Troisdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Troisdorf
Troisdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Troisdorf hervorgehoben
50.8161111111117.155555555555655Koordinaten: 50° 49′ N, 7° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 62,2 km²
Einwohner: 72.784 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1170 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 53840, 53842, 53844
Vorwahlen: 02203, 02241, 02246, 0228
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 068
Stadtgliederung: 12 Stadtbezirke bzw. Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kölner Str. 176
53840 Troisdorf
Webpräsenz: www.troisdorf.de
Bürgermeister: Klaus-Werner Jablonski (CDU)
Lage von Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild

Troisdorf ( [ˈtroːsdɔrf]?/i mit Dehnungs-i) ist die größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen und liegt rechtsrheinisch zwischen Köln und Bonn. Die Stadt liegt im Süd-Osten der Kölner Bucht zwischen den südlichen Ausläufern des Bergischen Landes im Norden und den Siegauen im Süden.

Geographie[Bearbeiten]

Mündung der Agger (vorn) in die Sieg (hinten)

Troisdorf liegt an der Sieg, einem Nebenfluss des Rheins, und an der Agger, die ihrerseits ein Nebenfluss der Sieg ist und die Stadtgrenze zur Nachbarstadt Siegburg bildet. In Troisdorf mündet die Agger in die Sieg.

Aggerwehr

Parallel zum Verlauf der Sieg fließt der Mühlengraben, der bis zum Ende des 20. Jahrhunderts unter anderem zum Antrieb von zwei Getreidemühlen auf Troisdorfer Stadtgebiet diente. Das Wasser wird am Aggerwehr aus der Agger abgeleitet und bei Bergheim wieder der Sieg zugeführt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Troisdorf besteht aus zwölf Stadtteilen, die gleichzeitig Ortschaften mit einem Ortsvorsteher sind:

Stadtteil Einwohner
Altenrath 2.378
Bergheim 5.752
Eschmar 3.196
Friedrich-Wilhelms-Hütte 7.286
Kriegsdorf 2.960
Troisdorf-Mitte 16.309
Müllekoven 1.860
Oberlar 6.134
Rotter See 3.956
Sieglar 8.883
Spich 12.796
Troisdorf-West 5.499

Stand der angegeben Einwohnerzahlen (einschließlich Zweitwohnsitz): 30. Juni 2012

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden grenzt Troisdorf an Köln und Rösrath, im Osten an Lohmar und Siegburg, im Südosten an Sankt Augustin, im Süden an Bonn und im Westen an Niederkassel.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm Flughafen Köln/Bonn

Geschichte[Bearbeiten]

Troisdorf Anfang des 19. Jahrhunderts
Sieglar – Marktplatz mit Schule, ca. 1915
Herrenhaus der Burg Wissem
Die Friedrich-Wilhelm-Hütte 1853

Troisdorf wird ursprünglich in einer Urkunde der Siegburger Benediktiner-Abtei Michaelsberg aus dem Jahre 1064 als Truhtesdorf bezeichnet.

Die ältesten urkundlich erwähnten Siedlungen im heutigen Stadtgebiet sind aber Eschmar und Sieglar, die bereits 832 genannt werden. Für eine frühe Besiedlung spricht auch der ehemalige Rittersitz Burg Wissem, der heute nahe dem Stadtzentrum am Waldrand liegt.

Die Gemeinde Troisdorf gehörte von 1816 bis 1899 zur Bürgermeisterei Siegburg.

Industrialisierung[Bearbeiten]

Der eigentliche Aufschwung der heutigen Stadt begann mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. 1825 gründete der ehemalige Leiter des Bergamtes in Bonn, Windgassen, eine Eisenschmelze am Mühlengraben in der Nähe der Agger-Sieg-Mündung. Diese übernahm 1843 Emil Langen und nannte die Ansiedlung Friedrich-Wilhelms-Hütte (seit 1913 Mannstaedt-Werke).

Die Lage an der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke,an der Siegstrecke und an der Güterzugstrecke Speldorf machte Troisdorf in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für Industrieunternehmen interessant. Im Jahr 1887 gründete Emil Müller die Rheinisch-Westfälischen Sprengstoffwerke, eine Zündhütchen- und Sprengkapselfabrik, die spätere Dynamit Nobel AG.


Von 1951 bis 2002 existierten in den Stadtteilen Spich und Altenrath je eine belgische Kaserne

Stadtrechte[Bearbeiten]

1952 erhielt Troisdorf Stadtrechte.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindereform wurden am 1. August 1969 die Ortschaften der Gemeinde Sieglar (Bergheim, Eschmar, Kriegsdorf, Müllekoven, Oberlar, Sieglar und Spich) sowie die Ortschaften Friedrich-Wilhelms-Hütte (vorher Amt Menden) und Altenrath (vorher Amt Lohmar) neue Ortschaften der Stadt Troisdorf.[2] 1999 entstanden durch Teilungen noch die Stadtteile Troisdorf-West und Rotter See.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bis in das 19. Jahrhundert hatte Troisdorf nur wenige hundert Einwohner. Erst mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1895 erst 2.825 Menschen in dem Ort, so waren es 1968 bereits 18.000. Durch zahlreiche Eingemeindungen am 1. August 1969 stieg die Bevölkerungszahl auf 48.837. Am 30. Juni 2005 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Troisdorf nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 74.613 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Datum Einwohner
3. Dezember 1861¹ 1.282
2. Dezember 1895¹ 2.825
1. Dezember 1905¹ 4.700
1. Dezember 1910¹ 5.939
16. Juni 1925¹ 9.400
16. Juni 1933¹ 9.800
17. Mai 1939¹ 11.180
29. Oktober 1946¹ 11.679
13. September 1950¹ 13.229
Datum Einwohner
25. September 1956¹ 15.300
6. Juni 1961¹ 16.400
31. Dezember 1965 17.532
27. Mai 1970¹ 51.271
31. Dezember 1975 56.402
31. Dezember 1980 58.618
31. Dezember 1985 60.981
25. Mai 1987¹ 60.079
31. Dezember 1990 64.430
Datum Einwohner
31. Dezember 1995 68.778
31. Dezember 2000 72.678
31. Dezember 2005 76.596
31. Dezember 2006 76.714
30. Juni 2007 76.707
31. Dezember 2010 76.987
31. Dezember 2011 77.286
30. Juni 2012 77.016

¹ Volkszählungsergebnis

Zur jetzigen Einwohnerzahl gehören Personen, die ihren zweiten Wohnsitz in Troisdorf haben. Troisdorf hat mit 8.652 ausländischen Einwohnern einen Migrantenanteil von 11 % an der Gesamtbevölkerung. In Troisdorf besteht weiterhin ein Frauenüberschuss mit 39.123 Frauen gegenüber 37.864 Männern.[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit Januar 2011 setzt sich die politische Ratsmehrheit in Troisdorf aus einer Koalition von CDU und Grünen zusammen. Die Kommunalwahl am 30. August 2009 hatte folgendes Ergebnis:[4]

Parteien und Wählergemeinschaften Sitze
Sept. 2011*
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
Stadtratswahl 2009
Wahlbeteiligung: 48,07 % (2004: 52,82 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,57
30,89
10,79
7,47
3,50
2,18
1,61
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,59
-4,56
+3,35
+2,35
+3,50
-1,64
+1,61
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22 43,6 22 48,2 24
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16 30,9 15 35,5 18
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4 10,8 5 7,4 4
FDP Freie Demokratische Partei 4 7,5 4 5,1 2
LINKE Die Linke 1 3,5 2
UWG Regenbogen Unabhängige Wählergemeinschaft für Bürgerrechte Troisdorf REGENBOGEN e. V.[5] 1 2,2 1 3,8 2
Volksabstimmung Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung, für Demokratie durch Volksabstimmung 1 1,6 1
fraktionslos Einzelratsmitglied Hasselmann 1
gesamt 50 100,0 50 100,0 50
Wahlbeteiligung in % 48,1 52,8

* Im September 2011 wechselte ein Mitglied aus der Partei und der Fraktion Die Linke in die SPD. Die Linke verlor dadurch ihren Fraktionsstatus. Im Frühjahr 2012 schied ein Mitglied der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen aus.[6]

Troisdorfer Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1969–1975: Josef Ludwig (CDU)
  • 1975–1993: Hans Jaax (SPD)
  • 1993–1998: Uwe Göllner (SPD)
  • 1998–1999: Walter Bieber (SPD)

hauptamtlich:

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Troisdorf
Blasonierung:

„In Silber zwei schwebende, miteinander verbundene schwarze Stäbe in Form des Großbuchstabens T, an den Enden des Querstabs je eine rote, des Längsstabs je eine blaue Kugel.“

Beschreibung:

Das Wappen wurde nach der Gemeindereform neu gestaltet. Es stellt die Initiale T der Stadt dar. Die vier Kugeln stehen für die Gemeinden, aus denen das heutige Troisdorf entstand. Das T erinnert an ein Molekül in Anlehnung an die chemische Industrie der Stadt.

[Bearbeiten]

neues Logo der Stadt Troisdorf

Inzwischen besitzt Troisdorf ein neues Logo, welches das Wappen teilweise ersetzt. Es besteht aus mehreren Kugeln, die die Lage der Stadtteile und deren Größe symbolisieren sollen.

Städtepartner- und Patenschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Troisdorfer Stadttor

Museen[Bearbeiten]

  • Bilderbuchmuseum in der Burg Wissem. Das einzige Bilderbuchmuseum in Europa.
  • Fischereimuseum in Bergheim. Ein 2010 von der Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg gebautes Museum, welches die Geschichte der Zunft und des Ortes präsentiert.
  • Kunststoffmuseum Troisdorf auf dem HT-Gelände. Geschichte der Kunststoffregion Troisdorf, in der die Kunststofffenster und die ersten PVC-Bodenbeläge entwickelt wurden.
  • Museum für Stadt- und Industriegeschichte (Musit) Troisdorf an der Burg Wissem.
  • Das Portal zur Wahner Heide an der Burg Wissem.

Bauwerke[Bearbeiten]

Teilweise Verkleidung der Kaiserbauruine durch Bilder des Künstlers HA Schult

Seit 1982 befindet sich auf Burg Wissem das Bilderbuchmuseum. Nach dem Umbau im Rahmen der Regionale 2010 beheimatet die Anlage außerdem das Portal zur Wahner Heide, das Museum für Stadt- und Industriegeschichte Troisdorf (MUSIT), das Lernprojekt KennenLernenUmwelt (KLU), das Standesamt, die Kreativwerkstatt, den Heimat- und Geschichtsverein, die Heinz Müller Stiftung und eine Touristeninformation.

Dieses nicht fertiggestellte Hotel war von 1973 bis zur Sprengung am 13. Mai 2001 ungewolltes Wahrzeichen von Troisdorf an der A 59.

  • Troisdorfer Stadttore

Zwei von Joachim Bandau und Victor Bonato 1984 entworfene Edelstahlkonstruktionen mit transparenten, spiegelnden und wasserüberlaufenen Glasflächen, welche sich am Anfang und Ende der Fußgängerzone befinden.

Parkanlagen[Bearbeiten]

Die Stadt hat auf ihrer gesamten Fläche etliche geschützte oder naturbelassene Gebiete, die von den Bürgern Troisdorfs und anderer Städte im Umkreis als Naherholungsgebiete genutzt werden.

  • Die Siegaue befindet sich an der Siegmündung. Bei Hochwasser wird die Aue zu einer Wasserlandschaft mit immensen Ausmaßen. In trockenen Zeiten beherbergt die Siegaue viele Vogelarten, die diese als Brutgebiet nutzen. Aber auch für die Naherholung ist gesorgt. Neben vielen Rad- und Wanderwegen, die zur Erkundung der Siegaue und des nahen Rheinufers einladen, liegt kurz vor der Siegmündung die Gaststätte Zur Siegfähre mitsamt der namensgebenden Fähre. Dieser Ort ist weit über die Grenzen Troisdorfs bekannt.
  • Auch im Ortsteil Spich gibt es einen großzügig angelegten Park, der unmittelbar an die Wahner Heide grenzt. Am Rand des Parks befindet sich das Haus Broich und das Spicher Bürgerhaus.
  • Der Waldpark befindet sich in Troisdorf-Mitte. Um einen Teich, in dem einst prächtige Goldfische lebten, liegen Wanderwege und Tiergehege.
  • Ein weiterer Park befindet sich im Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte. Er beinhaltet neben Grünflächen verschiedene Spielmöglichkeiten, eine Skateanlage sowie einen Festplatz der für Flohmärkte und Zirkuszelte genutzt wird. Angrenzend liegt zum einen das Stadtteilhaus, in dem das Jugendamt verschiedene Beratungsmöglichkeiten bietet, zum anderen eine Kleingartenanlage der Anwohner, sowie ein pädagogisch betreuter Abenteuerspielplatz.
  • Im Naturschutzgebiet Wahner Heide lag der Schießplatz Wahn, zuletzt Truppenübungsplatz für die belgischen Streitkräfte, die lange Jahre in Troisdorf stationiert waren. Teilweise ist sie heute noch Übungsplatz der Bundeswehr, aber großteils für Wanderer frei zu nutzen. Auf den befestigten Wegen kann man die Wahner Heide wunderbar erkunden. Das Verlassen der Wege ist allerdings sowohl aufgrund der Munitionsbelastung als auch zum Schutz der Landschaft verboten. Die Heidelandschaft beherbergt eine Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere.
Die Gierseilfähre bei Bergheim

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Das Aggerstadion, Spielstätte der Sportfreunde Troisdorf

In Troisdorf gibt es zahlreiche Sportvereine. Zu den bekannteren gehören:

Weitere Sportvereine sind:

  • der Box-Club Troisdorf 48 e. V.
  • die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Ortsgruppe Troisdorf e. V.
  • Gardetanzsportvereine wie:
    • TC Altenrather Sandhasen 1992 e. V
    • TC Blau-Weiß Troisdorf 1971 e. V.
    • TC Burggarde Spich e. V.
    • TC Fiedele Sandhasen Oberlar
    • De Höppebeenche der KG Grün-Weiß Bergheim
    • TSC Rhein-Sieg Garde 1994 e. V.
  • der Handballverein HSV Troisdorf e. V.
  • der Hockeyverein HTC Schwarz Weiß Troisdorf e. V.
  • die Leichtathletikvereine Troisdorfer Leichtathletik Gemeinschaft und LAZ Puma Troisdorf/Siegburg
  • das Modern Jazz Ballett der Jazz Devils Dance Company
  • der Radsportverein RV Blitz Spich 1908 e. V.
  • der 1. Schachklub Troisdorf
  • der Tauchsportverein Sub-Aqua-Club Troisdorf e. V.
  • der Tennisclub TC-Spich und weitere Tennisvereine
  • der Troisdorfer Schwimmverein 1923 e. V. – Wasserfreunde Blau-Weiß
  • die Turnvereine Troisdorfer Turnverein 1891 e. V., Sieglarer Turnverein 1897 e. V., Turnverein 1909 e. V. Bergheim/Sieg

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine kulinarische Spezialität ist das in der Stadtbrauerei Troisdorf gebraute Troilsch (in Anlehnung an Kölsch), sowie auch das dort gebraute TroPi (Pils) und auch ein Troisdorfer Weizenbier.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Troisdorf ist über die Bundesautobahn 59 sowie über Zubringer zur Bundesautobahn 3 an das Fernstraßennetz angebunden. Durch das Stadtgebiet verläuft die Bundesstraße 8.

