Uran(V,VI)-oxid
| Kristallstruktur | ||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| __ U5+/6+ __ O2− | ||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||
| Name | Uran(V,VI)-oxid | |||||||||||||||||||
| Andere Namen |
Triuranoctoxid |
|||||||||||||||||||
| Verhältnisformel | U3O8 | |||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 1344-59-8 | |||||||||||||||||||
| PubChem | 11968241 | |||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
dunkel-schwarzgrüner Feststoff[1] |
|||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 842,08 g·mol−1 | |||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest |
|||||||||||||||||||
| Dichte |
8,38 g·cm−3[1] |
|||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
unlöslich in Wasser[2] |
|||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||
| Radioaktivität | ||||||||||||||||||||
Radioaktiv |
||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||||
Uran(V,VI)-oxid (auch Triuranoctoxid, U3O8) ist eine chemische Verbindung des Urans und zählt zu den Oxiden. Es kommt in mehreren Modifikationen vor. Pechblende enthält kein Uran(V,VI)-oxid, sondern Uran(IV)-oxid und zusätzlichen Sauerstoff.[5]
Inhaltsverzeichnis |
Gewinnung und Darstellung [Bearbeiten]
Uran(V,VI)-oxid entsteht durch Sauerstoffabgabe beim Erhitzen von Uran(VI)-oxid bzw. Uran(IV)-oxid[6] auf 700–900 °C. Genauso bildet es sich beim Erhitzen von anderen Uranoxiden auf ähnliche Temperaturen an der Luft.[7]
Eigenschaften [Bearbeiten]
Physikalische Eigenschaften [Bearbeiten]
Uran(V,VI)-oxid bildet mehrere Modifikationen. In reinem Uran(V,VI)-oxid ist bei Raumtemperatur die orthorhombische α-Struktur mit der Raumgruppe C2mm und den Gitterparametern a = 671 pm, b = 1196 pm und c = 414 pm am stabilsten. Ebenfalls bei Raumtemperatur stabil ist die orthorhombische β-Struktur mit der Raumgruppe Cmcm und den Gitterparametern a = 707 pm, b = 1144 pm und c = 830 pm, die durch Erhitzen von α-U3O8 auf 1350 °C an der Luft und langsames abkühlen gebildet werden kann.[8] Daneben ist auch eine kubische, nur bei hohem Druck stabile, unterstöchiometrische Modifikation bekannt.[2]
Uran(V,VI)-oxid ist abhängig vom Sauerstoffgehalt leitfähig, bei Raumtemperatur beträgt die Elektrische Leitfähigkeit bei genau stöchiometrischem Uran(V,VI)-oxid etwa 100 Ω−1·m−1. Die Verbindung ist ein Halbleiter vom n-Typ.[2]
Chemische Eigenschaften [Bearbeiten]
Triuranoctoxid löst sich leicht in oxidierenden Säuren unter Bildung von Uranylionen. Bei der Reaktion mit Chlorwasserstoff bei 700 °C entsteht Uranylchlorid.[2]
Durch Reaktion mit Wasserstoff bei 700 °C oder Kohlenstoffdioxid bei 350 °C wird es über mehrere unstöchiometrische Zwischenprodukte zu Uran(IV)-oxid reduziert.[7]
Verwendung [Bearbeiten]
Da Uran(V,VI)-oxid bei gleichen Temperaturen aus allen Uranoxiden entsteht, wird es zur gravimetrischen Bestimmung des Urangehaltes, etwa von Erzen, genutzt.[7]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c Uran(V,VI)-oxid (Triuranoctoxid) bei www.webelements.com.
- ↑ a b c d Martin Peehs, Thomas Walter, Sabine Walter, Martin Zemek: Uranium, Uranium Alloys, and Uranium Compounds. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, 2007 (doi:10.1002/14356007.a27_281.pub2).
- ↑ a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Uranverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 25. April 2011 (JavaScript erforderlich)
- ↑ Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
- ↑ Thieme Chemistry (Hrsg.): Eintrag zu Uranpecherz im Römpp Online. Version 3.32. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2013, abgerufen am 27.August 2012.
- ↑ Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band II, Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1227.
- ↑ a b c Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1971.
- ↑ B. O. Loopstra: The structure of β-U3O8. In: Acta Crystallographica B. 26, 1970, S. 656–657 (doi:10.1107/S0567740870002935).
Literatur [Bearbeiten]
- Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium, in: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements, Springer, Dordrecht 2006; ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698 (doi:10.1007/1-4020-3598-5_5).
