Trivium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Trivium (Begriffsklärung) aufgeführt.

Das Trivium („drei Wege“) umfasste die drei sprachlichen Fächer der sieben freien Künste, die zusammen mit den mathematischen Fächern des Quadriviums nach Vorläufern in Antike und Frühmittelalter das Grundstudium an den hochmittelalterlichen Universitäten bildeten. Es bestand aus den – durchwegs lateinisch unterrichteten – Fächern:

Einen Eindruck von den konkreten Inhalten dieser Fächer kann man z. B. aus den (um 630 n. Chr. abgeschlossenen) Etymologiae des Isidor von Sevilla gewinnen.

Von Trivium ist das Wort „trivial“ abgeleitet, das ursprünglich nicht die heutige Bedeutung von „belanglos“ oder „alltäglich“, sondern „(für entsprechend Gebildete) grundlegend“, somit „selbstverständlich“, hatte. Im klassischen Latein bedeutet trivialis auch schon „gewöhnlich“, „im gemeinen Leben“, abgeleitet von Trivium, das nicht nur eine Weggabelung, sondern auch metaphorisch die öffentliche Straße bezeichnet.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gordontzi Leff: Das trivium und die drei Philosophien. In: Walter Rüegg (Hrsg.): Geschichte der Universität in Europa. Band I: Mittelalter, Beck, München 1993, ISBN 3-406-36952-9, S. 279–302.
  • Die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla. Marixverlag, Wiesbaden 2008 (übersetzt von Lenelotte Möller), darin „Buch“ I und II (S.19-122), ISBN 978-3-86539-177-3.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1.  Karl Ernst Georges: Lateinisch-deutsch, deutsch-lateinisch. Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. S. 57604 (Digitale Bibliothek; Band 69). Vgl. Georges-LDHW Band 2, S. 3235