Travis

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Dieser Artikel behandelt die britische Rockband Travis; für weitere Bedeutungen siehe Travis (Begriffsklärung).
Travis
Travis; Los Angeles 2007
Travis; Los Angeles 2007
Allgemeine Informationen
Genre(s) Britpop, Rock
Gründung 1990
Website http://www.travisonline.com
Aktuelle Besetzung
Fran Healy
Andy Dunlop
Dougie Payne
Neil Primrose

Travis ist eine britische Rockband. Der Name bezieht sich auf die Hauptperson des Films Paris, Texas von Wim Wenders.

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Beginn der 1990er Jahre spielte der Sänger Francis „Fran“ Healy mit einer siebenköpfigen Band namens Glass Onion. Bereits zu dieser Zeit waren Gitarrist Andrew Dunlop und Schlagzeuger Neil Primrose dabei. Es kam zu Kontroversen zwischen Healy und einigen Bandmitgliedern, bis nur noch er selbst, Dunlop und Primrose übrig waren. Healy holte seinen besten Freund Douglas Payne als Bassisten in die verkleinerte Band. Payne hatte vorher noch nie ein Instrument gespielt, beherrschte die Bassgitarre aber schnell. Aus Glass Onion wurde Travis. Mitte der 1990er Jahre zogen die Vier von Glasgow nach London um.

1996 erschien das Debütalbum Good Feeling. Die bekanntesten Stücke dieses Albums sind All I Want to Do Is Rock und U 16 Girls. Ursprünglich sollte das erstgenannte Lied All I Wanna Do Is Fuck heißen, aber Healy entschied – mit Rücksicht auf seine Mutter (“I couldn’t do that to my Mum.”) – es doch bei der harmloseren Wortwahl zu belassen. Gelegentlich benutzt er aber bei Konzerten das F-Wort, wenn Travis dieses Stück auf der Bühne spielen.

1999 erschien das zweite Album The Man Who, das nach Oliver Sacks' Buch „The Man Who Mistook His Wife for a Hat“ benannt ist. Dieses Buch handelt von Wahrnehmungsstörungen bei Menschen. Da das erste Album der Band von vielen Kritikern als „schizophren“ bezeichnet wurde und es in Sacks Buch ebenfalls um Schizophrenie geht, benannte Travis das zweite Album dementsprechend. Die Single Why Does It Always Rain on Me war ihr erster großer Hit. Mit The Man Who begann auch die Zeit, in der Travis immer häufiger auf Festivals spielte.

2001 erschien das dritte Album The Invisible Band, dessen bekannteste Lieder die Singleauskopplungen Sing und Side sind. Prägnant sind auch die dazugehörigen Videoclips. In Sing ist eine groteske Essorgie zu sehen, an deren Ende ein gekochter Tintenfisch auf entsetzten Gesichtern landet, während die Band im Video zu Side von Außerirdischen entführt wird.

2002 wäre es beinahe zum Ende von Travis gekommen, als der Schlagzeuger Neil Primrose während einer Tournee durch Frankreich im Pool des Hotels fast ertrank. Primrose hatte sich nach einem Sprung in das nur zur Hälfte gefüllte Schwimmbecken mehrere Frakturen an der Wirbelsäule zugezogen. Für kurze Zeit drohte ihm sogar die Querschnittlähmung. Er erholte sich später vollständig von dem Unfall.

Schließlich erschien im Jahr 2003 das vierte Album von Travis. Es trägt den Namen 12 Memories. Die Band hatte sich nach Primroses Rekonvaleszenz in ein Bauernhaus in Schottland zurückgezogen, um neue Lieder zu schreiben. „Es war als hätten wir uns wieder neu verliebt“, sagte Payne kurz vor Erscheinen des Albums. 12 Memories hatte ebenfalls drei Singleauskopplungen: Re-Offender, The Beautiful Occupation und Love Will Come Through.

Healy schrieb The Beautiful Occupation kurz nach den Terroranschlägen des 11. September 2001. Vorher hatte er sich selber immer als „unpolitisch“ bezeichnet. Aber die politischen Ereignisse des Jahres 2001 veränderten sein Bewusstsein. (Quelle: Interview mit dem Rolling Stone.) Healy unterstützt mittlerweile die Bewegung Make Poverty History. Travis wirkte auch beim Live-8-Konzert mit.

Weihnachten 2004 war Travis zusammen mit Radiohead, U2, den Sugababes, The Darkness und anderen Künstlern ein Teil von Band Aid 20. Sie sangen eine neue Version von Do They Know It’s Christmas?. Der Erlös ging an Kinder in der dritten Welt.

Am 4. Mai 2007 veröffentlichte Travis nach dreijähriger Abwesenheit ihr fünftes Studioalbum The Boy with No Name. Dem Album ging die Single-Auskopplung Closer voran, in deren Musikvideo der Travis-Fan Ben Stiller zu sehen ist. Des Weiteren folgten die Singles Selfish Jean und My Eyes.

Nachdem die Band zu Beginn des Jahres zunächst nur in kleineren Lokalen auftrat, begann sie mit den Aufnahmen für ihr neues Album. Namensgeber für Ode to J. Smith sollte ihr Song J. Smith werden; außerdem handeln viele Lieder des Albums von namenlosen Figuren (Fran Healy: “The album is called Ode to J. Smith partly giving a heads up to the key song and partly because all the songs are written about nameless characters or to nameless characters.”). Am 15. September wurde die erste Single Something Anything veröffentlicht.[1] Zwei Wochen später, am 29. September, erschien das Album Ode to J. Smith.[2]

Die beiden Bandmitglieder Fran Healy und Andrew Dunlop tourten im Oktober 2009 durch Nordamerika und Kanada unter dem Titel An Evening With Fran Healy and Andy Dunlop – A Chronological Acoustical Journey through the Travis Back Catalogue. Daraus ergab sich im Januar 2010 die Veröffentlichung einer Kompilation mit demselben Titel. Diese ist bisher nur über die US-Internetseite des Versandhandels Amazon, als CD oder digitaler Download, sowie direkt über die Homepage der Band zu erwerben.

Als Teaser für eine neue Single wurde der Song Another Guy am 20. März 2013 als kostenloser Download auf der offiziellen Webseite der Band veröffentlicht. Dazu produzierte Travis wohl absichtlich ein technisch eher schlecht ausgeführtes Video[3] im Amateur-Stil (z.B. schlechtes Keying der Aufnahmen vor dem Greenscreen, verwackelte Zooms mit der Kamera, auffällige Jump Cuts, Achsensprünge). Die Band setzt damit den Reigen skurriler Musikvideos fort, die viele Fans schmunzeln lassen.

Im April 2013 kündigte die Band[4] ihr siebentes Studioalbum Where You Stand für August 2013 an. Am 30. April 2013 erschien die erste Single-Auskopplung mit dem gleichnamigen Song Where You Stand zusammen mit einem neuen Musikvideo[5]. Die Tracklist des Albums lautet: 1. Mother, 2. Moving, 3. Reminder, 4. Where You Stand, 5. Warning Sign, 6. Another Guy, 7. Boxes, 8. New Shoes, 9. The Big Screen, 10. Anniversary, 11. Daydream.

Stil[Bearbeiten]

Stilistisch ist Travis teilweise dem Britpop zuzuordnen, obwohl sie sich seit dem Album The Invisible Band vom distinktiven Sound des Britpop fortentwickelt haben.

Rezeption[Bearbeiten]

Chris Martin, Sänger und Gitarrist der englischen Band Coldplay, sagte in einem Interview, dass es ohne Travis seine Band wahrscheinlich nie gegeben hätte.[6]

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1997: Good Feeling
  • 1999: The Man Who
  • 2001: The Invisible Band
  • 2003: 12 Memories
  • 2007: The Boy with No Name
  • 2008: Ode to J. Smith
  • 2013: Where You Stand

Dies ist eine Auflistung der Studioalben von Travis, für eine Gesamtübersicht → siehe Travis/Diskografie.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • BRIT Award
    • 2000: für „Best British Album“ (The Man Who) [8]
    • 2000: für „Best British Group“ [8]
    • 2002: für „Best British Group“ [9]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formattravisonline.com: New Single: Something Anything. Abgerufen am 6. August 2008.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formattravisonline.com: Ode To J. Smith - the new album. Abgerufen am 6. August 2008.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatYouTube - Official Travis Channel: Travis - Another Guy. Abgerufen am 17. Mai 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formattravisonline.com: Letter from Fran. Abgerufen am 17. Mai 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatYouTube - TravisVEVO: Travis - Where You Stand. Abgerufen am 17. Mai 2013.
  6. SWR3.de: Travis: „The Boy With No Name“
  7. http://www.viva.tv/Events/ArticleDetail/id/1321460
  8. a b http://www.brits.co.uk/history/shows/2000
  9. http://www.brits.co.uk/history/shows/2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Travis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien