Triumph-Adler
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| TA Triumph-Adler AG | |
|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1896 |
| Unternehmenssitz | Nürnberg, Deutschland |
| Website | www.triumph-adler.de |
Die traditionsreiche TA Triumph-Adler AG ist ein im Prime Standard der deutschen Börse notiertes Unternehmen mit Sitz in Nürnberg.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Konzern wurde 1896, von Siegfried Bettmann, als Deutsche Triumph Fahrradwerke AG in Nürnberg als Tochtergesellschaft der Triumph Cycle Company, Coventry, gegründet.
Bis zum Jahr 1909 produzierte die Deutsche Triumph Fahrradwerke Aktiengesellschaft ausschließlich Fahrräder, kurzzeitig auch Motorräder. Im selben Jahr stieg Triumph, durch den Kauf einer Konkursmasse, in das Schreibmaschinengeschäft ein.
1911 folgte die Umbenennung in Triumph Werke Nürnberg AG und zwei Jahre später die Abspaltung vom englischen Mutterkonzern.
Bis in die 1950er Jahre stellte Triumph hauptsächlich Schreibmaschinen, Fahrräder, Motorräder, zwischenzeitlich auch Schub- und Handkarren, her.
Im Jahr 1957 kaufte Max Grundig das Aktienkapital der Triumph-Werke sowie eine Beteiligung an den Adlerwerken. 1958 schloss Grundig beide Firmen zu Triumph/Adler zusammen und produzierte fortan nur noch Büromaschinen. 1968 lag Triumph/Adler als Büromaschinenhersteller weltweit auf Platz 5. Da Grundig Ende der 1960er in das Farbfernsehgeschäft einstieg, wurde Triumph/Adler an den Litton-Konzern in den USA verkauft.
1979 kam Triumph-Adler zurück nach Deutschland in den Volkswagenkonzern. 1985 erfolgte eine erneute Umfirmierung in das Unternehmen TA Triumph-Adler AG.
1986 wurde TA dann durch den italienischen Büromaschinenhersteller Olivetti übernommen.
1994 erwarb ein Aktionärskonsortium die TA AG und baute sie in eine Mittelstandsholding um, welche verschiedene Branchen umfasste. Triumph-Adler deckte nun die Sparten Office, Spiel und Freizeit, Bautechnik und Gesundheit ab. Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1996 wurde die Triumph-Adler-Stiftung „Kinder in Not“ gegründet. Das Unternehmen übernimmt mit der Stiftung sozial- und gesellschaftspolitische Verantwortung, fühlt sich dem Schutz der Umwelt verpflichtet und folgt einer effizienten und umfassenden Corporate Governance.
Im Jahr 1999 erwarb TA die Utax GmbH, besann sich zurück auf die ursprünglichen Wurzeln und stieg wieder voll und ganz in die Bürokommunikationsbranche ein. 2003 kam mit Kyocera-Mita, ein japanischer Hersteller von Kopier-, Druck- und Faxsystemen, der derzeit größte Gesellschafter in die Triumph-Adler AG. Kyocera-Mita hält heute (2007) 29,9 % der Anteile an der TA Triumph-Adler AG. Mit Kyocera-Mita besteht eine strategische Partnerschaft, wodurch TA auch die Drucker und Kopierer von Kyocera-Mita vertreibt (unter anderen Typenbezeichnungen und mit anderen Treiberversionen).
Seit Oktober 2003 werden die TA-Twen-Schreibmaschinen sowie die anzeigenden und druckenden Tischrechner von der Bandermann GmbH produziert und vertrieben.
Der Umsatz der TA Triumph-Adler AG betrug 2007 416 Mio. Euro. Es arbeiten im Unternehmen 1.365 Mitarbeiter davon 150 Auszubildende (Stand: 31. Dez. 2007).
TA war früher u. a. für die Herstellung verschiedener Schreibmaschinen und PCs weltbekannt. Heute positioniert sich Triumph-Adler nach dem vollzogenen Marken Re-Launch im Frühjahr 2006 als Spezialist im Document Business und bietet Consulting, Realisation und Optimierung in der digitalen Bürokommunikation an. TA ist international an 60 Standorten vertreten und bietet Produkte in den Bereichen Druck, Fax, Kopie, Scan und DMS. Zur Gruppe der TA Triumph-Adler AG gehören zudem der Finanzdienstleister TA Leasing GmbH, die TA Corporate Consulting GmbH, die Firmen UTAX GmbH (Distribution Fachhandel), UTAX DocForms GmbH (DMS), WILLMY Bürofachversand GmbH (Bürofachversand), TSS Technical Service & Support GmbH (technischer Support und Service) und I.T.S.T. GmbH (Schulung und Training).
[Bearbeiten] Computer
Folgende (Heim)-Computer wurden von der Firma Triumph-Adler AG hergestellt:
- TA P1
- TA P2
- Triumph Adler Alphatronic PC (Z80-Prozessor)
- Alphatronic PC16 (8088-Prozessor)
- TA Dario (286er Prozessor)
- TA Dario 386 (386er Prozessor)
Weitere von TA auf den Markt gebrachte, IBM-kompatible PCs sind:
- TA P50
- TA P60
[Bearbeiten] Schreibmaschinen
Folgende Schreibmaschinen wurden von der Triumph-Adler AG hergestellt:
[Bearbeiten] Büroschreibmaschinen mit Typenhebel
- Record
- Matura
- Universal
Die Maschinen gab es mit unterschiedlichen Ausstattungen wie Breitwagen und Dezimaltabulator.
Die Record war bei den deutschen Behörden und vor allem der Polizei sehr verbreitet. In sehr vielen Kriminalfilmen werden die Verhörprotokolle auf solchen Adler-Maschinen geschrieben.
[Bearbeiten] Reiseschreibmaschinen mit Typenhebel
- Junior
- Gabriele
- Tippa
- Portable
- Privata
- Tessy
- Contessa
[Bearbeiten] Elektrische Büroschreibmaschinen mit Typenhebel
- Electric 111/F/C
- Electric 131/F/C
- Electric 151/F/C
Die Modelle der Electric-Reihe waren elektrisch angetriebene Typenhebelmaschinen. Der Anschlag war sehr kräftig, für mehrere Durchschläge geeignet und konnte vom Anwender justiert werden. Ein Novum war die Taste für den automatischen, motorischen Wagenrücklauf mit Endabschaltung. Verwendet wurden normale Farbbänder der Gruppe 1. Die Maschinen konnten aber auch mit einer Carbonbandeinrichtung nachgerüstet werden.
[Bearbeiten] Elektrische Reiseschreibmaschinen mit Typenhebel
- Gabriele 2000
[Bearbeiten] Elektrische Büroschreibmaschinen mit Kugelkopf
- SE1000
Die Markteinführung der SE1000 musste aufgrund von Patentverletzungen gegen IBM mehrere Jahre verschoben werden.
[Bearbeiten] Elektronische Büroschreibmaschinen mit Kugelkopf
- SE2000/DS
Die SE2000 war die erste elektronische Schreibmaschine von Triumph-Adler. Sie hatte ein Gehäuse aus Druckguss-Aluminium in einem futuristischen Design. Bereits diese Maschine gab es als DS-Version mit einem Display (einzeilige Floureszenzanzeige). Optional konnte sogar ein Diskettenlaufwerk angeschlossen werden. Verwendet wurden Disketten im Format 8 Zoll. Mit einem Preis von über 20.000 DM war sie jedoch nicht gerade ein Schnäppchen. Auch in der Wartung war sie sehr aufwändig und teuer. Der Serviceplan sah für eine Grundjustage der Maschine 14 Arbeitsstunden vor.
[Bearbeiten] Elektronische Büroschreibmaschinen mit Typenrad
- SE1005 bis SE1044
- SE1045/TTX (Fernschreiber)
Die Modelle der SE10xx Reihe waren einander sehr ähnlich. Die meisten Baugruppen konnten untereinander ausgetauscht werden. Die Maschinen unterschieden sich im wesentlichen nur durch mehr oder weniger Funktionen, welche sich in unterschiedlichen Hauptplatinen und Tastaturen widerspiegelten. Auch in dieser Reihe gab es Modelle mit Display, Phrasenspeicher und Diskettenlaufwerk. Das Spitzenmodell konnte zudem als Fernschreiber verwendet werden.
- SE500 bis SE535
Die Reihe SE5xx löste Ende der 1980er Jahre die SE10xx ab. Viele „Verbesserungen“ dienten alleine dafür, die Maschine preiswerter produzieren zu können. In Sachen Qualität und Verarbeitung waren diese den Vorgängermodellen weit unterlegen. Dennoch war auch diese Maschine sehr erfolgreich. Mit einer optionalen und nachrüstbaren Schnittstelle konnte die SE5xx an den Bildschirmtextsystemen der VS-Reihe angeschlossen werden.
[Bearbeiten] Typenraddrucker
Als Variante der elektronischen Büroschreibmaschine mit Typenrad wurden auch Typenraddrucker (Abkürzung: TRD) angeboten. Die Geräte verfügten über eine Centronics- und/oder RS232-Schnittstelle, wobei letztere dem V.24-Übertragungsprotokoll entsprach. Teilweise war auch eine vom Druckwerk abgesetzte Tastatur erhältlich. Im Angebot war vor allem der TRD 170, ein Ableger aus der SE10XX Reihe, welcher sehr erfolgreich war.
[Bearbeiten] Elektronische Kompaktschreibmaschinen
- Gabriele 9009
Die „Gabi“ 9009 war die erste elektronische Kompaktschreibmaschine von TA. Technisch war sie noch sehr aufwändig, aber robust. Preislich war sie so attraktiv, dass sich auch manche Privatleute diese Maschine für Zuhause leisten konnten. Die Maschine hatte einen Griff und einen Deckel und konnte einfach transportiert werden, obwohl sie nicht gerade ein Leichtgewicht war.
- CompacTA 400/DS
- CompacTA 600/DS
Die Modelle der CompacTA Reihe sind echte Büromaschinen. Klein und Kompakt eben, aber absolut für den Büroalltag zu gebrauchen. Die CompacTA 600 DS konnte sogar Texte auf ein optionales 3½-Zoll-Diskettenlaufwerk speichern. Die CompacTA 400 konnte mit einer optionalen Schnittstelle zum Anschluss an das VS-System ausgestattet werden.
- SE305 bis 325
Die Reihe SE3xx war zwischen CompacTA und SE5xx angesiedelt. Verkauft wurden hiervon jedoch schon nicht mehr allzuviele Geräte. Der boomende PC-Markt entzog den Büroschreibmaschinen zunehmends Marktanteile.
- Gabriele PFS
Die Gabriele PFS war mit einem 14-zeiligem LC-Display mit Hintergrundbeleuchtung und einem Laufwerk für 2,8-Zoll-Disketten ausgestattet. Von der Konstruktion ähnelt sie jedoch eher der Gabriele 100.
[Bearbeiten] Bildschirmschreibsysteme
- VS10, VS20, VS30
Die Systeme der VS-Reihe laufen unter einem proprietären Betriebssystem. Der Rechner kann an den Maschinen der Modellreihen SE5xx und an der CompacTA400 (nach Einbau einer speziellen Schnittstelle) angeschlossen werden. Texte werden auf Disketten im Format 3,5 Zoll abgespeichert und können untereinander ausgetauscht werden. Als Prozessor dient ein Z80.
- BSM100, BSM200, BSM300
Die BSM100 war das erste Komplettsystem, bei welchem an der Maschine nur noch ein monochromer VGA-Monitor angeschlossen wird. Der Rechner und das Diskettenlaufwerk befinden sich bereits in der Maschine. Auch hier kann keine andere Software verwendet werden. Einzig eine Textverarbeitung ist wie beim VS-System in einem ROM abgelegt und steht sofort nach dem Einschalten zur Verfügung. BSM200 und BSM300 basieren auf PC-Technologie mit Intel 80286 bzw. 80386 Prozessoren. Die BSM300 verwendet sogar schon Microsoft Windows in der Version 1.0 bzw. 2.0 und war daher nicht nur als Schreibmaschine einsetzbar. Der sehr hoche Preis im Vergleich zu den noch dazu viel flexibleren Personal Computern machte diese Maschine jedoch für den Markt unattraktiv. Letztendlich machte die rasante Entwicklung des PC diesem Maschinentyp den Garaus; die BSM200 und BSM300 waren technisch schon veraltet als sie auf den Markt kamen.
[Bearbeiten] Elektronische Reiseschreibmaschinen mit Typenrad
- Gabriele 8008
Die Gabriele 8008 ist die erste elektronische Reiseschreibmaschine von Triumph-Adler. Preiswert konstruiert und für den privaten Wenigschreiber gedacht. Besonders robust war sie schon aufgrund des hohen Anteils an preiswerten Baugruppen aus Kunststoff nicht. Die Maschine wurde mit einem eigenen Koffer ausgeliefert.
- Gabriele 7007
Die Gabriele 7007 ist eine preiswerte und einfache elektronische Reiseschreibmaschine. Der Kunststoffanteil ist hier noch höher als bei der Gabriele 8008, jedoch gelang es TA hier für die wesentlichen Baugruppen einen adäquaten Kompromiss zwischen Preis und Qualität zu finden. Die Maschine hat einen Griff für den Transport, das Netzkabel kann in einer speziellen Klappe verstaut werden. Die Papierstütze wird zur Abdeckung für den Wagenschacht, wenn man sie einklappt. Alles in allem ein gelungenes Modell was sich gut verkaufte.
- Gabriele 100/DS
Der absolute Preisschlager war die Gabriele 100. Nahezu komplett aus Kunststoff gebaut, sehr klein und vor allem sehr preiswert. Es gab auch hier sogar eine DS Version mit einem unbeleuchteten LC-Display. Große Mengen fanden ihren Weg in die Supermarktketten der Metro-Gruppe und waren für weit unter 200 DM erhältlich. TA hatte seinerzeit eine Aktion in welcher man 10 Farbbandkassetten in einer sogenannten „Ökobox“ kaufen konnte. Hatte man die zehn Bänder aufgebraucht, konnte man sie kostenlos zum Recycling zurück an TA schicken. Die Gehäuse der Farbbandkassetten wurden geschreddert und zu neuen Gehäusen für die Gabriele 100 gespritzt. Diese Modelle waren dann ebenfalls schwarz und wurden gesondert vermarktet. Das schwarze Öko-Modell war allerdings im Endpreis teurer als das graue Standardmodell und daher nicht besonders erfolgreich.
- Gabriele 500
[Bearbeiten] Aktuelle Modellpalette an elektronischen Schreibmaschinen
- Twen T 180/DS
- Twen T 320/DS
- Twen T 420/DS
- Twen T 700/DS
Um die Produktpalette an Schreibmaschinen, Tisch- und Taschenrechnern vom restlichen Angebot der TA AG abzugrenzen entschied man sich dazu, diese Produkte unter dem Markennamen „Twen® by TA Triumph-Adler AG“ herzustellen und zu vertreiben. Die Marke „Twen“ ist historisch begründet. Als noch Motorräder unter der Marke Triumph hergestellt wurden kam es zu einem Rechtsstreit zwischen Triumph in Großbritannien und Triumph in Deutschland, weswegen man zeitweilig die Motorräder in Deutschland unter der Bezeichnung „TWN“ produzierte. TWN steht für Triumph Werke Nürnberg. Bei Twen wurde der zweite Buchstabe aus „WErke“ eingefügt um einen aussprechbaren Namen zu erhalten. Twen ist ein eingetragenes Markenzeichen.
Im Oktober 2003 wurden die Sparten Schreiben, Rechnen, Aktenvernichter und Lasertoner an den Bürotechnik-Distributor Bandermann übergeben. Auf der Website www.ta-schreibmaschinen.de ist das aktuelle Twen Modellprorgamm aufgeführt.
[Bearbeiten] Literatur
- Dentz, Markus: „Der Adler soll wieder fliegen“, in Finance, Mai 2005, S. 56-58

