Trebesing

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Trebesing
Wappen von Trebesing
Trebesing (Österreich)
Trebesing
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 73,79 km²
Koordinaten: 46° 53′ N, 13° 31′ O46.88638888888913.510277777778735Koordinaten: 46° 53′ 11″ N, 13° 30′ 37″ O
Höhe: 735 m ü. A.
Einwohner: 1.219 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9852
Vorwahl: 0 47 32
Gemeindekennziffer: 2 06 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Trebesing 15
9852 Trebesing
Website: www.trebesing.at
Politik
Bürgermeister: Johann Oberlerchner (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
6 SPÖ, 5 FPÖ, 4 ÖVP
Lage der Gemeinde Trebesing im Bezirk Spittal an der Drau
Bad Kleinkirchheim Baldramsdorf Berg im Drautal Dellach im Drautal Flattach Gmünd in Kärnten Greifenburg Großkirchheim Heiligenblut am Großglockner Irschen Kleblach-Lind Krems in Kärnten Lendorf Lurnfeld Mallnitz Malta Millstatt am See Mörtschach Mühldorf Oberdrauburg Obervellach Radenthein Rangersdorf Reißeck Rennweg am Katschberg Sachsenburg Seeboden am Millstätter See Spittal an der Drau Stall Steinfeld (Kärnten) Trebesing Weißensee Winklern KärntenLage der Gemeinde Trebesing im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
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Blick auf Trebesing mit Autobahn-Einhausung und mit den Ortsteilen Zlatting (Mitte oberhalb) und Neuschitz (links oberhalb)
Blick auf Trebesing mit Autobahn-Einhausung und mit den Ortsteilen Zlatting (Mitte oberhalb) und Neuschitz (links oberhalb)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
zwischen Trebesing Bad und Gmünd, Panorama

Trebesing ist eine Gemeinde mit 1.279 Einwohnern im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Trebesing liegt im Liesertal in Oberkärnten unweit der Nationalparks Hohe Tauern und Nockberge, etwa 12 Kilometer nördlich von Spittal an der Drau. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Lieser in Richtung Westen über die Ausläufer der Gebirgsgruppe Hohe Tauern mit dem Reißeck (2985 m) als höchste Erhebung der Gemeinde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist in die drei Katastralgemeinden Altersberg, Radl und Trebesing gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aich (117)
  • Altersberg (134)
  • Großhattenberg (75)
  • Hintereggen (8)
  • Neuschitz (53)
  • Oberallach (68)
  • Pirk (24)
  • Rachenbach (20)
  • Radl (87)
  • Trebesing (181)
  • Trebesing-Bad (72)
  • Zelsach (98)
  • Zlatting (289)

Geschichte[Bearbeiten]

Vor der ersten urkundlichen Erwähnung (1206 als „Trebozingen“) wurde Trebesing vermutlich im 10. Jahrhundert von den Grafen von Lurn gegründet und später von den Erzbischöfen von Salzburg erworben.

Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde im Radlgraben im Auftrag der Herren von Mallenthein, die Radl als Adelssitz wählten und das Jagdschloss Mallenthein erbauten, nach Erzen, Gold und Silber geschürft. Der Eisenerzabbau ging ab Anfang des 19. Jahrhunderts allmählich zurück, 1930 wurde er mangels Ergiebigkeit endgültig eingestellt. An seine Stelle traten im 19. Jahrhundert die Holzwirtschaft und ab der zweiten Hälfte der Fremdenverkehr als wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle.

1830 erfolgte die Fassung der Heilquelle, mittlerweile hat Trebesing drei im Privatbesitz befindliche Mineralquellen, eine davon in Zlatting.

1850 wurde die heutige politische Gemeinde Trebesing gegründet, die sich seither in ihrer Ausdehnung kaum verändert hat.

