Krötenlilien

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Krötenlilien
Tricyrtis formosana

Tricyrtis formosana

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Calochortoideae
Gattung: Krötenlilien
Wissenschaftlicher Name
Tricyrtis
Wall.

Die Pflanzengattung Krötenlilien (Tricyrtis) gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Die etwa 23 Arten sind im östlichen Asien verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Curtis’s Botanical Magazine, 1881 von Tricyrtis macropoda. Im Detail gut dargestellt sind die drei gespaltenen Narbenlappen.
Blüte der Japanischen Krötenlilie (Tricyrtis hirta)
Blüten von Tricyrtis latifolia
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blütenknospen und Blüte von Tricyrtis macropoda, deutlich zu sehen ist die angeschwollene Basis der äußeren Blütenhüllblätter.
Stängel mit Laubblättern und Blüten von Tricyrtis macranthopsis

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Die Tricyrtis-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Als Überdauerungsorgane werden kriechende meist kurze oder manchmal lange Rhizome gebildet. Die aufrechten oder aufsteigenden Stängel sind einfach oder manchmal im oberen Bereich verzweigt.[1]

Viele fast sitzende Laubblätter sind am Stängel wechselständig verteilt angeordnet. Die einfachen, relativ dünnen Blattspreiten sind elliptisch bis eiförmig mit meist mehr oder weniger stängelumfassendem Spreitengrund und spitzem bis zugespitztem oberen Ende. Es liegt Parallelnervatur vor und es sind viele Blattnerven vorhanden.[1]

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln oder in thyrsoiden, selten traubigen Blütenständen.[1]

Die relativ auffälligen, glocken- oder trompetenförmigen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und dreizählig. Die sechs ungleichen, freien Blütenhüllblätter sind meist ausgebreitet oder am oberen Ende zurückgebogen und meist nicht haltbar. Die äußeren drei Blütenhüllblätter sind sackförmig oder kurz gespornt. Die Farbe der Blütenhüllblätter ist weiß oder gelb mit purpurfarbenen Flecken. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die an der Basis der Blütenhüllblätter inserierten Staubfäden sind etwas abgeflacht und im oberen Bereich konvergierend um eine kurze Röhre zu bilden. Die basifixen, nach außen gebogenen Staubbeutel sind frei beweglich. Die drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält viele Samenanlagen. Der säulenförmige Griffel endet in drei ausgebreiteten Narbenlappen, die im oberen Bereich gespalten sind.[1]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die breit zylindrischen, dreikantigen Kapselfrüchte sind septizidal und enthalten viele Samen. Die relativ kleinen Samen sind ei- bis kugelförmig und abgeflacht.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Tricyrtis-Arten sind im östlichen Asien vom Himalaya über China bis Taiwan, Japan und die Philippinen (eine Art) verbreitet. In der Volksrepublik China kommen vier Arten vor, davon zwei nur dort.[1] Vier Arten kommen nur in Taiwan vor. Das Zentrum der Artenvielfalt ist mit etwa 13 Arten Japan, 11 davon nur dort.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Tricyrtis wurde 1826 durch Nathaniel Wallich in Tentamen Florae Napalensis Illustratae, S. 61 aufgestellt. Typusart ist Tricyrtis pilosa Wall., heute ein Synonym von Tricyrtis maculata (D.Don) J.F.Macbr.[2] Der Gattungsname Tricyrtis setzt sich aus den griechischen Wörtern tri für drei und kyrtos für konvex zusammen, dies bezieht sich auf die drei Kelchblätter, die eine angeschwollene Basis besitzen. Synonyme für Tricyrtis Wall. sind: Compsoa D.Don, Compsanthus Spreng., Brachycyrtis Koidz.[3]

Die Gattung Tricyrtis gehört zur Unterfamilie Calochortoideae innerhalb der Familie Liliaceae, früher in Calochortaceae, Convallariaceae, Tricyrtidaceae, Uvulariaceae.[4] Sie wird in vier Sektionen (beispielsweise Sektion Hirtae mit T. formosana, T. lasiocarpa, T. ravenii und Sektion Tricyrtis) gegliedert.

Es gibt etwa 23 Tricyrtis-Arten:[3]

