Tretroller

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Kinder mit Roller, 1948
Kinderspielzeug: Roller der 1970er-Jahre
Rennstart bei der EM2007 in St. Wendel
Tretrollerübergabe in der Staffel beim EuroCup 2009 in St. Wendel
Carbontretroller mit 2x28" Laufrädern beim EuroCup 2010 in Frankenhain
Moderne Kickboards für Stagehands in der Jahrhunderthalle Bochum

Ein Tretroller oder Trittroller bzw. (vor allem in der Schweiz) Trottinett oder (im süddeutschen Raum) Radelrutsch (auch in der Bauweise des Wipprollers) ist ein muskelkraftbetriebenes, zweirädriges Kleinfahrzeug mit einem bodennahen Trittbrett, auf dem sich eine Person stehend fortbewegen kann. Er wird durch Abstoßen mit einem Bein (beim Wipproller durch gewichtsverlagernde Wippbewegungen über einen mechanischen Antrieb) angetrieben und kann aus Holz, Carbon (kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff) oder Metall (Aluminium, Stahl) gebaut sein.

Zu unterscheiden sind Mini-Klapproller von größeren Tretrollern für den Alltags- und Sportbereich.

Während Mini-Klapproller meist harte Reifen wie bei Inlineskates verwenden, besitzen große Roller im Allgemeinen Luftreifen wie beim Fahrrad. Zumeist werden bei Sportrollern kleinere Hinterräder verwendet. So sind die typischen Laufradgrößen im Sport- und Alltagsbereich z. B. 28/18″ oder 26/20″ (vorne/hinten). Der klassische Sportroller „Kickbike“ wurde ca. 1990 von Hannu Vierrikko/FIN als Sommertrainingsgerät zum Tretschlitten erfunden. Während z. B. in Holland die Tretrollerszene vergleichsweise groß ist, hat die deutsche Rennszene erst 2007 wieder mehr Zulauf erfahren.

In den Jahren 2000–2001 wurde der Mini-Klapproller zur Modeerscheinung für den urbanen Individualverkehr und englisch Scooter oder Kickboard benannt (diese sind zuweilen auch dreirädrig). Zuvor waren sie nur als Kinderspielzeug gebräuchlich.

Wegen der einspurigen Bauweise ist das Fahren mit dem Roller eine gute Vorübung, um später das Radfahren zu erlernen[1]. Durch die Bodennähe ist es für Kinder weitgehend ungefährlich, weshalb im Unterschied zum Fahrrad auch eine einzige Bremse genügt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Microscooter [Bearbeiten]

Der Mini-Klapproller, auch Microscooter genannt, wurde 1992 vom Lehrmeister Edmundo Duarte aus einer Idee seiner Lehrlinge in den Sulzer-Lehrwerkstätten in Winterthur entwickelt. Eines dieser Modelle steht heute im Landesmuseum Zürich.[2]

Sport [Bearbeiten]

Der kompakte, faltbare Tretroller (im Sportbereich auch „Scooter“ oder „Freestyle Scooter“ genannt) wird für Tricks wie beim BMX oder beim Skateboard verwendet.

Mit dem großen, luftbereiften Tretroller werden bei Europa- oder Weltmeisterschaften Rennen wie Kriterium (Rundkursrennen), Marathons oder Staffel ausgetragen. Bei einer Staffel wird der Roller als „Staffelholz“ übergeben. Im Marathon (42 km) können Durchschnittsgeschwindigkeiten von ca. 31 km/h erreicht werden. Die größte Rennszene gibt es in Holland, dahinter Tschechien, Italien und Finnland. In Deutschland dürfen Tretroller bei einigen Marathons im Feld der Inlineskater/Handbiker mitfahren (werden zumeist noch nicht offiziell in den Ausschreibungen angeführt), z. B. Köln-Marathon, Karstadt-Marathon, Europamarathon, Damp-Marathon etc. Der Tretroller ist ein ideales Ausdauer-Trainingsgerät, das zwischen Laufen und Radfahren platziert ist. Selbst Langstreckenfahrten sind mit dem Tretroller möglich (Alpo Kuusisto mit 84:36 h bei Paris–Brest–Paris, 1200 km mit ca. 10000 Höhenmetern oder Joachim Sternal bei Alb Extrem 190 km / 2800 Hm in 10 Std. (8,5 Std. reine Fahrzeit, 80 km/h bergab)). Beliebt ist der Deutsche Tretroller Cup (DTC). Der DTRV (Deutscher Tretroller Verband) wurde im März 2010 gegründet.

Mit dem Tretroller gibt es auch Hundesport-Rennen vom VDSV (Verband Deutscher Schlittenhundesport Vereine e. V.), genannt Mushing.

