religion

Katholisch sind 67% der Einwohner, evangelisch 21%, eine sonstige Religionszugehörigkeit oder keine Religion haben 12% der Einwohner. Katholische Pfarrgemeinden existieren in Traunwalchen, St. Georgen und Traunreut, eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde sowie eine evangelische Freikirche in Traunreut.

Katholische Pfarrkirche am Stadtplatz
Katholische Pfarrkirche am Stadtplatz

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Traunreut

[Bearbeiten] Wirtschaft

In Traunreut sind einige mittelständische Unternehmen ansässig, geprägt wird die Traunreuter Wirtschaft aber von drei großen Industriebetrieben: Dr. Johannes Heidenhain GmbH (Messtechnik), BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH und Siteco Beleuchtungstechnik GmbH. Darüber hinaus hat sich Traunreut zur regional bedeutendsten Einkaufsstadt entwickelt.

[Bearbeiten] Einwohner

Die Einwohnerzahl ist von 1997-2006 langsam angestiegen, so dass die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2006 21.910 Einwohner beträgt.[1]

[Bearbeiten] Entwicklung

Jahr/Datum Einwohner
1997 21.629
1998 21.517
1999 21.358
2000 21.304
2001 22.033
2002 22.171
2003 22.122
2004 22.048
2005 21.987
2006 21.910

[Bearbeiten] Altersstruktur

Alter Gesamt Männer Frauen
  0 bis 3 Jahre 641 323 318
  4 bis 6 Jahre 507 249 258
  7 bis 15 Jahre 1.941 1.001 940
16 bis 18 Jahre 779 383 396
19 bis 65 Jahre 13.672 6.815 6.857
66 Jahre und älter 4.370 1.770 2.600

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Traunreut

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Literatur

  • Franz Ebert: Traunreut 1938-1960. Die Kampfstoffarbeiter. Die Pioniere. Die Munesier. Die junge Gemeinde, herausgegeben von der Stadt Traunreut, Traunreut [ca. 1984].
  • Mario H. Puhane: Traunreut. Sutton Verlag, 2003, ISBN 3-89702-614-7

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.traunreut.de/stadttraunreut/index/stadtver/zahlen/ewo.htm

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Traunreut – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge