Triskaidekaphobie

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Triskaidekaphobie (aus griech. τρεισκαίδεκα, translit. treiskaídeka, dt. dreizehn und griech. φόβος, translit. fóbos, dt. Furcht) wird die abergläubische Angst vor der Zahl dreizehn genannt. Bei starker Ausprägung, insbesondere dann, wenn die Betroffenen alles, was mit der Zahl 13 zu tun hat, vermeiden und umgehen, spricht man von einer isolierten oder spezifischen Phobie im medizinischen Sinne.

Aufzug in einem Hochhaus: Es fehlt der Knopf für das 13. Stockwerk.

Freitag, der 13., gilt in diesem Zusammenhang als ein gefürchtetes Datum. Die Angst vor diesem Tag wird Paraskavedekatriaphobie[1] genannt (über lat. parasceuē oder parascēves, dies von griech. παρασκευή, dt.: Rüsttag [v.a. vor dem Sabbat]), mitunter auch Paraskevedekatriaphobie.[2] Diese Phobie kann so weit führen, dass Betroffene Reisen und Termine absagen oder sich an einem Freitag, der auf den Dreizehnten des Monats fällt, gar nicht aus dem Bett trauen. Eine Auswertung von Krankmeldungen der Jahre 2006 bis 2008 ergab, dass an solchen Freitagen drei- bis fünfmal mehr Arbeitnehmer krankgeschrieben sind als im Durchschnitt.[1] Gleichzeitig zeigt eine Auswertung der Zürich Versicherung, dass an Freitagen, die auf den 13. eines Monats fallen, signifikant weniger Schadensfälle verzeichnet werden als an allen anderen Freitagen im Jahr: Entweder sind die Menschen an diesem Datum besonders vorsichtig, oder das Verkehrsaufkommen ist aufgrund des Aberglaubens geringer.[3]

Herkunft[Bearbeiten]

Man bringt die Zahl mit den 13 versammelten Menschen beim letzten Abendmahl Jesu Christi in Verbindung, weil der Verräter Judas Ischariot der dreizehnte Anwesende war. Die Aussage, der 13. sei der Verräter gewesen – aus logischen Gesichtspunkten unhaltbar –, wird aber in diesem Zusammenhang gerne verwendet. Lange hieß die 13 im deutschen Volksmund das Dutzend des Teufels.

Da nach dem Lunisolarkalender manche Jahre 13 Monate haben müssen, war die 13 bei Völkern, die einen solchen Kalender verwendeten, eine heilige Zahl und wurde erst später als heidnisch bezeichnet, da der Gregorianische Sonnenkalender und der Islamische Mondkalender immer 12 Monate zählen. Bei den Germanen galt die 13 als Glückszahl: 12 weise Männer seien auf See gefahren, um die Lex Frisionum zu verfassen, in einem aufkommenden Sturm sei dann ein dreizehnter Mann erschienen, habe das Steuer übernommen, das Schiff durch den Sturm gesteuert und den 12 Weisen abschließend das Gesetz der Friesen diktiert, bevor er wieder verschwand. Bei den Japanern gilt die 13 als Glückszahl. In der jüdischen Tradition ist die 13 ebenfalls eine Glückszahl und ein Symbol Gottes, weil sie über der Zwölf steht. Ein Bezug ist der Dienstag, der 13., nach dem am Dienstag der Schöpfungsgeschichte Gott zweimal sich das Gelingen seines Werkes angesehen haben soll.

Auch der Tag ist in 12 Stunden vormittags und 12 Stunden nachmittags eingeteilt – was allerdings weniger mit der Vermeidung der Zahl 13, sondern damit zu tun hat, dass die Zahl 12 so viele Teiler hat (siehe Dutzend). Eine Glockenuhr schlägt daher immer nur höchstens 12 Mal. Daher kommt auch die Redensart Jetzt schlägt's 13 für ein ungewöhnliches Ereignis. Im Aberglauben gilt die 13. Stunde als Geisterstunde und beginnt nach Mitternacht.

Beispiele[Bearbeiten]

Sitzreihen in einem Flugzeug: Auf die 12. Reihe folgt die 14. Reihe.

In manchen Hochhäusern fehlt in der Nummerierung die 13. Etage, so dass auf den 12. direkt der 14. Stock folgt. Analog wird auch bei Schiffen das 13. Deck oft in der Nummerierung übersprungen. Auch Hotelzimmer werden häufig ohne die Nummer 13 angeordnet. Des Weiteren haben die meisten Fluglinien keine 13. Reihe in ihren Maschinen. Auch in der Formel 1 wird bei der Nummerierung der Fahrzeuge die 13 nicht benutzt. In einigen ICE-Zügen der ersten Generation gibt es keinen Wagen 13. Der Flughafen Ronald Reagan Washington National Airport in Washington, D.C. hat im Terminal B kein Gate 13. Nach der Straßenbahnlinie 12 der ehemaligen Magdeburger Vorortbahn folgte die Linie 14 zwischen Magdeburg und Schönebeck.

Als bekannter Triskaidekaphobiker galt der Komponist Arnold Schönberg.

Quatorzième (Der Vierzehnte) war eine Bezeichnung für professionelle Gäste privater Gesellschaften im Paris des Fin de siècle, an der Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert.[4] Ein Quatorzième besuchte – mit oder ohne Bezahlung – in angemessener Kleidung eine Gesellschaft, um zu verhindern, dass 13 Gäste an einer Tafel sitzen (daher die Bezeichnung). In einem französischen Unterhaltungsjournal von 1870 wird – mit Bezug auf einen Nachruf in einer Londoner Zeitung – namentlich ein John Andrew Malketh erwähnt, der 500.000 Francs hinterließ, nachdem er 35 Jahre als Quatorzième gearbeitet haben soll.[5][6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Bausinger: Dreizehn: eine Vorbemerkung. In: Zauberei und Frömmigkeit (Volksleben, Band 13). Magstadt 1966, S. 7-10 (Volltext)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Triskaidekaphobie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Triskaidekaphobia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Am Freitag, den 13. melden sich auffällig viele krank. Abgerufen am 12. März 2011.
  2. Pressemeldung der Fernuni Hagen, Juli 2008. Abgerufen am 17. März 2011.
  3. Pressemitteilung der Zurich Versicherung in Deutschland
  4. Georg Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben, 1903
  5. Variété im L'Écho Français - Journal non-politique (1870) Nr. 3, S. 23
  6. Wöchentliche Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg, (1869) Nr. 51 (deut. Version)
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