Trebbin

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der brandenburgischen Stadt Trebbin. Weitere Bedeutungen sind unter Trebbin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Trebbin
Trebbin
Deutschlandkarte, Position der Stadt Trebbin hervorgehoben
52.21513.21388888888939Koordinaten: 52° 13′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Höhe: 39 m ü. NN
Fläche: 125,66 km²
Einwohner:

9319 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 14959;
14943 (Lüdersdorf, Wiesenhagen);
14974 (Großbeuthen, Märkisch Wilmersdorf, Thyrow);
15806 (Christinendorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 033731
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 426
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1-3
14959 Trebbin
Webpräsenz: www.stadt-trebbin.de
Bürgermeister: Thomas Berger (CDU)
Lage der Stadt Trebbin im Landkreis Teltow-Fläming
Am Mellensee Baruth/Mark Blankenfelde-Mahlow Dahme Dahmetal Großbeeren Ihlow (Fläming) Jüterbog Luckenwalde Ludwigsfelde Niederer Fläming Niedergörsdorf Nuthe-Urstromtal Rangsdorf Trebbin Zossen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Trebbin ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Als ehemaliger Wohnort des märkischen Eulenspiegels Hans Clauert trägt die Stadt den Beinamen Clauertstadt. Sie ist direkte Rechtsnachfolgerin des von 1992 bis 2003 bestehenden Amtes Trebbin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Trebbin liegt zwischen Teltow und dem Fläming am Rande einer Niederung östlich der Nuthe 36 km südlich von Berlin. Die Stadt liegt an der östlichen Grenze des Naturparks Nuthe-Nieplitz bzw. mit einigen Ortsteilen auch im Naturpark.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Kirche in Blankensee

Trebbin besteht aus den folgenden Ortsteilen[2]:

1368 wurde der Ort der heute etwa 330 Einwohner hat (2006) erstmals urkundlich als Gloych erwähnt. Das Wort bedeutet Kopf und ist als Metapher für Berg zu verstehen. 1920 bis 1935 ließ Joseph Weißenberg das christliche Siedlungswerk Friedensstadt mit 40 Gebäuden errichten, welche etwa 500 Menschen Platz boten. Die Siedlung war zur damaligen Zeit die größte und modernste Privatsiedlung Deutschlands. 1938 übernahm die SS das Gelände und nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Rote Armee. 1994 erhielt die Johannische Kirche das Gelände zurück.

sowie den Wohnplätzen: Ebelshof, Eichenhof, Finkenberg, Forsthaus Altlenzburg, Forsthaus Lenzburg, Freie-Scholle-Siedlung, Kolonie Thyrow, Paulshöhe, Plantage, Priedel, Schönblick, Seeblick und Ziegelei[6].

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Stadtname

Für den Stadtnamen Trebbin sind nach Gerhard Schlimpert zwei Deutungen möglich. Die polabische Form Trebin- könnte als Ort des Treba gedeutet werden (vgl. den polnischen Personennamen Trzeba, oder tschechisch Třeba). Möglich ist auch eine polabische Grundform Trebyn- = Siedlung auf der Rodung (vgl. niedersorbisch tŕebiś = reinigen, roden)[3].

[Bearbeiten] Mittelalter

Trebbin ist eine frühdeutsche Herrschaftsbildung, die entweder durch das Erzbistum Magdeburg oder aber durch ein bisher nicht genau zu bestimmendes Adelsgeschlecht vorgenommen wurde. 1213 wurde Trebbin erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte Trebbins beginnt namentlich mit Arnoldus de Trebin, der 1213 die Burg Trebbin als Lehen besaß. Am 28. Dezember 1216 erschien Trebbin zusammen mit anderen Orten u. a. mit Luckenwalde in einer Urkunde des Bischofs zu Brandenburg. Zur Burg Trebbin gehörte auch ein kleiner Herrschaftsbereich, die Vogtei Trebbin, aus der sich im Spätmittelalter das Amt Trebbin bildete. Durch urkundlich nicht belegte Veränderungen schrumpfte das ursprüngliche Territorium der Vogtei Trebbin stark. Das spätermittelalterliche und frühneuzeitliche Amt Trebbin verwaltete neben der Stadt Trebbin nur noch vier Orte in der näheren Umgebung.

Karte der Stadt Trebbin, Ausschnitt aus der Schmettau'sche Karte aus den Jahren 1767 bis 1787. Am unteren Stadtrand Bezeichnung altes Amt (= Burg)

1315 erhielt die Stadt ihre selbstständige Gerichtsbarkeit. Um 1375 stand Trebbin unter Verwaltung des Ritters Nickel von Beckenburg. Die Stadt hatte ein bedeutendes Zollamt.

Um 1534 gab es eine Pestepidemie. Ihr fielen mehr als 300 Menschen zum Opfer. Trebbin wurde damals durch mehrere Brände in Schutt und Asche gelegt. Einen nächsten Stadtbrand gab es 1565, bei dem nur noch die Kirche und wenige Häuser übrig blieben. 1566 brach wiederum die Pest aus.