Reise [Bearbeiten]

Fahrradgroße Tretroller eignen sich selbst für Fernreisen über mehrere tausend Kilometer.[3]

Tricks [Bearbeiten]

Nachfolgend werden die einzelnen Tricks aufgezählt und beschrieben.

Bunnyhop
Ist ein Sprung bei dem man zuerst das Vorder- und dann das Hinterrad in die Höhe zieht.
180
Ist eine 180Grad Drehung von Fahrer und Roller
360
Ist eine 360Grad Drehung von Fahrer und Roller (es gibt auch 540,720,900 und 1080 schon)
Tailwhip
Ist die ganze Drehung des Decks um die eigene Achse. Es gibt auch double und tripple Tailwhips. (mittlerweile auch quadro (4) und quint (5)
No Foot
Ist ein Sprung, bei dem die Füße nicht auf dem Deck stehen.
One Foot
Ist ein Sprung, bei dem nur ein Fuß auf dem Deck steht.
Manual
Ist wie auch beim Bmx fahren ein Trick, bei dem der Fahrer auf dem hinteren Rad fährt.
One foot Manual
Ist ein Manual bei dem man nur mit einem Fuß hinten auf dem Deck steht.
Nose Manual
Ist ein Manual mit dem Vorderrad.
Hang 5
Ist ein Nose Manual bei dem man mit dem einen Fuß vorne auf dem Deck steht und das zweite Bein wird zum Balancieren benutzt.
Boneless
Ist wie ein Bunnyhop, nur dass man, um in die Luft zu kommen, den Fuß auf den Boden presst und damit den „Scooter“ in die Luft schleudert.
Tailtap
Der Fahrer spring aus einer „Quaterpipe“ heraus, dreht sich zu 90°, bleibt auf dem Hinterrad stehen und springt wieder in die Quater herein.
Barspin
Ist die Drehung des Lenkers um die eigene Achse.
Tailgrab
Ist das Halten des Decks im Sprung.
Superman
Hierbei werden die Füße vom Deck genommen. Der Körper bildet eine gerade Linie.
Superman Deckgrab
Bei diesem Trick wird beim Superman ein Deckgrab ausgeführt.
Backflip
Ist ein Salto nach hinten.
Frontflip
Ist ein Salto nach vorne.
Flair
ein Backflip, der beim Sprung aus einer Quarterpipe mit einem 180° kombiniert wird.
Airwalk
Hierbei wird der Fuß, der vorne auf dem Deck steht, vor das Vorderrad gestreckt und der Fuß, der hinten auf dem Deck steht, nach hinten gestreckt.
No-Foot-Can-Can
im Sprung beide Beine auf eine Seite und dann wider auf das Deck.
FootPlant
der Fahrer springt beispielsweise aus einer Quarterpipe und stützt sich dabei mit einem Bein auf dem Coping ab. Der andere Fuß bleibt auf dem Deck.
TableTop
Das Deck wird nach außen gedrückt, sodass der Scooter einen 90-Grad-Winkel zum Körper hat
Nothing
im Sprung nimmt man die Hände und Beine von dem Scooter
Tiregrab/Nosegrab
im Sprung an das Vorderrad greifen
Footplant Tailwhip
erst ein Footplant und dann ein Tailwhip beim Absprung
Fingerwhip
Das ist ein Tailwhip bei dem man das Deck mit den Fingern bewegt.
Tuck Nohand
Man nimmt die Hände z. B. beim Sprung aus einer Quarterpipe vom Lenker dabei wird der Lenker zwischen Körper und Beinen eingeklemmt.
Briflip
Man dreht das Deck nach vorne um die vertikale Achse, wobei der Lenker der Mittelpunkt ist. Beide Hände bleiben auf dem Lenker.
Frontbriflip
Man dreht das Deck nach hinten um die vertikale Achse
Front Scooterflip
Man dreht das Deck nach hinten, so dass es einen Looping macht. Nimmt eine Hand vom Griff.
Scooterflip
Man dreht das Deck nach vorne
Downsidewhip
Man macht einen halben Tailwhip in eine Richtung. Währenddessen dreht man den Körper in die andere Richtung sodass man bei der Landung rückwärts fährt.
Cashroll
180+Flair

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. „Vom Roller zum Fahrrad“, Rudolf Lensing-Conrady und Nicola Neumann-Opitz, Verkehrswachtforum, Heft 6, 1998
  2.  Made in Winterthur. Erfindungen und Innovationen aus der Region Winterthur. Buchhandlung Obergass (Vertrieb), Winterthur 2012.
  3. Beispiel Fernreise 2010 mit Tretroller 5900 km [1]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Tretroller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien