Trillerpfeife

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Trillerpfeife

Eine Trillerpfeife ist ein Musikinstrument, das als Signalinstrument zur Erzeugung und Weitergabe akustischer Signale und Rhythmen dient. Sie wird mit dem Mund und der Atemluft wie eine Schnabelflöte angeblasen und erzeugt durch einen Zusatz das typische Trillern der Pfeife.

Funktion[Bearbeiten]

Eine bewegliche Kugel im Resonanzraum einer hohen gedackten Pfeife erzeugt eine regelmäßig wiederkehrende Querschnittsveränderung, die sich in einer entsprechenden Tonhöhenänderung auswirkt. Dies wird auf Grund der menschlichen Hörfunktion als mindestens zwei gleichzeitig erklingende Töne mit eng nebeneinander liegender Tonhöhe erkannt. Das eigentlich erzeugte Schallereignis wird durch Interferenz und Dissonanz im Allgemeinen als unangenehm und somit signalwirkend empfunden.

Der Schalldruck einer Trillerpfeife kann – insbesondere bei Benutzung in Nähe des Ohres – bis an die Schmerzgrenze reichen und zu einer evtl. nicht mehr rückgängig zu machenden Schädigung des Hörorgans führen. Bei längerem Spielen ist daher die Verwendung von Ohrenstöpseln sinnvoll.

Materialien[Bearbeiten]

Trillerpfeifen werden aus Kunststoff, Holz oder Metall gefertigt.

Verwendung als Signalinstrument[Bearbeiten]

Trillerpfeifen werden unter anderem zum Geben verschiedener Signale beim Betrieb der Eisenbahn verwendet: Mit ihrer Hilfe signalisiert der Zugführer die unmittelbar bevorstehende Abfahrt des Zuges. Ebenso können beim Rangieren Signale und Befehle mit Pfeifsignalen gegeben werden.

Eine weitere Verwendung findet die Trillerpfeife beim Ballsport: Mit dem Anpfiff bzw. dem Abpfiff eröffnet bzw. beendet der Schiedsrichter ein laufendes Spiel zweier sportlicher Mannschaften gegeneinander. Erstmals im Ballsport wurde eine Pfeife im Juni 1884 in Neuseeland durch William Atack (18587-1946) in einem Rugbyspiel eingesetzt.[1]

Auf Demonstrationen wird die Trillerpfeife häufig eingesetzt, um politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Polizeieinheiten nutzten früher und nutzen zum Teil noch heute die Trillerpfeife, um Signale zu geben. Mit der Pfeife kann z.B. Verstärkung angefordert werden. Außerdem können sich Polizisten, die einen Flüchtigen verfolgen, so gegenseitig ihre Positionen bekannt geben, um den Flüchtigen einzukreisen. Auch wenn in vielen Polizeieinheiten die Trillerpfeife als Kommunikationsmittel durch das Funkgerät abgelöst wurde, wird sie dennoch vereinzelt z.B. in der Regelung des Straßenverkehrs genutzt.

Noch heute wird die Trillerpfeife von militärischen Vorgesetzten genutzt, um Signale, z. B. zum Angriff oder Ausweichen, weiterzugeben, da die Stimme zu leise und eine Funkverbindung häufig nicht zu allen Soldaten gegeben ist.

Verwendung als Musikinstrument[Bearbeiten]

Die Trillerpfeife als ideale Ergänzung zu Maracas-Rasseln

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Verwendung als Lärm-, Rhythmus- und Effektinstrument. Als Spielzeuginstrument wird sie auch von Kindern oft benutzt und bietet sich hier auch als ideale Ergänzung z. B. zu Maracas oder anderen lauten Rhythmusinstrumenten an, da man sie im Mund behalten kann und die Hände frei hat. Die leicht erlernbare Spielweise und der sehr günstige Preis der Instrumente (meist nur wenige Euro) hat auch mit zur hohen Verbreitung bei Kindern beigetragen.

Die in der Samba-Musik verwendete Apito ist eine spezielle Trillerpfeife, bei der zwei Löcher einzeln oder in Kombination geöffnet oder verschlossen werden können, um mehrere Töne zu erzielen. Die „normale“ eintönige Trillerpfeife lässt sich aber auch gut zum Spielen von Samba-Rhythmen verwenden.

Schrillpfeife[Bearbeiten]

Klang einer Bobbypfeife (The Metropolitan)

In einigen Sportarten, bei denen ein sehr lautes Tonsignal vom Schiedsrichter ausgehen muss, wurde die Trillerpfeife durch eine sogenannte Schrillpfeife ersetzt. Solche Sportarten sind beispielsweise Wasserball: Hier hat der Spieler oft Wasser in den Ohren und hört dadurch schlechter. Weiterhin ist auch durch den Lärm der Zuschauer in den Schwimmhallen immer ein gewisser Grundpegel an Lautstärke vorhanden, der übertönt werden muss.

Die Schrillpfeife hat keinen beweglichen Körper im Resonanzraum. Sie erzeugt in nebeneinander liegenden und gleichzeitig angeblasenen Pfeifen verschieden hohe Einzeltöne, die ebenfalls durch Interferenz einen lauter empfundenen Gesamtklang erzeugen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Neuseelandbuch.NZ Visitor Publications Ltd., Nelson 2003, ISBN 1-877339-00-8,S. 1065.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Whistles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Trillerpfeife – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: 1911 Encyclopædia Britannica/whistle – Quellen und Volltexte (englisch)