Traunreut
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Traunstein | |
| Höhe: | 550 m ü. NN | |
| Fläche: | 45,05 km² | |
| Einwohner: |
20.720 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 460 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 83301 (Traunreut, Hörpolding u.a.) 83368 (St. Georgen u.a.) 83371 (Stein a.d.T., Hohenester u.a.) 83374 (Traunwalchen u.a.) |
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| Vorwahlen: | 08669 08621 (Stein a.d.T.) |
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| Kfz-Kennzeichen: | TS | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 89 154 | |
| Stadtgliederung: | 63 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Rathausplatz 3 83301 Traunreut |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Franz Parzinger (CSU) | |
| Lage der Stadt Traunreut im Landkreis Traunstein | ||
Die Stadt Traunreut liegt im oberbayerischen Landkreis Traunstein, etwa 10 km östlich des Chiemsees und 15 km nördlich der Chiemgauer Alpen. Sie ist die größte Stadt im Landkreis Traunstein. Die Stadt Traunreut ist eine von fünf bayerischen Vertriebenenstädten und entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Name bedeutet Rodung an der Traun.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Traunreut hat 63 amtlich benannte Ortsteile[2]:
Geschichte [Bearbeiten]
Traunreut ist aus einer Munitionsanstalt (Muna) entstanden. Im Jahre 1938 errichtete die Wehrmacht im St.-Georgs-Forst die Heeres-Munitionsanstalt St. Georgen. Besitzteile der Stadt Traunstein, Stein, Traunwalchen, Pierling und Palling waren Teil eines streng abgeschlossenen Bereichs von 242 ha. In mehr als 150 Holzbaracken, Steinhäusern und Bunkern wurden Giftgasgranaten gefüllt und in den Bunkern gelagert. 1941 verlässt die erste Gasmunition die Fertigungshallen. In der Muna waren 2.000 Personen beschäftigt. Am 3. Mai 1945 wurde die Fabrik kampflos durch die US-Armee eingenommen. Nach 1945 siedelten sich viele Heimatvertriebene auf dem Gebiet der Industriesiedlung St. Georgen („Muna“) an. 1949 gründeten die Firmen Siemens und Heidenhain Betriebe in den Gebäuden der ehemaligen Munitionsanlage, die die notwendigen Arbeitsplätze schufen. 1947 gab es bei Entschärfungsarbeiten 11 Tote. 1948 begannen die Entgiftungsarbeiten durch die STEG (Staatliche Erfassungsgesellschaft für öffentliches Gut), die Amerikaner verließen die Muna. Am 25. Juni 1949 war Grundsteinlegung der Industriesiedlung St. Georgen. Am 1. Oktober 1950 wurde durch die Regierung von Oberbayern die neue Gemeinde mit dem Namen Traunreut aus Gebietsteilen der Gemeinden Palling, Pierling, Stein an der Traun und Traunwalchen neu gebildet.[3] Andere Namensvorschläge waren unter anderem Georgenstadt, Neu-Stein und Neuwaldtraud. Traunreut hatte damals 1.381 Einwohner. Karl Löppen wurde Bürgermeister.
1954 wurden die katholische Erlöserkirche und die evangelische Pauluskirche fertiggestellt. 1958 wurde Franz Haberlander Bürgermeister und blieb es bis 1984. 1960 wurde Traunreut zur Stadt erhoben. Am 29. September 1963 erfolgte die vorerst letzte Personenfahrt auf der Eisenbahnstrecke Traunreut–Hörpolding. 1966 wurde die zehntausendste Bürgerin geboren.