Die seit Jahrzehnten geplante Verlängerung der L 332, als Umgehungsstraße für Teile von Sieglar bzw. Eschmar, existierte lange Zeit nur auf Plänen. Bereits in den 1980er Jahren war das Planfeststellungsverfahren, kurz vor dessen Abschluss aufgrund von Verfahrensfehlern, für nichtig erklärt worden, so dass diese Prozedur erneut sämtliche Stadien durchlaufen musste. Bei der Neuauflage des Verfahrens wurde auch die Lage der Trasse geändert, um geänderten Ansprüchen an den Lärmschutz Rechnung zu tragen; speziell wurde die Trasse deutlich nördlicher zur Eschmarer Gartenstadt verlegt. Da die Trasse seit Jahrzehnten für den Bau freigehalten wurde, kann nach Abschluss und Rechtskräftigkeit des Verfahrens sofort mit dem Bau begonnen werden; die notwendigen Finanzmittel stehen dem Landesbetrieb Straßenbau NRW zur Verfügung.[8] Im November 2010 erklärte die Bezirksregierung Köln, dass das Planfeststellungsverfahren für den ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung zwischen der alten Trasse der L 332 bis zur K 29 n sofort vollzogen werden kann. Damit ist Baurecht gegeben.[9]

In der Stadt sind 44.338 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 37.510 Pkw.[10]

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Troisdorfer Bahnhof

Im Bahnhof Troisdorf trennen sich die von Köln kommenden Eisenbahnstrecken in die Siegstrecke nach Siegen und die Rechte Rheinstrecke nach Neuwied. Neben verschiedenen Regionalzuglinien wird Troisdorf von der S 12 und S 13 bedient, die zusätzlich am Haltepunkt Spich im Stadtgebiet halten. Beide Linien fahren Richtung Köln im versetzten 20-Minuten-Takt, so dass alleine mit der S-Bahn ein 10-Minuten-Takt in Richtung Köln geboten wird. Neben dem Troisdorfer Bahnhof und dem Haltepunkt in Spich gibt es im Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte einen weiteren Haltepunkt, der an der Rechten Rheinstrecke liegt. Dieser Halt wird von Regionalbahn- und Regional-Express-Zügen angefahren. Die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main verläuft ebenfalls durch Troisdorf, jedoch ohne Möglichkeit für den Fahrgastwechsel.

Im Zuge der Errichtung der Schnellfahrstrecke wurden die drei Bahnsteige erneuert und erhöht. Sanierung oder Neubau des Bahnhofsgebäudes ist in Planung.

Busverkehr[Bearbeiten]

Wichtigste Busverbindung ist die Linie 501/164, die in einem 20-Minuten-Takt fährt. Auf Kölner Stadtgebiet verkehrt sie als Linie 164.

  • Linie 501: Siegburg Bf – Troisdorf Bf – Niederkassel – Lülsdorf; Linie 164: Langel – Zündorf – Wahn Bf[11]
Airbus Troisdorf

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der Flughafen Köln/Bonn liegt teilweise auf Troisdorfer Stadtgebiet. Mit dem Auto ist er über die A 59 in ca. 15 Minuten zu erreichen und via Zug mit den Linien RE 8 und S 13, die vom Troisdorfer Bahnhof bis zum Flughafen 8 bis 10 Minuten benötigen. Durch die Nähe zum Flughafen sind Teile von Troisdorf durch Fluglärm belastet. Das Für und Wider eines Nachtflugverbots beschäftigt nicht nur die Troisdorfer Gremien seit mehreren Jahren.

Der Airbus A320-200 der Deutschen Lufthansa mit der Registrierung D-AIPM trägt den Namen Troisdorf.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Troisdorf sind sowohl Unternehmen der chemischen Industrie wie HT Troplast, die Degussa GmbH (vormals Hüls Troisdorf), Orica Mining Services und der Tiefzieh-Kunststoffverpackungshersteller silver plastics, als auch aus der Stahlindustrie wie der Spezialprofilhersteller Mannstaedt-Werke ansässig. Ein weiterer Bereich ist der Maschinenbau mit dem Unternehmen Reifenhäuser Gruppe. Durch die kurze Entfernung zum Flughafen Köln/Bonn haben sich mehrere Logistik-Unternehmen in Troisdorf angesiedelt; so liegt das Briefzentrum 53 der Deutschen Post AG im Troisdorfer Stadtteil Spich. Das „Service Center“ von Happy Digits hatte ebenfalls ihren Sitz in Spich. Der Logistikkonzern DHL hat sich mit seinem Entwicklungszentrum (DHL Innovationcenter) ebenfalls in Troisdorf niedergelassen. Formel D ist ein international tätiger Dienstleister der Automobil- und Zuliefererindustrie, der hier seinen Hauptsitz hat.

