Trockenwiese

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Trockenwiesen sind trockene, nährstoffarme und artenreiche Wiesen. Sie werden regelmäßig zur Heugewinnung gemäht, kommen aber natürlicherweise auch in Auen oder in den Felsensteppen der Inneralpen vor. Teilweise werden sie zusätzlich im Herbst beweidet. Ohne Nutzung stünde auf diesen Flächen in Mitteleuropa meist Wald. Es gibt Belege, dass ab der Bronzezeit und insbesondere in der Römerzeit Mähwiesen auf Trockenstandorten angelegt wurden. Im Hochmittelalter war dieser Nutzungstyp weit verbreitet. Dies legte den Grundstein für einen äußerst reichen Biotoptyp, der auf eine menschliche Kultivierung zurückgeht und bezüglich Kulturgeschichte sowie Varietäten von Pflanzen und Tieren weltweit einmalig ist.

Mit über 100 Pflanzenarten pro Are und schätzungsweise bis zu 1000 Insektenarten gehören Trockenwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie sind durch Nutzungsintensivierung bzw. Nutzungsaufgabe stark bedroht. Eine besondere Bedeutung kommt dem Verzicht auf Düngung zu. Wichtig sind zudem dem Standort angepasste Schnittzeitpunkte. Die Mähtechnik entscheidet zusätzlich darüber, ob gewisse Tierpopulationen (z. B. Heuschrecken) eine Überlebenschance haben: So sind Sense und Balkenmäher im Vergleich zu Schlegelmähern oder Mähaufbereitern ideal. Auf größeren Flächen gewährleistet die Staffelung des Schnittes bis hin zum Belassen von Altgrasstreifen, dass die auf diesen Lebensraumtyp angewiesenen Tiere jederzeit existenzsichernde Rückzugsmöglichkeiten haben.

Das Pendant zu den Trockenwiesen sind die Trockenweiden. Gemeinsam werden sie in der Schweiz unter dem Kürzel TWW zusammengefasst.

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