Trimipramin
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| Strukturformel | |||||||||
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| Allgemeines | |||||||||
| Freiname | Trimipramin | ||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C20H26N2 | ||||||||
| CAS-Nummer | 739-71-9 | ||||||||
| PubChem | 5584 | ||||||||
| ATC-Code | |||||||||
| DrugBank | APRD00498 | ||||||||
| Arzneistoffangaben | |||||||||
| Wirkstoffklasse | |||||||||
| Wirkmechanismus |
Blockiert Serotonin-, Dopamin- und α-Adrenozeptoren. |
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| Fertigpräparate |
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| Verschreibungspflichtig: Ja | |||||||||
| Eigenschaften | |||||||||
| Molare Masse | 294,434 g·mol−1 | ||||||||
| Schmelzpunkt |
45 °C [1] |
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| Sicherheitshinweise | |||||||||
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| LD50 | |||||||||
| WGK | 3 (stark wassergefährdend) [2] | ||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||
Trimipramin ist ein Dibenzazepin, welches als Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva verwendet wird. Seine Wirkung ist vor allem stark dämpfend und angstlösend.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wirkung
Trimipramin blockiert im Zentralnervensystem verschiedene Serotonin-, Dopamin- und α-Adrenozeptoren. Die Monoamin-Rückaufnahme aus dem synaptischen Spalt in die präsynaptischen Vesikel wird nicht beeinflusst. Somit ist der antidepressive Wirkmechanismus anders als der anderer trizyklischer Antidepressiva. Außerdem wirkt Trimipramin anticholinerg und antihistaminisch; es hat daher aber folglich auch die charakteristischen Begleit- und Nebenwirkungen der übrigen trizyklischen Antidepressiva.
Aufgrund der vergleichsweise geringeren Beeinflussung von Serotonin und Noradrenalin sind die antidepressiven Effekte weniger ausgeprägt. Daher findet es vor allem bei ängstlich-agitierten Depressionen mit Unruhe, Ängstlichkeit, Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen, aber auch zur Behandlung von monosymptomatischen Schlafstörungen seinen Einsatz. Die sedierende Wirkung kann sehr stark sein; aus diesem Grund wird die Tagesdosis hauptsächlich abends eingenommen. Tagesmüdigkeit tritt dennoch fast immer auf, besonders zu Einnahmebeginn.
Die Halbwertszeit von Trimipramin im menschlichen Körper beträgt ca. 23 Stunden.[3]
[Bearbeiten] Indikationen
Trimipramin ist zugelassen zur Therapie von Depressionen, vornehmlich wenn Angst und Schlafstörungen als Symptome im Vordergrund stehen.
Es kann in niedriger Dosis auch adjuvant zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt werden.
Die Anwendung als Hypnotikum ist im psychiatrischen Bereich ausgesprochen populär. Da aber auch nach jahrelangem Off-Label-Use keine verwertbaren Wirksamkeitsnachweise vorliegen und die behaupteten Verträglichkeitsvorteile gegenüber Doxepin u. a. nie belegt werden konnten, existiert weiterhin keine Zulassung als schlafförderndes Mittel.
[Bearbeiten] Gegenanzeigen
Trimipramin darf nicht eingenommen werden:
- bei akuter Alkohol-, Hypnotika-, Analgetika- und Psychopharmakaintoxikation,
- bei akuten Delirien,
- bei unbehandeltem Engwinkelglaukom,
- bei Harnentleerungsstörungen, wie Harnverhalt oder Prostatahyperplasie mit Restharnbildung,
- bei Pylorusstenose,
- bei paralytischem Ileus,
- bei gleichzeitiger Einnahme von irreversiblen MAO-Hemmern,
- in der Schwangerschaft und Stillzeit.[4]
[Bearbeiten] Unerwünschte Wirkungen
Trimipramin hat vor allem vegetative Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Hypotonie, Tachykardie, Mydriasis und Akkommodationsstörungen, Magen-Darm-Probleme, Miktionsstörungen, usw.).
Außerdem treten manchmal Blutbildveränderungen (Leukopenie, Agranulozytose) auf, ferner Gewichtszunahme (vorwiegend durch Wassereinlagerung) sowie Stimmungsschwankungen.
[Bearbeiten] Absetzproblematik
Nach längerer Behandlung kann abruptes Absetzen zu Nausea, Kopfschmerzen und Unwohlsein führen.[5] Außerdem können Schlafstörungen, Angst, Unruhe und erhöhte Reizbarkeit auftreten. Die Behandlung ist schrittweise zu beenden.[6]
[Bearbeiten] Darreichungsformen
Trimipramin ist als Generikum sowie als Originalpräparat Stangyl® verfügbar. Die Einnahme erfolgt oral in Form von Tabletten, Dragees oder Lösung.
[Bearbeiten] Anwendung in der Schwangerschaft
Trimipramin darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Erfahrungen dafür vorliegen und begrenzte Untersuchungen an Tieren Hinweise auf Schädigungen der Nachkommenschaft (erhöhte Sterblichkeitsrate und Missbildungen) gezeigt haben[7]
[Bearbeiten] Klinische Relevanz der Wirkung
Die klinische Relevanz der Wirkung von Trimipramin wird – wie bei allen Antidepressiva – kontrovers debattiert.
[Bearbeiten] Genotoxisches Potential
Im Tierversuch führte Trimipramin zu Erbgutschäden. Möglicherweise erhöht die Einnahme von Trimipramin das Brustkrebsrisiko.[8][9]
[Bearbeiten] Herstellung und Stereochemie
Die Synthese erfolgt ausgehend von 10,11,Dihydro-5H-dibenz[b,f]azepin durch Deprotonierung mit Natriumamid und eine nucleophile Substitution mit racemischem 3-Dimethylamino-2-methylpropylchlorid.[10] Trimipramin enthält ein Stereozentrum, der Arzneistoff wird als Racemat [1:1-Gemisch der (R)- und der (S)-Form] eingesetzt, obwohl Enantiomere oft unterschiedliche physiologische Eigenschaften haben.[11]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Trimipramin bei ChemIDplus
- ↑ a b Datenblatt für Trimipramine maleate salt – Sigma-Aldrich 11.06.2008
- ↑ http://www.labor-lademannbogen.de/analysen/suche.action.detail.source.MEDIKAMENTE.u_id.1260.html
- ↑ Deutsche Fachinformation: Stangyl; Stand: März 2006
- ↑ Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz: Trimin, Stand: November 2003
- ↑ Deutsche Fachinformation: "Stangyl"; Stand: Juni 2008.
- ↑ Deutsche Fachinformation: Stangyl; Stand: März 2006
- ↑ http://www.cihr-irsc.gc.ca/e/documents/anti_breast_release.pdf Heavy exposure to some tricyclic antidepressants associated with elevated risk of breast cancer
- ↑ British Journal of Cancer, 86 (2002), 92–97.
- ↑ Axel Kleemann, Jürgen Engel, Bernd Kutscher und Dietmar Reichert: Pharmaceutical Substances, 4. Auflage (2000), 2 Bände erschienen im Thieme-Verlag Stuttgart, ISBN 978-1-58890-031-9.; seit 2003 online mit halbjährlichen Ergänzungen und Aktualisierungen.
- ↑ E. J. Ariëns: Stereochemistry, a basis for sophisticated nonsense in pharmacokinetics and clinical pharmacology, European Journal of Clinical Pharmacology 26 (1984) 663-668.
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