Trichiasis

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Trichiasis (v. gr. θρίξ, Gen. τριχός „Haar“; dt. Wimpernscheuern) ist der medizinische Fachausdruck für das Reiben von Wimpern auf der Hornhaut oder der Bindehaut des Auges. Ursache kann ein fehlgerichtetes Wachstum einzelner Wimpern oder einer ganzen Wimpernreihe sein, wie bei der Distichiasis, aber auch eine Einwärtswendung des Lids. Dabei kann das vermehrte Zukneifen des Auges als Reaktion auf den Reiz die Einwärtswendung im Sinne eines circulus vitiosus weiter verstärken.

Zu den Symptomen gehören Fremdkörpergefühl, Rötung, Jucken und Stechen sowie Entzündungen der Bindehaut. Es kann aber bei chronischem Verlauf auch zu Geschwüren der Hornhaut mit nachfolgender Vernarbung und Sehschärfenverlust kommen.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Eine Entfernung der Wimpern kann zunächst durch vorsichtiges Auszupfen, bei wiederholter Trichiasis auch durch Elektroepilation mit Verödung der Haarbälge erfolgen. Ein Auswärtswenden des Lids wird je nach Ausmaß durch Pflasterzug, Zügelnaht (sog. Schöpfer-Naht) oder plastischen Umbau des Lids erreicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Sachsenweger: Augenheilkunde. Duale Reihe, Georg Thieme Verlag, Stuttgart (2. Auflage 2003), 22. ISBN 3-13-128312-2.