[Bearbeiten] Neuzeit

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 lebten in der Stadt 25 Einwohner, von 149 Häusern existierten nur noch 24.

Trebbin wurde 1722 Garnisonsstadt und blieb es bis 1918. 1797 fand die Grundsteinlegung des Rathauses statt, wo 1798 die erste Sitzung abgehalten wurde. Dieses Haus diente über 140 Jahre der Stadtverwaltung.

Stadt Trebbin auf Urmesstischblatt (Blatt Trebbin 3745) von 1840

Am 21. August 1813 fand hier ein siegreiches Gefecht des französischen Korps Oudinot gegen die preußische Brigade von Thümen statt. Der Anschluss an die Eisenbahnlinie Berlin-Halle erfolgte 1840. Um 1850 zählte Trebbin 1.800 Bewohner. 1876 wurde ein neues Empfangsgebäudes am Bahnhof der Preußischen Staatsbahn errichtet. An produzierndem Gewerbe gab es Ende des 19. Jahrhunderts eine Zigarrenfabrikation, Dampfdrechslerei und Ziegelbrennerei. 1885 lebten 2.855 meist evangelische Einwohner im Ort.

Barocke Kirche von 1754 in Christinendorf
Gebäude in der Friedensstadt in Glau

[Bearbeiten] 20. Jahrhundert

Schüler-Segelflugveranstaltung in den Trebbiner Bergen 1932

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte sich der Gartenbau in Trebbin, damit wuchs die Stadt und die Einwohnerzahl stieg von 6.594 im Jahr 1875 auf 7.565 im Jahr 1910. Im gleichen Jahr erfolgte die Einweihung einer neuen Schule. Zwei Jahre später wurde die Katholische Kirche errichtet. Der Zuzug setzte sich unvermindert fort.

In den 1920er Jahren entstanden die ersten Häuser der Siedlung „Freie Scholle“, erbaut vom Architekten Bruno Taut. Die Luchsiedlung kam Anfang der 1930er Jahre hinzu. Im gleichen Jahrzehnt wurde Trebbin als ein Zentrum des deutschen Segelflugs bekannt. So entstand im heutigen Ortsteil Schönhagen eine Reichssegelflugschule. Auf deren Gelände war 1939 auch vorübergehend die Ingenieurschule für Luftfahrttechnik (IfL) untergebracht. Im Februar 1939 war Grundsteinlegung für das heutige Rathaus. Im gleichen Jahr lebten bereits 9.069 Einwohner in der Stadt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wuchs die Zahl der Einwohner, auch bedingt durch den Zustrom von Flüchtlingen auf über 11.000 an.

Seit dem 1. Mai 1976 ist Löwendorf Teil des Stadtgebietes.[7] In den darauffolgenden Jahrzehnten nahm die Einwohnerzahl stetig ab und stabilisierte sich erst bei rund 8.000 Einwohnern Anfang der 1990er Jahre. Seitdem steigt die Einwohnerzahl, auch bedingt durch die Eingemeindungen, stetig an und liegt heute bei rund 9.300 Einwohnern.[7]

Zum 15. Juni 1992 schlossen sich Blankensee, Christinendorf, Glau, Großbeuthen, Kleinschulzendorf, Kliestow, Lüdersdorf, Märkisch Wilmersdorf, Schönhagen, Stangenhagen, Thyrow, Wiesenhagen und die Stadt Trebbin zum Amt Trebbin zusammen[8]. Ab dem 27. September 1998 bediente sich das Amt Trebbin zum Erfüllen seiner Aufgaben der Verwaltung der Stadt Trebbin[9].

Zum 31. Dezember 1997 schlossen sich die Gemeinden Glau, Kliestow, Wiesenhagen und die Stadt Trebbin zur neuen Stadt Trebbin zusammen[10]. Zum 27. September 1998 schlossen sich der Stadt Trebbin die Gemeinden Stangenhagen, Blankensee und Klein Schulzendorf an[11]. Zum 26. Oktober 2003 wurden schließlich die Gemeinden Lüdersdorf, Schönhagen und Thyrow per Gesetz in die Stadt Trebbin eingegliedert, das Amt Trebbin aufgelöst, und die Stadt Trebbin wurde amtsfrei[12]. Die Gemeinde Thyrow erhob 2004 vor dem brandenburgischen Verfassungsgericht kommunale Verfassungsbeschwerde gegen ihre gesetzlich verordnete Eingliederung in die Stadt Trebbin, die jedoch zurückgewiesen wurde.[13]

Die Eingemeindungen in der Übersicht:

