Triethylenglycol

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Strukturformel
Strukturformel von Triethylenglycol
Allgemeines
Name Triethylenglycol
Andere Namen
  • Triglycol
  • Triglykol
  • Triethylenglykol
  • TEG
  • 2,2′-(Ethylendioxy)diethanol
Summenformel C6H14O4
CAS-Nummer 112-27-6
PubChem 8172
Kurzbeschreibung

farblose, hygroskopische, fast geruchlose Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 150,18 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,12 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

−7 °C[1]

Siedepunkt

291 °C[1]

Dampfdruck

0,3 Pa (20 °C)[1]

Löslichkeit

mit Wasser mischbar[1]

Brechungsindex

1,4531 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 335
P: 261 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][3][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 37
S: 24/25
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Triethylenglycol gehört zur Stoffgruppe der Glycole.

Herstellung[Bearbeiten]

Triethylenglycol wird durch die Ethoxylierung von Diethylenglycol hergestellt. In der Regel fällt es als Nebenprodukt der Ethylenglycol-Herstellung an.

Verwendung[Bearbeiten]

Es findet als Lösungsmittel in der Chemie nur begrenzt Anwendung. Aufgrund seines hohen Siedepunktes wird es für Reaktionen, die bei hoher Temperatur (> 200 °C) ablaufen, wie zum Beispiel der Wolff-Kishner-Reaktion, eingesetzt.

Es ist weiterhin ein wichtiges Zwischenprodukt in der chemischen Industrie, zum Beispiel bei der Herstellung von Polyesterharzen. Verwendung findet Triethylenglycol neben Cyclodextrin-Derivaten auch als Geruchsneutralisierer (Air Sanitizer). Außerdem wirkt Triglycol raumlufttrocknend und zugleich bakterienhemmend, da durch die dehydrierende Eigenschaft Bakterien, die mit TEG in der Luft in Kontakt kommen, austrocknen und sterben. In Krankenhäusern wird mit Triglycol die Raumluft desinfiziert. Die in diesem Fall verwendete Dosierung ist um einiges höher als in den im Handel angebotenen Aerosolsprays für den Haushalt.

TEG findet auch in Bremssystemen und Hydrauliksystemen Verwendung. TEG wird außerdem genutzt zur Entfeuchtung und Trocknung von Erdgas, bzw. zur Einstellung von dessen Wassertaupunkt.

Teilweise wird Triethylenglycol auch als Inhaltsstoff von Nebelfluiden genannt, z. B. ist dies bei dem Hersteller Eurolite der Fall.[5]

Die Tabakverordnung erlaubt die Verwendung von Triethylenglycol als Feuchthaltemittel in Tabakprodukten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Triethylenglykol in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 21. Mai 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-498.
  3. a b c Datenblatt Triethylenglykol bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. Juni 2013 (PDF).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Eurolite, Zusatzinformationen zur Bedienungsleitung (PDF; 205 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Eurolite Fluids - Smoke Fluids (PDF; 205 kB)
  • Triethylenglycol in P. J. Linstrom, W. G. Mallard (Hrsg.): NIST Chemistry WebBook, NIST Standard Reference Database Number 69. National Institute of Standards and Technology, Gaithersburg MD