Trommsdorff-Effekt

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Als Trommsdorff-Effekt, auch Trommsdorff-Norrish- oder Gel-Effekt genannt, wird die bei Polymerisationsreaktionen bei hohen Umsätzen auftretende Zunahme der Reaktionsgeschwindigkeit bezeichnet.[1]

Ursache für diesen Effekt ist die durch die zunehmende Unbeweglichkeit der wachsenden Polymerketten abnehmende Wahrscheinlichkeit des Kettenabbruchs durch Rekombination der reaktiven Kettenenden, wodurch deren Konzentration steigt. Die damit zunehmende Geschwindigkeit der exothermen Reaktion bewirkt einen Temperaturanstieg, wodurch der Zerfall des Radikalstarters beschleunigt wird, und die Zahl der reaktiven Spezies weiter zunimmt. Gleichzeitig wird die Wärmeabfuhr aus der Reaktion durch die weiter zunehmende Viskosität erschwert.

Dieser Kreislauf kann zu einer Explosion führen, weshalb die Reaktion effektiv gekühlt oder vorher abgebrochen werden muss.

Benannt ist der Trommsdorff-Effekt nach dem deutschen Chemiker Ernst Trommsdorff.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd Tieke: Makromolekulare Chemie, VCH Weinheim, 1997.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M. D. Lechner, K. Gehrke und E. H. Nordmeier: Makromolekulare Chemie, 4. Auflage, Birkhäuser Verlag, 2010, S. 71, ISBN 978-3-7643-8890-4.