Im Jahr 1984 wurde Eduard Wiesmann Erster Bürgermeister und blieb es bis 2002. 2002 wurde Franz Parzinger Erster Bürgermeister. 2004 war die Industrie- und Einkaufsstadt Traunreut mit mehr als 22.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis. 2006 wurde die Bahnstrecke Traunstein–Traunreut wieder in Betrieb genommen.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1978 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Pierling eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Stein an der Traun und Traunwalchen aufgelöst und nach Traunreut eingemeindet.[4]
Bevölkerung [Bearbeiten]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Die Einwohnerzahl ist bis 2002 kontinuierlich angestiegen, sinkt aber seit 2003 allmählich wieder, wie die Tabelle zeigt:[5]
| Jahr | 1950 | 1961 | 1970* | 1987* | 2000 | 2002 | 2005 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
| Einwohner | 5.263 | 10.438 | 16.678 | 19.278 | 21.403 | 22.171 | 21.224 | 20.922 | 20.821 | 20.658 | 20.720 |
* Volkszählung
Altersstruktur [Bearbeiten]
Die Altersstruktur hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt, wie der Vergleich der Zahlen von 1970 und 2008 deutlich zeigt.[5]
| Alter |
27. Mai 1970 | 31. Dezember 2008 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | in %* | dav. weiblich | in %* | Gesamt | in %* | dav. weiblich | in %* | |
| unter 6 Jahre | 1.698 | 10,1 | 831 | 9,6 | 996 | 4,8 | 507 | 4,7 |
| 6 bis 15 Jahre | 2.614 | 15,7 | 1.231 | 14,2 | 1.696 | 8,1 | 8,24 | 7,6 |
| 15 bis 18 Jahre | 769 | 4,6 | 339 | 3,9 | 721 | 3,4 | 354 | 3,3 |
| 18 bis 25 Jahre | 1.643 | 9,9 | 900 | 10,4 | 1.641 | 7,8 | 787 | 7,3 |
| 25 bis 30 Jahre | 1.315 | 7,9 | 685 | 7,7 | 1.146 | 5,5 | 576 | 5,3 |
| 30 bis 40 Jahre | 2.699 | 16,2 | 1.340 | 15,4 | 2.528 | 12,1 | 1.211 | 11,2 |
| 40 bis 50 Jahre | 2.173 | 13,0 | 1.175 | 13,5 | 3.317 | 15,9 | 1.617 | 15,0 |
| 50 bis 65 Jahre | 2.131 | 12,8 | 1.195 | 13,8 | 4.176 | 20,0 | 2.168 | 20,1 |
| 65 Jahre und älter | 1.636 | 9,8 | 1.006 | 11,6 | 4.701 | 22,5 | 2.758 | 25,5 |
* der Gesamtbevölkerung bzw. der weiblichen Bevölkerung
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Traunreuter Stadtrat besteht aus 30 Sitzen, die seit den Kommunalwahlen in Bayern 2008 auf folgende Parteien und Listen verteilt sind:
| Partei/Liste | CSU | SPD | FW | Bürgerliste | Grüne | Gesamt |
| Sitze | 14 | 6 | 4 | 3 | 3 | 30 |
| Stimmenanteil | 46,7 % | 20,0 % | 13,3 % | 10,0 % | 10,0 % | 100 % |
Wappen und Flagge [Bearbeiten]
Blasonierung: In Grün ein silbernes Zahnrad über einem silbernen Wellenbalken.
Das Zahnrad symbolisiert die industrielle Wirtschaftsstruktur des Ortes und nimmt Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Stadt als Industriesiedlung auf dem Gelände einer ehemaligen Heeresmunitionsanstalt. Der Wellenbalken nimmt als redendes Element den Namen der Gemeinde auf und verweist auf die Lage am Ufer der Traun.
Das Wappen wird nach Beschluss des Gemeinderats und der Zustimmung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern seit dem 3. Oktober 1955 geführt. Zuvor hatte die Gemeinde am 14. Juli 1953 eine Flagge in den Farben Weiß und Grün angenommen.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Nettuno, Italien, seit 1974
- Lucé, Frankreich, seit 1989
- Virovitica, Kroatien, seit 1999
Religion [Bearbeiten]
Katholisch sind 67 % der Einwohner, evangelisch 21 %, eine sonstige Religionszugehörigkeit oder keine Religion haben 12 % der Einwohner. Katholische Pfarrgemeinden existieren in Traunwalchen, St. Georgen und Traunreut, eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde sowie eine evangelische Freikirche in Traunreut.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Schloss Stein in Stein an der Traun (größte Höhlenburg Deutschlands)
- Schloss Pertenstein
- Pfarrkirche Traunwalchen
- Pfarrkirche St. Georgen
siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Traunreut
Museum [Bearbeiten]
In 2011 eröffnete der Galerist Heiner Friedrich in Traunreut ein neues Museum, DASMAXIMUM, in dem u. a. Werke von Georg Baselitz, Imi Knoebel, Walter de Maria, John Chamberlain, Dan Flavin und Andy Warhol zu sehen sind.
Wirtschaft [Bearbeiten]
In Traunreut sind einige mittelständische Unternehmen ansässig, geprägt wird die Traunreuter Wirtschaft aber von drei großen Industriebetrieben: Dr. Johannes Heidenhain GmbH (Messtechnik), BSH Bosch und Siemens Hausgeräte und Siteco Beleuchtungstechnik GmbH. Darüber hinaus hat sich Traunreut zur regional bedeutendsten Einkaufsstadt entwickelt.
Verkehr [Bearbeiten]
- Mit der Traun-Alz-Bahn besteht eine Bahnverbindung von und zur Kreisstadt Traunstein. Westlich der Stadt verläuft die Bundesstraße 304, die nördlich nach München und südlich nach Traunstein führt.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter [Bearbeiten]
- Alois Glück (* 1940 in Hörzing), CSU-Politiker
- Peter Ramsauer (* 1954 in Traunwalchen), deutscher Politiker (CSU)
Ehrenbürger [Bearbeiten]
Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Traunreut
in Traunreut gelebt [Bearbeiten]
- Raimund Bauer (* 1955 in Heiligkreuz, Bayern), Bühnenbildner und Professor in Hamburg, wohnte als Jugendlicher in Traunreut und hat bei der Fa. Siemens eine kaufmännische Lehre gemacht. Als herausragender und begehrter Bühnenbildner ist er weltweit tätig.
- Norbert Kühne (* 1941 in Groß-Ottersleben, heute: Magdeburg), deutscher Schriftsteller und Psychologe, lebte von 1970 bis 1973 in Traunreut. Er war zum Schluss seines Aufenthalts für die SPD im Rat der Stadt, in diesem Rahmen auch Vorsitzender des Kulturausschusses.
- Wilhelm Manske, deutscher Schauspieler, wohnte zu Beginn der 1970er Jahre in Traunreut.[6]
- Ralph Möbius (1950 bis 1996) (Rio Reiser) Komponist, Sänger und Schauspieler wohnte von 1951 bis 1956 in Traunreut, sein Vater war Ingenieur bei Siemens.
Literatur [Bearbeiten]
- Franz Ebert: Traunreut 1938–1960. Die Kampfstoffarbeiter. Die Pioniere. Die Munesier. Die junge Gemeinde, herausgegeben von der Stadt Traunreut, Traunreut [etwa 1984]
- Norbert Kühne: Zu den Bedingungen für die Jugendarbeit in der Provinz - Dargestellt am Beispiel des DVV-Jugendreferenten an der VHS Traunreut/Obb; in: Norbert Kühne: Wir arbeiten mit Jugendlichen, Andreas Achenbach Verlag, Gießen, 1975; Seite 95-99, ISBN 3-87958-126-6
- Ossip Ottersleben: Der Mord am Bürgermeister; Literarischer Verlag Braun, Köln 1977, ISBN 3-88097-060-2 (Der Roman wurde in Traunreut geschrieben.)
- Mario H. Puhane: Traunreut. Sutton Verlag, 2003, ISBN 3-89702-614-7
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ bayerische-landesbibliothek-online.de
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 582
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.
- ↑ a b Statistik kommunal Traunreut
- ↑ chiemgau-online.de
Weblinks [Bearbeiten]
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