Trestle-Brücke

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Das hölzerne Wilburton Trestle im Bundesstaat Washington
Lethbridge Viaduct in Kanada, längstes Gerüstpfeilerviadukt der Welt

Trestle (engl.: Gerüst) oder auch Bockbrücke oder Gerüstpfeilerviadukt ist eine Brückenbauart, die aus einer Konstruktion mit Stützelementen kurzer Spannweite besteht, gestützt durch sich nach oben verjüngende vertikale Elemente und üblicherweise bei Eisenbahnbrücken im Gebrauch ist. Bauholz-Gestelle wurden im 19. Jahrhundert in erster Linie in bergiger Landschaft benutzt sowie als Anrückwege an Flussquerungen.

Trestle-Brücken haben über ihre gesamte Länge eine gerüstartige Unterbaukonstruktion aus vorfabrizierten, standardisierten Holz- oder Stahlbalken. Auf ein Geländer oder eine Brüstung wurde bei diesen Brücken in der Regel verzichtet.

Trestle-Brücken stammen ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. Anfangs wurden sie ausschließlich aus Holz gebaut. Als Problem erwies sich dabei, dass es bei den damals üblichen Dampflokomotiven gelegentlich Funkenflug gab, wodurch die Brücken leicht in Brand geraten konnten. Mit der Umstellung auf Dieselloks löste sich dieses Problem zwar, jedoch wurden hölzerne Brücken auch oft durch Brandstiftung zerstört. Daher setzte sich schließlich die Stahlbauweise durch; einige wenige Holz-Trestles existieren in Amerika aber noch.

In Deutschland, hier bei öffentlichen Bahnen in der Regel als Stahlkonstruktion ausgeführt, fand diese Bauweise z. B. bei den Sächsischen Schmalspurbahnen Verwendung. In Österreich gibt es sie nur an der Ybbstalbahn-Bergstrecke in Niederösterreich und der Tiroler Stubaitalbahn.

Als Vorläufer der Gerüstbrücke kann die meist niedrige Jochbrücke gelten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trestle-Brücke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien