Trolleybus St. Gallen

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Trolleybus St. Gallen
Bild
Hess lighTram der VBSG in der Schleife Wolfganghof
Basisinformationen
Staat Schweiz
Stadt St. Gallen
Eröffnung 18. Juli 1950
Betreiber Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG)
Verkehrsverbund Ostwind
Infrastruktur
Streckenlänge 22,6 km
Stromsystem 600 V Gleichstrom
Betriebshöfe Steinachstrasse
Betrieb
Linien 4
Fahrzeuge 25 (17 Gelenk- und 8 Doppelgelenkwagen)
Statistik
Bezugsjahr 2012
Fahrgäste 27'100'000 (gesamtes Busnetz)
Netzplan
Karte des Trolleybusnetzes in St. Gallen

Der Trolleybus St. Gallen ist das Trolleybus-System der schweizerischen Stadt St. Gallen. Die Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen (VBSG) betreiben – neben diversen Autobus-Linien – vier Linien elektrisch, die sich alle am Bahnhof St. Gallen treffen. Die gesamte Netzlänge beträgt 22,6 Kilometer.[1]

Linien[Bearbeiten]

Linie Strecke Fahrzeit min. Taktfolge max. Auslauf Art
1 Winkeln – Erlachstrasse – Bahnhof – Neudorf – Stephanshorn 40 / 40 Minuten 012 Minuten 7 Kurse Durchmesserlinie
3 Bahnhof – Heiligkreuz 12 / 12 Minuten 7,5 Minuten 4 Kurse Radiallinie
4 Wolfganghof – Erlachstrasse – Bahnhof – Neudorf – Guggeien 36 / 35 Minuten 012 Minuten 6 Kurse Durchmesserlinie
5 Riethüsli – Bahnhof – Rotmonten 18 / 17 Minuten 010 Minuten 4 Kurse Durchmesserlinie

Geschichte[Bearbeiten]

Der Trolleybus St. Gallen ersetzte in den 1950er-Jahren sukzessive die Strassenbahn St. Gallen, die letzte Strassenbahn fuhr am 30. September 1957. Die einzelnen Trolleybus-Streckenabschnitte gingen wie folgt in Betrieb:

Datum Strecke Linie Änderung
18. Juli 1950 Bahnhof–Riethüsli Linie 5 Strassenbahnersatz
15. November 1950 Bahnhof–Heiligkreuz Linie 3 Strassenbahnersatz
1. Oktober 1957 Stocken–Erlachstrasse–Bahnhof–Neudorf Linie 1 Strassenbahnersatz
1968 Neudorf–Stephanshorn Linie 1 Neuerschliessung
1970 Bahnhof–Rotmonten Linie 5 Autobusersatz
1. April 1989 Stocken–Bahnhof Winkeln Linie 1 Autobusersatz
September 1991 Neudorf–Guggeien Linie 1 Autobusersatz
28. September 1996 Erlachstrasse–Wolfganghof Linie 1 Autobusersatz
28. Mai 2000 Bahnhof Winkeln–Winkeln (500 Meter) Linie 1 Neuerschliessung

In der Innenstadt verkehrt die Trogenerbahn zwischen Bahnhof und Brühltor bis heute auf den Schienen der ehemaligen Strassenbahn und damit parallel zum Trolleybus. Beide teilen sich bis in die Gegenwart ein gemeinsames Unterwerk. Die Fahrdrahtspannung beträgt auf dem betreffenden Abschnitt, wie beim Trolleybus üblich, nur 600 Volt Gleichstrom. Im Gegensatz dazu fährt die Trogenerbahn auf ihrer restlichen Strecke mit 1000 Volt Gleichstrom.

In Riethüsli, der Endstelle der Linie 5, besteht ferner eine Umstiegsmöglichkeit zwischen Trolleybus und der Bahnstrecke St. Gallen–Appenzell. Beide nutzen dort auf einer Länge von circa 300 Metern eine gemeinsame Fahrdrahtaufhängung, sind aber elektrisch voneinander isoliert.

Die Liniennummer 4 besteht erst seit dem 9. Dezember 2007.[2] Zuvor hatte die Linie 1 ab 1991 drei und ab 1996 sogar vier verschiedene Endstationen.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Gegenwärtiger Bestand[Bearbeiten]

Dem Trolleybus St. Gallen stehen zusammen 25 Fahrzeuge zur Verfügung, hiervon werden maximal 21 gleichzeitig benötigt. Darunter befinden sich 17 Gelenkwagen und acht Doppelgelenkwagen, alle sind niederflurig:

Aufnahme Nummern Stück Hersteller Elektrik Typ Art Baujahr
155 01 NAW / Hess ABB BGGT 5-25 Doppelgelenk 1991, Umbau 2005
St.Gallen VBSG Gelenktrolleybus176 links.jpg 171–187 17 Hess Kiepe BGT-N2C Gelenk 2008
St.Gallen VBSG Doppelgelenktrolleybus190.jpg 188–194 07 Hess Kiepe BGGT-N2C Doppelgelenk 2009

Der ursprünglich zweiteilige und hochflurige Gelenkwagen mit der Nummer 155 stellt dabei eine Besonderheit dar, da er 14 Jahre nach seiner Inbetriebnahme um einen niederflurigen zweiten Nachläufer ergänzt wurde. Damals änderte sich die Typenbezeichnung von BGT 5-25 in BGGT 5-25. Ursprünglich war geplant, acht[3] oder neun[1] weitere Wagen dieses Typs derart umzubauen. Aufgrund technischer Probleme mit dem Prototyp entschloss man sich alternativ zur Beschaffung der sieben fabrikneuen Doppelgelenkwagen 188 bis 194.

Die Doppelgelenkwagen decken einen Grossteil des Wagenauslaufs auf den Linien 1 und 4 ab. Im Gegensatz dazu werden auf den Linien 3 und 5 ausschliesslich normale Gelenkwagen eingesetzt. Anlässlich einer Messe kamen aber auch auf der Linie 3 schon Doppelgelenkwagen zum Einsatz.

Ehemaliger Bestand[Bearbeiten]

Aufnahme Nummern Stück Hersteller Elektrik Typ Art Baujahre Bemerkungen
101–118 18 Saurer BBC 4 TP Solo 1950 1968–1975 neu karossiert und mit Batterie-Notfahrt versehen, seither neue Nummern 131–148, ausgemustert 1985–1992
Saurer 4IILM in Gdynia.jpg 119–130 12 Saurer BBC 4IILM Solo 1957–1958 ausgemustert 1991–1992
St.Gallen VBSG 111.jpg 101–111 11 Saurer / Hess BBC-Sécheron GT 560/620-25 Gelenk 1984 ausgemustert 2008
St.Gallen VBSG Gelenktrolleybus152.jpg 151–154,
156–168
17 NAW / Hess ABB BGT 5-25 Gelenk 1991–1992 ausgemustert 2008–2009
151–152,
ab 1957: 301–302
02 Moser / Ramseier & Jenzer keine  ? Anhänger 1953–1954
303–327 25 Moser / FFA keine  ? Anhänger 1957 ausgemustert ab 1985
328–339 12 Hess / Moser / Ramseier & Jenzer keine  ? Anhänger  ? ausgemustert 1985–1992

Der Anhängerbetrieb endete 1991[4] oder im März 1992.[5]

Abgabe ins Ausland[Bearbeiten]

Warschau: Der ausgemusterte Motorwagen 126, dahinter Anhänger Nummer 8
Wagen 142 in Valparaíso
  • Zwölf nicht umgebaute Wagen der Ursprungsserie wurden 1992 samt Anhängern in die polnische Hauptstadt Warschau verkauft, wo der Trolleybusbetrieb dann allerdings schon 1995 endete. Einer von ihnen gelangte anschliessend als betriebsbereiter Museumswagen nach Gdynia.
  • Die umgebauten Wagen 142, 143, 144, 146 und 147 wurden 1992 an den Oberleitungsbus Valparaíso in Chile abgegeben, wo sie noch einige Jahre im Einsatz standen, mittlerweile aber alle ausgemustert sind. Wagen 142 dient dort seit dem 17. November 2008 als Wartehalle und Souvenir-Verkaufsstelle an der Endhaltestelle Plaza Barón.[6]
  • Neun Fahrzeuge des Typs GT 560/620-25 gaben die VBSG in den Jahren 2008 und 2009 ins bulgarische Plowdiw ab.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trolleybusse in St. Gallen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mit dem lighTram wirtschaftlich zu mehr Kapazität (PDF-Datei; 214 kB)
  2. VBSG – Geschäftsbericht07
  3. VCS-Ortsgruppe zum «LighTram»: Leichtfüssig zu einem echten Tram?
  4. Jürgen Lehmann: Übersicht über die Obusbetriebe in der Schweiz, Stand 8/02
  5. Trolleybus Magazine Nummer 184 (Juli–August 1992), Seite 103
  6. Ganz neue Verwendung