  • Tricyrtis affinis Makino: Die Heimat ist Japan.
  • Tricyrtis chinensis Hir.Takah.: Diese 2001 beschriebene Art kommt in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guangdong, Guangxi, Hunan, Jiangxi sowie Zhejiang vor.
  • Tricyrtis flava Maxim.: Die Heimat ist Japan.
  • Tricyrtis formosana Baker: Sie kommt mit drei Varietäten nur in Taiwan vor.
  • Japanische Krötenlilie (Tricyrtis hirta (Thunb.) Hook., Syn.: Uvularia hirta Thunb., Compsoa hirta (Thunb.) Kuntze, Tricyrtis japonica Miq., Tricyrtis masamunei Makino, Tricyrtis hirta var. masamunei (Makino) Masam., Tricyrtis hirta var. minor Honda, Tricyrtis hirta var. saxicola Honda, Tricyrtis hirta var. albescens Makino, Tricyrtis hirta var. ramosissima Honda, Tricyrtis hirta f. albescens (Makino) Hiyama, Tricyrtis hirta f. nivea Hiyama, Tricyrtis hirta f. atropurpurea Hisauti): Die Heimat ist Japan.
  • Tricyrtis imeldae Guthnick: Sie kommt nur auf Mindanao vor.
  • Tricyrtis ishiiana (Kitag. & T.Koyama) Ohwi & Okuyama: Ihre zwei Varietäten sind Endemiten im zentralen Japan vor.
  • Tricyrtis lasiocarpa Matsum.: Sie kommt nur in Taiwan vor.
  • Tricyrtis latifolia Maxim.: Sie kommt in China und Japan vor.
  • Tricyrtis macrantha Maxim.: Sie kommt nur auf der japanischen Insel Shikoku vor.
  • Tricyrtis macranthopsis Masam.: Sie kommt nur in der japanischen Provinz Kii vor.
  • Tricyrtis macropoda Miq.: Mit zwei Varietäten:
    • Tricyrtis macropoda var. chiugokuensis (Koidz.) Ohwi, Syn.: Tricyrtis chiugokuensis Koidz., Tricyrtis affinis var. chiugokuensis (Koidz.) Ohwi: Dieser Endemit kommt nur im Distrikt Chugoku im zentralen Japan vor.
    • Tricyrtis macropoda Miq. var. macropoda, Syn.: Tricyrtis dilatata Nakai, Tricyrtis macropoda var. glabrescens Koidz., Tricyrtis macropoda var. hirsuta Koidz., Tricyrtis bakeri var. glabra Koidz., Tricyrtis macropoda f. glabrescens (Koidz.) Masam., Tricyrtis macropoda f. hirsuta (Koidz.) Masam., Tricyrtis macropoda var. nomurae Hir.Takah.: Sie kommt in China und in Japan vor.
  • Tricyrtis maculata (D.Don) J.F.Macbr., Syn.: Compsoa maculata D.Don, Compsanthus maculatus (D.Don) Spreng., Tricyrtis elegans Wall. nom. nud., Tricyrtis pilosa Wall., Disporum esquirolii H.Lév., Tricyrtis esquirolii (H.Lév.) H.Hara
  • Tricyrtis nana Yatabe: Die Heimat ist Japan.
  • Tricyrtis ohsumiensis Masam.: Sie kommt nur auf der japanischen Insel Kyushu vor.
  • Tricyrtis ovatifolia S.S.Ying: Dieser Endemit kommt nur in Pingdong Xian im südlichen Taiwan vor.
  • Tricyrtis perfoliata Masam.: Sie kommt nur auf der japanischen Insel Kyushu vor.
  • Tricyrtis pseudolatifolia Hir.Takah. & H.Koyama: Diese 2007 beschriebene Art kommt im zentralen China vor.
  • Tricyrtis ravenii C.I Peng & Tiang: Diese 2007 beschriebene Art kommt nur in Taiwan vor.
  • Tricyrtis setouchiensis Hir.Takah.: Die Heimat ist Japan.
  • Tricyrtis stolonifera Matsum.: Sie kommt nur in Taiwan vor.
  • Tricyrtis suzukii Masam.: Sie kommt nur im östliche und nördlichen Taiwan vor.
  • Tricyrtis viridula Hir.Takah.: Sie gedeiht in Wäldern und an Waldrändern in Höhenlagen zwischen 1000 und 1800 Meter in den chinesischen Provinzen Guangxi, Guizhou, Jiangxi, Yunnan sowie Zhejiang.
Die Sorte Tricyrtis Hybride 'Sinonome'

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Tricyrtis-Arten, besonders Tricyrtis formosana und Tricyrtis hirta und Tricyrtis-Sorten werden als Zierpflanzen in Parkanlagen und Gärten verwendet.[5] Sie sind in den Gemäßigten Breiten winterhart[5] (USDA-Klimazonen 5 bis 8).

Quellen[Bearbeiten]

  • Chen Xinqi & Hiroshi Takahashi: Tricyrtis, S. 151 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 24 - Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000. ISBN 0-915279-83-5 (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Ching-I Peng, Choon-Lin Tiang & Tsai-Wen Hsu: Tricyrtis ravenii (Liliaceae), a new species from Taiwan. In: Botanical Studies. Volume 48, 2007, S. 357-364: (Volltext-PDF; 666 kB) (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Chen Xinqi & Hiroshi Takahashi: Tricyrtis, S. 151 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 24 - Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000. ISBN 0-915279-83-5
  2. Tricyrtis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 18. Februar 2013.
  3. a b Tricyrtis in Suchmaske eingeben bei World Checklist of Selected Plant Families von Royal Botanic Gardens, Kew - Daten von R. H. A. Govaerts, 2011: World checklist of selected plant families published update. Facilitated by the Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. zuletzt abgerufen am 18. Februar 2013
  4. Tricyrtis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 18. Februar 2013.
  5. a b  Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 896.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krötenlilien (Tricyrtis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ergänzende Literatur[Bearbeiten]

  • Masayuki Maki, Hiroko Morita, Syuji Oiki, Hiroshi Takahashi: The Effect of Geographic Range and Dichogamy on Genetic Variability and Population Genetic Structure in Tricyrtis Section Flavae (Liliaceae). In: American Journal of Botany. Volume 86, Issue 2, 1999, S. 287–292, doi:10.2307/2656945