Aus der Zeit um 1900 gibt es für die Gegend von Trebesing detaillierte Beschreibungen von Bauernhäusern, Almhütten und ländlichen Arbeitsgeräten von Johann Reinhard Bünker. Der aus Seebach stammende Volkskundler war Lehrer in Ödenburg und verbrachte einige Sommer bei seinem Bruder, dem Pastor von Trebesing.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hat Trebesing 1.279 Einwohner (Stand 2006),[3] davon besitzen 98,5 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 62,0 % der Bevölkerung bekennen sich zur evangelischen und 32,1 % zur römisch-katholischen Kirche, 3,6 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Trebesing
  • Die Filialkirche Hl. Margarethe im Norden von Trebesing wurde urkundlich 1307 und 1420 erwähnt, verfiel jedoch im 17. Jahrhundert zur Ruine (1676) und wurde 1829 durch einen Brand weiter zerstört. Sie wurde 1959/60 wieder instand gesetzt. Der heutige Bau ist eine Saalkirche mit einem Torturm, der um 1600 auf den Mauern des ehemaligen gotischen Langhauses errichtet wurde. Der ehemalige Chor und die daran anschließende Sakristei der gotischen Ruine wurden im Zuge der Instandsetzung 1959 bis auf einen Mauerrest von einem Meter Höhe abgetragen und bilden jetzt den Vorhof der heutigen Kirche.[4]
  • Die Evangelische Kirche in Trebesing ist laut einer Inschrift über dem Portal 1842 errichtet worden. Es handelt sich um einen 4-achsigen Saalbau mit Giebelturm und Rundbogenfenstern.
  • Schloss Mallenthein (auch: „Malenthein“) steht in Radl unterhalb der ehemaligen Römerbrücke. Es wurde im 16. Jahrhundert als Jagdschloss der Grafen von Mallenthein erbaut (1604 wird Georg von Mallenthein an der Radl als Besitzer genannt). Das Gebäude ist ein viergeschossiger, blockhafter Bau mit steilem Walmdach.[5]
  • Vom früheren Bergbau zeugt die Ruine eines Schmelzofens mit hohem Schornstein im Radlbach-Graben. Die Anlage, die zum Teil aus dem 18. Jahrhundert stammt, bestand aus zwei Schachtöfen und diente höchstwahrscheinlich der Kupferverhüttung.
  • An der historischen Römerstraße am Westhang des Liesertals, die von Lieserhofen über Trebesing nach Gmünd verlief, befinden sich drei Steinbogenbrücken (Eckbach, Hintereggenbach und Rachenbach).
  • Katholische Pfarrkirche Altersberg
  • Evangelische Kirche Altersberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In der Gemeinde gab es (Stand 31. Dezember 2005) 58 Gewerbebetriebe (davon allein 27 Hotels, Pensionen und Privatzimmervermieter) sowie 68 Landwirtschaftsbetriebe. Durch das Gemeindegebiet führt auch die Tauernautobahn (A 10); in dem Zusammenhang ist die Altersbergbrücke durch ihre Sperre im Herbst 2006 bekannt geworden.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Trebesing hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2003 Johann Oberlerchner (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Im Wappen von Trebesing sind sowohl die Quellen als auch die Mallentheiner berücksichtigt: Vorne sind die drei Trebesinger Heilquellen symbolisiert, der der Greifenkopf in der hinteren Hälfte war eine Komponente im gevierten Wappen der Herren von Mallenthein. Die Blasonierung des Wappens lautet:

„Von grün zu Silber gespalten; vorn ein silberner Bottich, in denen drei vom oberen Schildrand ausgehende, parallel geführte silberne Wellenleisten münden; hinten ein roter, mit Flug ornamentierter Greifenkopf.“[6]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 29. Juni 1989 verliehen. Die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Trebesing ist seit dem 4. September 1999 die französische Gemeinde Pussay.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trebesing – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011 (PDF)
  2. Johann Reinhard Bünker: Das Bauernhaus am Millstätter See in Kärnten. (PDF) Wien 1902. Sonderabdruck aus Band XXXII [Der dritten Folge Band II] der Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Wien 1902. Im Selbstverlage der Anthropologischen Gesellschaft. Druck von Friedrich Jasper in Wien.
  3. Statistik Austria: Probezählung 2006 - Bevölkerungszahl 31.10.2006 (PDF; 8 kB); aufgerufen am 1. Mai 2010
  4. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 962f.
  5. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 661f.
  6. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 282