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Blankensee 27. September 1998
Christinendorf 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Thyrow
Glau 31. Dezember 1997
Großbeuthen 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Thyrow
Kleinbeuthen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Großbeuthen
Klein Schulzendorf 27. September 1998
Kliestow 31. Dezember 1997
Löwendorf 1. Mai 1976
Lüdersdorf 26. Oktober 2003
Märkisch Wilmersdorf 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Thyrow
Schönhagen 26. Oktober 2003
Stangenhagen 27. September 1998
Thyrow 26. Oktober 2003
Wiesenhagen 31. Dezember 1997

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten] Politik

Rathaus Trebbin

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Trebbin besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl am 28. September 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung:[14]

CDU 6 Sitze
NL (Neue Liste) 3 Sitze
SPD 3 Sitze
UFW (Unabhängige Freie Wähler) 3 Sitze
Die Linke 2 Sitze
Einzelwahlvorschlag Hendrik Bartl 1 Sitz

Thomas Berger (CDU) ist seit 2003 Bürgermeister der Stadt.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen wurde am 7. Januar 1999 genehmigt.

Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt in drei Reihen zu vier Plätzen von Schwarz und Silber geschacht.“[15]

In öffentlichen Präsentationen wird das Wappen regelmäßig durch eine ausgesetzte rote Mauerkrone ergänzend dargestellt.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Marien
Wohnhaus in der Luckenwalder Straße 4

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Vereine

Im Jahr 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr Trebbin gegründet. Sie ist damit die drittälteste Feuerwehr im Landkreis Teltow-Fläming. Seit dem 2.Dezember 1992 existiert in Trebbin der Sportclub Trebbin e.V. (SC Trebbin), bestehend aus den Abteilungen Handball, Leichtathletik und Fitness/Tanzgruppen.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Durch Trebbin verläuft die Bundesstraße 101, welche in nördlicher Richtung nach Berlin und in südlicher Richtung nach Luckenwalde und Jüterbog führt. Die B 101 wird in Trebbin von der Bundesstraße 246 gekreuzt, welche in westlicher Richtung nach Beelitz und Bad Belzig und in östlicher Richtung nach Zossen verläuft. Durch die Stadt führt die Eisenbahnstrecke Berlin – Wittenberg – Leipzig, die so genannte Anhalter Bahn. Berlin ist mit dem Regionalexpress der Linie RE5 Wittenberg/Falkenberg – Jüterbog – Berlin – Neustrelitz – Rostock/Stralsund zu erreichen. In Trebbin-Schönhagen befindet sich der größte Verkehrslandeplatz Brandenburgs.

[Bearbeiten] Energie

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Vattenfall Europe betreibt ein Gasturbinenkraftwerk in Thyrow.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Bronzene Brunnenfigur des Hans Clauert auf dem Marktplatz in Trebbin

[Bearbeiten] Literatur

  • Manfred Bensing u. A. /Heinz Göschel (Hrsg.), Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik, VEB Bibliographisches Institut: Leipzig: 1985, 3. Aufl.
  • Lutz Heydick, Günther Hoppe, Jürgen John (Hrsg.), Historischer Führer. Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Potsdam, Frankfurt (Oder), Urania-Verlag: Leipzig Jena Berlin 1987, 1. Aufl. ISBN 3-332-00089-6
  • Thomas Berger - Bürgermeister der Stadt Trebbin (Hrsg.),Stadt Trebbin und seine Ortsteile, Broschüre der Stadt Trebbin 2004

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Trebbin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Trebbin vom 18.02.2009 (PDF; 44 kB)
  3. a b Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch Teil 3 Die Ortsnamen des Teltow. 368 S., Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972.
  4. Ansichten des Schlosses Schönhagen (PDF-Datei; 773 kB)
  5. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 249
  6. Dienstleistungsportal der Landesregierung - Stadt Trebbin
  7. a b Quelle für die Einwohnerzahlen der Stadt ist das Historische Gemeindeverzeichnis des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, 2005 PDF
  8. Bildung des Amtes Trebbin. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 38, 15. Juni 1992, S.744.
  9. Änderung der Vereinbarung für die Bildung des Amtes Trebbin. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 14. Juli 1998. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 32, 14. August 1998, S.714.
  10. Zusammenschluß der Gemeinden Glau, Kliestow, Wiesenhagen und der Stadt Trebbin (Amt Trebbin) zu einer neuen Stadt Trebbin. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 23. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 2, 17. Januar 1998, S.26.
  11. Bildung einer neuen Gemeinde aus den Gemeinden Stangenhagen, Blankensee, Klein Schulzendorf, und der Stadt Trebbin. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 18. Mai 1998. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 22, 11. Juni 1998, S.506.
  12. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003
  13. Kommunales Verfassungsbeschwerdeverfahren der Gemeinde Thyrow wegen der Eingemeindung in die Stadt Trebbin VfGBbg: 204/03 Beschluss vom: 18.11.2004 S-Nr.: 1338
  14. Sonderamtsblatt-Wahlbekanntmachung, 21. Oktober 2008
  15. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg