Trochäus

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Trochäus (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als Trochäus (altgriech. τροχαῖος, trochaíos, über lat. trochaeus, „Läufer“; Plural: Trochäen) bezeichnet man einen Versfuß, in welchem auf eine betonte eine unbetonte Silbe folgt. Weil er oft in griechischen Chorliedern vorkommt, wird er auch Choreus genannt.

  • In der akzentuierenden Metrik, die nach Silbenbetonung unterscheidet, heißt das, dass auf eine betonte Silbe eine unbetonte folgt (– o).
Beispiele: Hilfe, können, fallen, Lesung

Zu den deutschsprachigen Dichtern, die sich des Trochäus bedienten und bei denen durch eine künstlich verstärkte Gewichtung der betonten Verse eine leichte Komik erzielt wird, zählt unter anderem Wilhelm Busch: Max und Moritz, diese beiden / Mochten ihn darum nicht leiden.[1]

  • In der quantitierenden Metrik, die auf die Antike zurückgeht, besagt der Trochäus, dass auf eine lange Silbe eine kurze folgt (– υ).

Trochäische Verse der akzentuierenden Metrik basieren ausschließlich auf dem trochäischen Versfuß. Zur Dichtung trochäischer Verse in quantitierender Metrik reicht der trochäische Versfuß jedoch gewöhnlich nicht aus.

Das Gegenstück zum Trochäus ist der Jambus. Das Wort Trochäus selbst beginnt jambisch (erste Silbe unbetont, zweite Silbe betont).

Beispiele[Bearbeiten]

"Freude, schöner Götterfunken
Tochter aus Elysium (...)"

(Friedrich Schiller - An die Freude)


"Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte (...)"

(Eduard Mörike - Frühling lässt sein blaues Band)

Belege[Bearbeiten]

  1. Frank Pietzcker: Symbol und Wirklichkeit im Werk Wilhelm Buschs. Die versteckten Aussagen seiner Bildergeschichten. Europäische Hochschulschriften, Frankfurt am Main 2002, ISBn 3-631-39313-X, S. 26

Weblinks[Bearbeiten]