Trinitramid

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Strukturformel
Struktur von Trinitramid
Allgemeines
Name Trinitramid
Summenformel N4O6
CAS-Nummer 113282-38-5
Eigenschaften
Molare Masse 152,02 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Trinitramid ist eine Stickstoff-Sauerstoff-Verbindung, die formal als Stickstoffoxid gesehen werden kann.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine theoretische Berechnung aus dem Jahre 1993 sagte die Existenz als möglicherweise stabile Verbindung voraus.[2] Die erste Herstellung wurde 2011 von einer Arbeitsgruppe am Royal Institute of Technology in Stockholm beschrieben.[3]

Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]

Die Herstellung erfolgt durch die Nitrierung von Kalium- bzw. Ammoniumdinitramidlösungen mittels Nitryltetrafluoroborat in Acetonitril bei tiefen Temperaturen.[3]

\mathrm{NH_4N(NO_2)_2 + NO_2BF_4 \longrightarrow N(NO_2)_3 + NH_4BF_4}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Verbindung wurde bisher nur in Lösung hergestellt. Der Nachweis erfolgte mittels IR-Spektroskopie und 14N-NMR-Spektroskopie.[3] Abgeleitet von der Herstellung durch Umsetzung von Dinitramidanionen und Nitrylkationen können zwei Konstitutionsisomere formuliert werden. Quantenchemische Berechnungen zeigen, dass die "echte" Trinitramidstruktur N(NO2)3 energetisch günstiger ist und somit auch nur im Experiment gefunden wurde.[4][3]

Trinitramid - Isomere

Verwendung[Bearbeiten]

Eine Anwendung als Raketentreibstoff wurde postuliert.[3][5] Die Eignung als Beispielsubstanz bei der Erforschung von Materialien mit hoher Energiedichte ist eher möglich.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Montgomery Jr., J.A.; Michels, H.H.: Structure and stability of trinitramid in J. Phys. Chem. 97 (1993) 6774–6775, doi:10.1021/j100128a005.
  3. a b c d e f Rahm, M.; Dvinskikh, S.V.; Furo, I.; Brinck, T.: Experimental Detection of Trinitramide, N(NO2)3 in Angew. Chem. 123 (2011) 1177–1180, doi:10.1002/ange.201007047.
  4. Chen, Z.; Hamilton, T.P.: Ab Initio Calculation of the Heats of Formation of Nitrosamides:  Comparison with Nitramides in J. Phys. Chem. A 103 (1999) 11026–11033, doi:10.1021/jp991735x.
  5. Discovery of New Molecule Could Lead to More Efficient Rocket Fuel, Science Daily, 22. Dezember 2010