In Troisdorf gibt es folgende Gewerbegebiete:

  • Airport Gewerbepark Junkersring
  • Gewerbepark Camp Spich
  • Industriepark Troisdorf-Mitte
  • Belgische Allee
  • Biberweg
  • Langbaurghstraße/Redcarstraße
  • Luxemburger Straße / Rotter Viehtrieft
  • Auf dem Schellerod
  • Josef-Kitz Str./Speestraße
  • Bergheim – Glockenstraße

Bildung[Bearbeiten]

In Troisdorf gibt es dreizehn Grundschulen, zwei Hauptschulen, zwei Realschulen, zwei Gymnasien, zwei städtische Gesamtschulen, darunter die Europaschule Troisdorf, sowie zwei Förderschulen. Die Hauptschule Geschwister-Scholl-Schule, die Korczak-Realschule und das Heinrich-Böll-Gymnasium bilden das Sekundarstufenzentrum in Sieglar und werden teilweise in Ganztagsform betrieben. Eine Mensa ist im Gebäude der Haupt- und Realschule integriert. Die Haupt- und Realschule bilden keine neuen Eingangsklassen mehr und werden in eine Gesamtschule umgewandelt.[12]

Im Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises, das sich ebenfalls im Schulzentrum Sieglar befindet, werden Berufsschüler verschiedener Ausbildungszweige unterrichtet. Hier finden sich Fachoberschulen und höhere Berufsfachschulen sowohl technischer als auch sozialer Fachrichtungen. An den Fachschulen werden neben Sozialpädagogen auch Techniker der Fachrichtung Maschinenbau und Kunststoff- und Kautschuk-Technologie in Voll- und Teilzeitform ausgebildet. An der Fachschule für Sozialpädagogik kann seit 2007 auch die allgemeine Hochschulreife (AHR) erworben werden.

Troisdorf betreibt eine Musikschule und zusammen mit Niederkassel eine Volkshochschule.

Des Weiteren befindet sich in Troisdorf ein Ausbildungszentrum der DB Training.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Im heutigen Stadtgebiet geborene Personen[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Personen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Von 2011 bis 2012 drehte das ZDF die 1. Staffel der satirischen Wissenschaftsshow Nicht nachmachen! in einem abrissfertigen Haus in Troisdorf. In 6 Folgen wirkten dort Wigald Boning und Bernhard Hoëcker als Moderatoren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Schulte: Kleine Geschichte der Stadt Troisdorf. Daten und Fakten. Stadt Troisdorf, 1999.
  • Peter Paul Trippen: Heimatgeschichte von Troisdorf. Köln, Kölner Verlagsanstalt, 1940.
  • Michael Werling und Marianne Vogt-Werling: Denkmalpflegeplan für die Stadt Troisdorf (als PDF-Dokument auf CD-ROM), Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf, Band 31, Troisdorf 2010
  • Troisdorfer Jahreshefte

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Troisdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 85.
  3. Siehe den aktuellen Bericht aus dem Rathaus Zahl der Troisdorfer ist weiter gestiegen, Rundblick Troisdorf, 11. Januar 2011, S.17
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c382068kw0900.html
  5. http://www.uwg-troisdorf.de/cms/site/index.html
  6. http://www.ksta.de/html/artikel/1314765885055.shtml
  7. Liste des Rhein-Sieg-Kreises
  8. EL 332 – Umgehungsstraße in Troisdorf
  9. Jablonski begrüßt. Die zukünftige Verknüpfung der L 332 und der K 29 soll über einen Kreisel erfolgen. auf Unserort.de
  10. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010.
  11. Minifahrpläne des VRS 2010
  12. Troisdorf richtet zweite Gesamtschule ein
  13. General-Anzeiger 4/5. März 1995